Todesfall in Rietberg-Mastholte: Ursache noch immer ungeklärt

Nicole Hille-Priebe

An der Schillerstrasse liegen Blumen zum Gedenken . - © Andreas Frücht
An der Schillerstrasse liegen Blumen zum Gedenken . (© Andreas Frücht)

Rietberg. Knapp zehn Wochen ist es nun her, dass der dreifache Familienvater Pawel Iljenko bei einem Polizeieinsatz in einem Wohngebiet in Rietberg-Mastholte verstarb. Eine lange Zeit für die Angehörigen und ihren Hamburger Anwalt Alexander Kin, deren Ungeduld mit jedem Tag der Ungewissheit wächst. Sie wollen endlich wissen, warum der 46-jährige Paderborner sterben musste.

„Ich habe die Rechtsmedizin vor etwa drei Wochen angeschrieben, um mich zu erkundigen, wann mit dem Obduktionsergebnis zu rechnen ist. Ein Arzt schrieb zurück, dass er das nicht wüsste. Ich habe dann noch einmal nachgehakt, warum die rechtsmedizinischen Untersuchungen in diesem Fall so lange dauern, habe aus Münster aber keine weitere Antwort erhalten", sagt Alexander Kin.

Links zum Thema
Tod nach Polizeieinsatz in Mastholte: Ermittlungen gegen Polizeischüler

Mysteriöser Todesfall stört Mastholter Siedlungs-Idyll

Angehörige wollen genauere Obduktion

Mediziner haben weitere Unterlagen erbeten

„Die Rechtsmedizin konnte bislang keine Todesursache feststellen", erklärt der für den Fall zuständige Staatsanwalt Veit Walter (39) auf Nachfrage der NW. „Die Mediziner haben nun weitere Unterlagen erbeten und wollen sich in den Akten insbesondere die Zeugenaussagen noch einmal genauer anschauen. Das Verfahren ist für sie sehr diffizil, deshalb wollen sie alles richtig machen", so Walter weiter.

In der Zwischenzeit kursierte das Gerücht, dass man im Blut des Verstorbenen Rückstände der chemischen Droge Crystal Meth gefunden hätte. Kriminologen warnen schon seit Jahren vor dem Einsatz von Pfefferspray durch die Polizei, da es in Kombination mit Drogen oder Psychopharmaka tödlich sein kann. In Mastholte sei von den Beamten jedoch kein Pfefferspray eingesetzt worden, sagt Staatsanwalt Walter. Auch, dass die Rechtsmedizin Crystal Meth im Blut gefunden habe, könne er nicht bestätigen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.