Historie des Haller Kreisblattes

Seit 1882
ist das Haller Kreisblatt die älteste Lokalzeitung im Altkreis Halle  (mit der sich alte Gutenbergische Tradition und technischer Fortschritt verbinden). Als einzige Tageszeitung hat sie ihren Verlagssitz im heutigen Kreis Gütersloh.

Drei Generationen haben den Erfolg der kleinen Heimatzeitung, die sich in dieser Zeit immer wieder dem Wandel der Gesellschaft und den veränderten Interessen seiner Leser und Interessenten angepasst hat, aufgebaut. Bis heute hat sich das Haller Kreisblatt einen hohen Grad von Selbständigkeit bewahrt. Auch im neuen Jahrtausend ist das Haller Kreisblatt ein unverzichtbarer Teil der lokalen, heimatverbundenen Medienlandschaft. Als ein verlässlicher Wegbegleiter trägt es zur Meinungsbildung bei, es informiert mit journalistischer Kompetenz und sorgfältiger Recherche über die Ereignisse der Region, Ursachen und Hintergründe – sei es auf kommunalpolitischer, kultureller oder sportlicher Ebene. Redakteure, Fotografen und freie Mitarbeiter informieren aus erster Hand.

Durch die redaktionelle Zusammenarbeit mit dem Verlag Neue Westfälische hat das Haller Kreisblatt seine Vorrangstellung als Heimatzeitung für den nördlichen Kreis Gütersloh und seinen Städten und Gemeinden als wichtiges Informationsmedium und größter Werbeträger auch für die Zukunft sichergestellt.

Eine Chronologie

1857 erschien in Halle/Westfalen die seit dem 1. Januar 1844 von Johann Heinrich Uthmann als Bote von Ravensberg herausgegebene Wochenschrift mit dem neuen Titel Haller Kreisblatt. Noch heute befindet sich eine historische Ausgabe vom 26. April 1862 im Zeitungsarchiv. Doch offensichtlich war die Zeit noch nicht reif für die Existenz einer bodenständigen Lokalzeitung für den damaligen Kreis Halle.

1882 wurde nach rund 20-jähriger Pause das Haller Kreisblatt zu neuem Leben erweckt. Es ist das offizielle Geburtsjahr unserer Heimat-Zeitung. Zweimal in der Woche wurde sie auf einer Handpresse gedruckt. Diese befindet sich noch heute im Besitz des Verlages. Ein Jahr später führte das Haller Kreisblatt den Untertitel Amtliches Kreisblatt ein. - 1887 gründeten August Meyer und Wilhelm Beckmann eine Druckerei und gaben die dreimal wöchentlich erscheinende Ravensberger Zeitung heraus. Mit 253 Lesern war keine Rentabilität zu erreichen. 1889 vereinigten sich beide Zeitungen, die bald darauf unter dem heute noch gültigen Namen Haller Kreisblatt erschienen. 1889 wurde aufgrund der aufsteigenden Entwicklung der Heimatzeitung der damalige Neubau in der Rosenstraße bezogen.

1908 übernahm August Bratvogel, der Großvater des heutigen Inhabers, das Haller Kreisblatt. Er wurde auch Eigentümer des Verlages Meyer & Beckmann. Durch Herausgabe der Kopfblätter Werthersche Zeitung und Versmolder Zeitung war der Bielefelder Unternehmer bereits als Verleger tätig gewesen. Diese Publikationen gingen im Haller Kreisblatt auf. Damit waren die Grundlagen für eine fruchtbare Entwicklung einer orts- bzw. kreisansässigen Zeitung gegeben.

1912 wurde die Aufstellung von zwei modernen Schnellpressen erforderlich. August Bratvogel, der die schwarze Kunst von der Pike auf gelernt hatte, erwies sich als eine weitblickende Unternehmerpersönlichkeit. In schwierigen Zeiten während des 1. Weltkrieges, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus konnte er die Stellung des Haller Kreisblattes ausbauen.

1940 übernahm Dr. Werner Bratvogel nach dem Tod seines Vaters die Geschäftsführung. Einberufung und Kriegsgefangenschaft 1947 unterbrachen seine Tätigkeit. Während dieser Zeit führte die Witwe des verstorbenen Verlegers, Elisabeth Bratvogel, das Unternehmen. Am 15. April 1943 erschien aus kriegswirtschaftlichen Gründen zunächst die letzte Ausgabe.

1945, zehn Tage nachdem die amerikanischen Panzer in den Ostertagen 1945 durch Halle rollten, fing in der Rosenstraße die Rotationsmaschine wieder an zu laufen. Sie produzierte unter der vertrauten Frakturüberschrift Haller Kreisblatt das erste Druckerzeugnis der Nachkriegszeit. Nach drei Wochen musste auf Anordnung der Militärregierung der Kopf des Blattes in Amtliche Bekanntmachungen und Anzeigen für den Kreis Halle geändert werden.

1949, am 1. November, erschien nach Aufhebung des Lizenzzwanges nach über sechsjähriger Pause das Haller Kreisblatt in gewöhnter Optik. Begünstigt durch die steigende Zahl der Einwohner durch die zugezogenen Vertriebenen konnte das Haller Kreisblatt trotz einer ganz neuen Zeitungslandschaft durch die Bielefelder Konkurrenz seine Vorrangstellung ausbauen. Die Auflage stieg auf 7500 verkaufte Exemplare.

1968 wurde die Rotationsmaschine als Folge gravierender Veränderungen in der Zeitungslandschaft nach 50 Jahren stillgelegt. Die Gemeinschaft kleinerer Zeitungen, die bisher ihre sogenannten Mantelseiten (Politik, Unterhaltung, Feuilleton und überregionaler Bundessport) gemeinsam hergestellt hatten, löste sich auf. Seitdem bezieht das Haller Kreisblatt diese Seiten vom Bielefelder Verlagshaus Neue Westfälische. Mit der Umstrukturierung durch die vertragliche Bindung hatte sich nicht nur das Format geändert, auch die Leistungen für Leser und Anzeigenkunden wurden wesentlich verbessert. Der technische Wandel brachte es mit sich, dass auch traditionsreiche Berufe aus der Zeitungslandschaft verschwanden. Gesetzt wird heute nur noch am PC.

1982 – 100 Jahre Haller Kreisblatt. Im Jubiläumsjahr wurde der Neubau an der Gutenbergstraße vom Haller Kreisblatt bezogen. In dritter Generation übernahm Assessor Hans Brachvogel die Geschäftsführung. Der auf stolze 13.000 Abonnenten angewachsene Leserschaft widmeten Geschäftsleitung und Redaktion als Jubiläumsgeschenk und bleibende Erinnerung die über 250-seitige Festschrift Unsere Heimat im Spiegel der Geschichte.

1999 – ein entscheidender Schritt in das neue Jahrtausend. Mit dem neuen Gesicht der Neuen Westfälischen ging auch die optische und inhaltliche Erneuerung des Haller Kreisblattes einher: Fit für das neue Jahrtausend durch die neue Klarheit des Layouts. Natürlich hat die regionale Heimatzeitung auch mit den modernen Techniken Schritt gehalten. Die Texte und Bilder werden am PC verarbeitet und auf dem Bildschirm zu ganzen Seiten zusammengefügt und auch direkt in das Druckhaus digital übertragen.