WertherGenau jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für diesen Kreisel - doch das kostet

Die Stadt muss am ZOB neue Kanäle und an der Bielefelder Straße eine neue Entwässerung bauen. Im gleichen Zug ließe sich ein Kreisverkehr realisieren. Das Problem: die Kosten.

Anja Hanneforth

Allzu lange wird sich die Politik nicht mehr Zeit lassen können zu entscheiden, ob sie an dieser Stelle einen Kreisverkehr haben möchte oder nicht. Fest steht, dass der finanzielle Aufwand mit mindestens 600.000 Euro enorm wäre. - © Anja Hanneforth
Allzu lange wird sich die Politik nicht mehr Zeit lassen können zu entscheiden, ob sie an dieser Stelle einen Kreisverkehr haben möchte oder nicht. Fest steht, dass der finanzielle Aufwand mit mindestens 600.000 Euro enorm wäre. © Anja Hanneforth

Werther. Am Wunsch gibt es keinen Zweifel: Kaum jemand in Werther, der einen Kreisverkehr an der gefährlichen Kreuzung in Höhe des Busbahnhofs nicht befürworten würde. Doch obwohl hier schon eine Reihe von Unfällen passiert sind, sieht Straßen.NRW – zuständiger Straßenbaulastträger der Landesstraße – keine Veranlassung zum Bau: zu wenig Verkehr, das Argument der Behörde. Weshalb die Stadt einen Kreisel selbst finanzieren müsste. 600.000 Euro stehen dazu im Finanzplan für 2023 – provisorisch, wie Bauamtsleiter Jens Kreiensiek sagt. Viel Geld für eine finanzschwache Kommune. Doch aktuell gäbe es einen Anlass, die Sache konkret zu diskutieren. Denn in unmittelbarer Nähe stehen zwei größere Baumaßnahmen an.

Längst hätte Werther an dieser Stelle einen Kreisverkehr – wenn er nicht so teuer wäre. Zig Gespräche mit den Bielefelder Straßenbauern führten bislang ins Leere. Und hätten selbst dann keinen Erfolg, sollte das Baugebiet Blotenberg realisiert werden. Entsprechende Berechnungen, wie viele Autos in dem Fall zusätzlich die Kreuzung befahren würden, gibt es bereits. Es seien aber immer noch zu wenig, so die Aussage aus Bielefeld.

Links zum Thema


Bleibt Werther also nur, selbst aktiv zu werden. „Und wir brauchen allmählich eine Entscheidung", fordert Bauamtsleiter Jens Kreiensiek. Auch darum, weil aktuell zwei Baumaßnahmen in Planung sind, die sich gut zusammen mit einem Kreisverkehr realisieren ließen. Dann müsste das Bauunternehmen nur einmal anrücken.

Man muss zunächst ein Planungsbüro finden

Denn entlang der Alten Bielefelder Straße, zwischen Kreuzung und Gemeindehaus, muss der Mischwasserkanal erneuert werden. Und zwar dringend, wie Jens Kreiensiek jetzt den Mitgliedern des Betriebsausschusses erläuterte. Die Rohre seien inzwischen so alt und marode, dass sich nicht einmal mehr das Auskleiden mit einem Inliner lohnen würde.

Die zweite Maßnahme in dem Bereich ist der Bau einer neuen Entwässerungsanlage für die Bielefelder Straße. Sie ist nötig, um die Schmutzstoffe, die bei Regenwetter von der Fahrbahn gespült werden, aufzufangen, so dass sie nicht ins Grundwasser oder den Schwarzbach gelangen. Diese Anlage könnte im Böschungsbereich des ZOB in die Erde gegraben werden – direkt neben den möglichen Kreisverkehr.

Naheliegend also, die verschiedenen Maßnahmen miteinander zu verbinden. Zumal dies nicht nur Aufwand, sondern auch Kosten sparen würde.

So ein Großprojekt braucht Zeit

Allerdings dürfte die Entscheidung nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Um ein solches Großprojekt zu planen, brauchen wir einen erheblichen Vorlauf", kündigt Kreiensiek auf Anfrage an. Allein könne die Verwaltung dies ohnehin nicht leisten, müsste also zunächst ein Planungsbüro finden. Dann die schwierige Entscheidung, wie groß der Kreisverkehr werden soll, wie sich der Radverkehr einbinden lässt, wie die Ausfahrt der Araltankstelle aussehen soll.

Und schließlich die Frage nach den Abläufen. Ließe sich der Busverkehr während der Bauarbeiten über den ZOB abwickeln? Wenn nicht, wo würden sonst die Busse halten? Wie die Kunden den Edeka-Markt erreichen? Und wie ließen sich die verschiedenen Baumaßnahmen logistisch so abwickeln, dass die Bauzeiten so kurz wie möglich und die Einschränkungen so gering wie möglich sind? „Sämtliche Versorgungsleitungen führen unter oder an der Kreuzung entlang – Wasser, Abwasser, Gas, Strom, Telefon. Sie umzulegen, dürfte an sich schon länger dauern", so Kreiensiek.

In einem der nächsten Ausschüsse wird die Verwaltung das Thema erneut für die Politik aufrufen. Dann allerdings im Planungs- und nicht im Betriebsausschuss, der nur für Kanalisation und Entwässerung zuständig ist – was die Sache zusätzlich nicht leichter macht.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.