LokalsportSportpersönlichkeit 2015: Werner Klack

44 Jahre hat der Hörster den Nachwuchs der TG trainiert

Heiko Kaiser

Hörste . Werner Klack wurde im Rahmen der HK-Altkreis-Sportlerwahl von den fünf Stadtsportverbänden zur Sportpersönlichkeit des Jahres gewählt. Damit würdigten sie seine langjährigen Verdienste über die Nachwuchsarbeit für die TG Hörste.

Die Konzepte machen andere. Werner Klack setzt sie in die Tat um. „Ich bin kein Handball-Theoretiker, ich bin ein Arbeiter", sagt er von sich selbst. Und nicht zuletzt weil Werner Klack seit über vier Jahrzehnten so gute Arbeit für seinen Verein leistet, spielt die TG Hörste heute in der Verbandsliga. Generationen Hörster Jungen haben bei Werner Klack das Handball-ABC erlernt. Er hat die Väter trainiert – und später deren Söhne.

Sein Bruder war der bessere Handballer. „Karl-Heinz war auf Großfeld der Torjäger von Hörste", erinnert sich Werner Klack und fügt hinzu: „Ich war immer mehr der Abwehrmensch." Abwartend, zuhörend, um dann klar und unumwunden zu antworten, so zeigt sich der 66-Jährige auch an diesem Nachmittag in seinem Partykeller.

„Hier wurden die Verträge gemacht, und hier wurde friedlich auseinandergegangen", sagt Klack und klopft zur Bestätigung auf den rustikalen Eichentisch. „Entlassen haben wir noch nie einen Trainer. Die haben immer die Saison zu Ende gemacht – und fertig."

Info

Werner Klack

• Geb. am 2. März 1949
in Bad Rothenfelde
• Verheiratet, drei Kinder
• Rentner, gelernter Drucker
• Seit 56 Jahren Mitglied der TG Hörste
• Seit 2009 Ehrenmitglied
• 1970 bis 2014 Jugend-Übungsleiter
• 1974 bis 1988 zweiter Handball-Jugendwart
• 1980 bis 2003 Handball-Abteilungsleiter
• 1998 bis heute Schiedsrichter
• Inhaber des Ehrenbriefs des westdeutschen Handballverbands

Und fertig – das ist so eine dieser Wendungen, die typisch sind für Werner Klack. Ausdruck der zupackenden Art des ehemaligen Hörster Obmanns, der den Abteilungsvorsitz übernahm, als der Verein sportlich am Boden lag. „1980 waren wir in die 1. Kreisklasse abgestiegen. Das sollte korrigiert werden. Karl-Heinz Wöstmann wurde Vorsitzender, ich Obmann. Er der Kaufmann, ich der Arbeiter. Das passte. So sind wir wieder hochgegangen. Zack, zack, zack, bis in die Landesliga", sagt Klack. Man spürt, wie stolz er noch heute darüber ist.

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Titel: Werner Klack

Den Grundstein für die Renaissance der TG hatte Klack selbst gelegt. Indem er viele Spieler des Aufstiegsteams von 1983 persönlich als Trainer auf den ersten Schritten ihrer Handballlaufbahn begleitet hat. Andy Schäper, Jens Großpietsch, Thomas Wöstmann und Michael Kölkebeck gingen in Werners Handballschule. Wer der talentierteste von ihnen war? Werner Klack will und kann sich da nicht festlegen. „Das waren alles gute Leute" sagt er. Er hat indes einen anderen Maßstab, mit dem er den Handballnachwuchs misst. „Die einen muss man anschieben, die anderen bremsen", sagt Klack. „Maychrzak (Michael Kölkebeck, d. Red.) musste man damals anschieben. Der hatte nicht immer Lust. Andy Schäper hingegen war manchmal ein bisschen übermotiviert. Den musste ich bremsen."

Sportpersönlichkeit 2015: Werner Klack

44 Jahre lang, bis 2014, hat Werner Klack den Hörster Nachwuchs angeschoben und gebremst. Die meiste Zeit davon war er für die E-Schüler verantwortlich. „Ich bin immer an der Basis geblieben", erklärt er. Seniorentrainer wollte er nie werden. Denn Werner Klack fühlt sich wohl bei den Handball-i-Männchen. Dort, wo dieser Sport auf die einfachen Dinge reduziert ist. „Es hat so viele Regeländerungen in den Jahren gegeben. Aber die Grundlage ist noch immer Fangen und Werfen. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Das vergessen viele", sagt Klack und lacht. Und hier wird er dann doch zum Handball-Theoretiker. Seine Theorie aber will nicht beeindrucken. Sie ist auf das Wesentliche reduziert und gipfelt in dem Satz, den alle, die durch seine Trainingsschule gingen, mindestens einmal gehört haben: „Es haben schon Tausende über das Tor geworfen, aber ich habe noch keinen gesehen, der unten drunterher geworfen hat."

Wie er sich motiviert hat, über eine so lange Zeit immer wieder diese elementaren Dinge zu vermitteln? „Du musst eben Spaß am Handball haben. Und ich sag immer, man muss, wenn man etwas angefangen hat, es auch durchziehen. Ich kann ja nicht einfach nach zwei Jahren aufhören."

Klack hat erst nach 44 Jahren den Schlusspunkt gesetzt. Auch, weil er spürte, dass der Handball heute ein anderer geworden ist. Zu offensiv vielleicht für den Abwehrmenschen Klack und zu hektisch. So wie die Kinder auch, die Klack heute als weniger ausdauernd empfindet. „Früher, wurde eine Übung so lange gemacht bis ich es gesagt habe. Heute fragen die Kinder nach 30 Sekunden: Werner, und was machen wir gleich?"

Dennoch, so ganz aufhören will er nicht. Als Schiedsrichter und Zeitnehmer wird er weiterhin in der Halle stehen. Auch den Verkauf in der Cafeteria oder den Fahrdienst der Eltern organisiert er und sitzt selbstverständlich bei der Schlackeschlacht weiter hinter dem Mikro. Hierfür hat er übrigens egoistische Motive: „Es hält ja doch fit, wenn du dich mit jungen Menschen beschäftigt."

Die Sportpersönlichkeit des Jahres wird von den Vertretern der fünf kommunalen Sportverbände im Altkreis sowie den Sponsoren der Sportlerwahl (Kreissparkasse Halle, Stadtsparkasse Versmold, Technische Werke Osning und Haller Kreisblatt) gewählt.