Frühlingsanfang: Beginn der Leidenszeit für Pollenallergiker

Marc Schröder

Aktuell sorgen die Erlen für eine erhöhte Pollenbelastung. Bald beginnt die Birkenblüte, in diesem Jahr wird mit einer äußerst starken Blüteperiode gerechnet. - © picture alliance / blickwinkel/J. Kottmann
Aktuell sorgen die Erlen für eine erhöhte Pollenbelastung. Bald beginnt die Birkenblüte, in diesem Jahr wird mit einer äußerst starken Blüteperiode gerechnet. (© picture alliance / blickwinkel/J. Kottmann)

Bielefeld. Neben den in den Norden ziehenden Kranichen gehören auch die Frühblüher Hasel und Erle zu den ersten Vorboten des Frühlings. Besonders für Pollenallergiker stellen sich damit auch die typischen Heuschnupfensymptome ein. Je wärmer und schöner das Wetter ist, desto mehr Pollen werden freigesetzt, auch bei den Birken steht die Blüte kurz bevor. Wir haben die wichtigen Informationen und Tipps für Allergiker zusammengestellt.

Die Haselblüte kommt zu ihrem Ende, dafür stehen die Erlen voll im Blütenstaub. Eine besondere Pollen-Belastung durch die Erle vermelden der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst für den Osten, den äußeren Südwesten und Teile Nordrhein-Westfalens. Teilweise fliegen auch schon die ersten Birkenpollen.

Mastjahr sorgt für starke Belastung durch Birkenpollen

Bei den Birken steht aus biologischer Sicht ein Mastjahr an. Im zweijährigen Rhythmus sorgt die windbestäubende Baumart für eine stärkere Blüte. Somit ist mit einer besonders starken Belastung durch die aggressiven Birkenpollen zu rechnen.

Wie stark sich der Pollenflug entwickelt hängt auch vom Wetter ab. Sonnenschein und Windrichtung beeinflussen die Verstäubung und somit die Belastung der Atemwege von Allergikern. Etwas Entspannung bieten Regenschauer, durch sie werden die Pollen aus der Luft "gewaschen" und am Boden gebunden.

Wie sich Allergiker schützen können

Schon kleine Maßnahmen können Allergikern zumindest in den eigenen vier Wänden Experten das Leben erleichtern. So wird von Experten empfohlen, die Kleidung beim Betreten der Wohnung zu wechseln. Vor dem Schlafengehen sei es zudem ratsam, die Haare mit Wasser auszuspülen. Auch Nasenduschen helfen, die Atemwege von den Pollen zu befreien.

Beim Lüften der Wohnung und besonders des Schlafzimmers wird empfohlen, dies in der Nacht zu tun. Jedoch sollten die Fenster in den frühen Morgenstunden geschlossen werden. Im weiteren Tagesverlauf sollten Allergiker sie geschlossen halten. Auch Pollenschutzgitter am Fenster können Entlastung bringen, ebenso wie ein Lüftungsfilter im Auto. Allergiker sollten zudem Sport im Freien bei starkem Pollenflug vermeiden. Individuelle Informationen zum Pollenflug und der Pollenbelastung einer Region bieten auch Smartphone-Apps.

Zeitliche Unterschiede bei Pollenbelastung in Stadt und Land

In städtischen Bereichen herrscht die höchste Pollenbelastung zwischen 18 und 24 Uhr, die niedrigste zwischen sechs und acht Uhr. In ländlichen Gebieten verschiebt sich die Belastung entgegengesetzt, dort liegt die höchste Pollenbelastung zwischen vier und sechs Uhr am Morgen vor, während die niedrigste Last zwischen 18 und 24 Uhr zu erwarten ist.

Bei der Planung einer Ferienreise kann es sich als hilfreich erweisen, die Prognosen für die Blütezeiten und Pollenbelastung des Urlaubsortes zu kennen. Als günstig für Pollenallergiker gelten Urlaubsregionen im Hochgebirge und am Meer, wo es reichlich pollenarme Luft gibt.

Medikamente und Hyposensibilisierung

Ärzte verschreiben je nach Schweregrad der Allergiesymptome unterschiedlich starke Medikamente und Therapieansätze. Bei akuten Beschwerden sind dies Antihistaminika, die inzwischen verwendeten antiallergischen Mittel machen auch nicht mehr so müde wie frühere Mittel. Je nach Symptomen empfiehlt sich die Einnahme als Nasenspray, Augentropfen oder als Tabletten- und Tropfenform. In stärkeren Fällen kann der Arzt kortisonhaltige Mittel verordnen. Auch Akupunktur kann Heuschnupfensymptome vorübergehend lindern.

Die sogenannte Hyposensibilisierung ist bisher die einzige Möglichkeit, um die Ursache einer Allergie zu behandeln. Dabei wird das betreffende Allergen in steigender Dosis verabreicht, um den Körper daran zu gewöhnen. Bis zu 70 Prozent der Patienten sind danach oft dauerhaft oder für eine längere Zeit beschwerdefrei.

Info
Zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen und damit mindestens zwölf Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen. Ausgelöst wird der allergische Schnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern.

Die Symptome sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesattacken und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. In schweren Fällen droht ein allergischer Schock. Ohne ausreichende Therapie erkranken zudem bis zu 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma.

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