WertherMantaplatten-Wette gewonnen: Landjugend arbeitet 1.200 Bestellungen ab

„Damit hätten wir niemals gerechnet“: Die Landjugend hat ihr ehrgeiziges Ziel weit übertroffen und verkauft über 1.200 Mantaplatten. Zusammen mit dem Wetterlös und weiteren Spenden nimmt sie 15.700 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe ein.

Alexander Heim

Wette um 500 Mantaplatten: Ganz schön heiß her ging es auf dem Imbisswagen. Marius Gaesing und Leon Rother (von links), sowie Jonas Nagel, Henrike Schierenbeck und Malte Kramme hatten alle Hände voll zu tun. - © Alexander Heim
Wette um 500 Mantaplatten: Ganz schön heiß her ging es auf dem Imbisswagen. Marius Gaesing und Leon Rother (von links), sowie Jonas Nagel, Henrike Schierenbeck und Malte Kramme hatten alle Hände voll zu tun. © Alexander Heim

Werther. Nein, langweilig wurde den Mitgliedern der Landjugend am Samstag gewiss nicht. Zu Acht standen sie im Imbiss-Wagen der Fleischerei Paul, die Würstchen brutzelten, die Fritteusen dampften, und kaum ging eine Portion über den Tresen, kam die nächste Anfrage. „Mantaplatte, bitte", hieß es dabei ganz oft.

500 Mantaplatten im Laufe einer achtstündigen Aktion unters Volks zu bringen – das war das erklärte Ziel der Landjugend. Unter dem Motto „Essen und Gutes tun!" war sie angetreten, um Spendengelder für die Betroffenen der Flutkatastrophe zu sammeln. „300!", schallte es gegen 14 Uhr über den Alten Markt. Wieder eine magische Grenze geknackt, die dem Ziel ein Stück näher kam. Noch sechs Stunden. Noch 200 Mantaplatten. Dann würden die Firmen, die gegen die realistische Umsetzung des Vorhabens gewettet hatten, ihren Obolus beisteuern müssen.

Wette um 500 Mantaplatten: Kamen etxra aus Bad Rothenfelde, um die gute Sache zu unterstützen: Bernhard und Birgit Lakebrink. - © Alexander Heim
Wette um 500 Mantaplatten: Kamen etxra aus Bad Rothenfelde, um die gute Sache zu unterstützen: Bernhard und Birgit Lakebrink. (© Alexander Heim)
Info

Das Los hat entschieden

Jeder Mantaplatte, die am Samstag verkauft wurde, war ein Los beigefügt worden. Somit hatte jeder Hungrige die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Dies sind die Losnummern:

´ Zipfelbank: 14533.

´ Kartbahn-Gutscheine: 14909, 14646, 14682, 14317, 14972.

´ Landfuxx-Gutscheine: 14082, 14882.

´ Holz-aus-Werther-Tassen: 14410, 14818, 14048, 14493.

´ Pahmeyer-Grillpaket: 14653 (alle Angaben ohne Gewähr).

´ Die Gewinner können sich unter landjugend. werther@web.de oder unter ` (0 15 75) 6 17 33 06 melden. Eine Ausgabe der Gewinne kann nur nach Vorlage des Loses geschehen.

„Ich hab’ davon gelesen – und dann war’s beschlossene Sache", erzählt Birgit Lakebrink. Zusammen mit Ehemann Bernhard war sie eigens aus Bad Rothenfelde nach Werther gekommen. Für ein leckeres Mittagessen. Aber auch, um den guten Zweck zu unterstützen. „Wir sind über meinen Sohn Florian darauf aufmerksam geworden", erzählt Birgit Lakebrink. „Das ist wirklich eine tolle Sache", findet auch Bernhard Lakebrink. Als sie den Zwischenstand erfuhren, war für das Paar schnell klar: „Den Rest schaffen die auch noch."

„Wir haben jetzt gut eine Stunde angestanden"

Man brauchte kein Prophet sein, um zu diesem Schluss zu kommen. Ein Blick auf die lange Schlange genügte, die sich vom Storck-Haus vorbei an der Markt-Apotheke und entlang des Ärztehauses zum Imbisswagen schlängelte.

„Wir haben jetzt gut eine Stunde angestanden", verrät Tim Oberwelland. „Aber dafür steht man ja gerne an." Zusammen mit Töchterchen Emily hatte er sich um das leckere Mittagessen gekümmert. „Leni und Nina haben in der Zeit den Wocheneinkauf gemacht", verrät Emily.

Auch Birgit Ernst und Alexander Fillers von der CDU ließen sich – genau wie Vertreter anderer heimischer Parteien – die Gelegenheit nicht entgehen, einen Zwischenstopp für einen Imbiss einzulegen und Gutes zu tun.

Noch immer melden sich Bürger bei der Landjugend, um ebenfalls zu spenden

„Auf dem Höchststand reichte die Schlange bis zu Obermann", war Landjugend-Vorsitzender Kilian Banze überrascht und zugleich begeistert vom Erfolg der Aktion. „Damit hätten wir niemals gerechnet." Darauf gehofft allerdings schon, verrät er lächelnd.

Dass es parallel zum Start der Hilfsaktion um 12 Uhr einen Schauer gegeben hatte – „das hat die Leute nicht abgehalten", freut er sich. Ob er und sein Team bei einem solchen Andrang Sorgen hatte, nicht genug Vorrat zu haben? „Uns werden die Pommes nicht ausgehen", kontert der Landjugend-Vorsitzende. „Wir wissen, wo wir Nachschub herkriegen." Und um den wurde er auch flugs von der Imbisswagen-Mannschaft gebeten.

Mit acht Helfern standen sie an Tresen, Grill und Fritteuse. Um 14 Uhr waren es neben Malin Speckmann, Leon Rother und Marius Gaesing auch Jan-Philipp Paul, Malte Kramme, Henrike Schierenbeck, Jonas Nagel und Simon Walkenhorst, die – quasi im Akkord – Bestellung um Bestellung aufnahmen, umsetzten und ausgaben.

3.000 Euro wollten die Macher aus den Reihen der Landjugend mit ihrer spontan initiierten Aktion einspielen. „Wir haben jetzt schon Spendenzusagen von mehr als 7.000 Euro", erklärt Leon Rother zur Mittagszeit. Und da war noch längst nicht aller Tage Abend.

Enorme Hilfsbereitschaft: Um eine der begehrten Manta-Platten zu ergattern, standen die Unterstützer der Spendenaktion teils bis zum Storck-Haus - und sogar darüber hinaus. - © Alexander Heim
Enorme Hilfsbereitschaft: Um eine der begehrten Manta-Platten zu ergattern, standen die Unterstützer der Spendenaktion teils bis zum Storck-Haus - und sogar darüber hinaus. (© Alexander Heim)

Am Ende gingen mehr als 1.200 Mantaplatten über den Tresen, insgesamt spielte der Verkauf von Bratwurst, Pommes und Co. 5.400 Euro ein. Zusammen mit dem Wetteinsatz der Firmen und privaten Spenden von noch einmal 8.600 Euro sowie dem Inhalt der Spendenbox von über 1.700 Euro steht für die Flutopfer die sensationelle Spendensumme von 15.700 Euro im Raum.

Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Weil sich immer noch Leute bei uns melden und ebenfalls spenden wollen", strahlt Jonas Nagel.

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