WertherBeim Lüften gehen die Wertheraner Gymnasiasten in Deckung

Das Evangelische Gymnasium tauscht zum Abschluss der groß angelegten Altbausanierung alle 81 Fenster aus.Doch an anderer Stelle geht es weiter.

Anja Hanneforth

Vorher, nachher: EGW-Geschäftsführer Marcus Wöhrmann an einem der alten Fenster. Soll es geöffnet werden, müssen zwei Schüler die Köpfe einziehen. Die neuen Fenster hingegen (vorn) klappen in der Mitte auf und stören daher gar nicht. Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth, HK
Vorher, nachher: EGW-Geschäftsführer Marcus Wöhrmann an einem der alten Fenster. Soll es geöffnet werden, müssen zwei Schüler die Köpfe einziehen. Die neuen Fenster hingegen (vorn) klappen in der Mitte auf und stören daher gar nicht. Foto: Anja Hanneforth © Anja Hanneforth, HK

Werther. Einmal ducken, bitte: Wer sein Klassenzimmer im Altbau des Gymnasiums hat und noch dazu am Fenster sitzt, hatte bisher Pech. Jedes Mal, wenn gelüftet wurde, hieß es: abtauchen, damit die großen Fensterflügel geöffnet werden konnten. Ziemlich unpraktisch, zumal die Schüler danach den Unterricht hinter einer Glasscheibe verfolgen mussten.

Diese Zustände haben nach den Osterferien ein Ende: Nachdem bereits 2019 im Obergeschoss des Altbaus die Fenster ausgetauscht worden waren, haben jetzt auch die alten Holzexemplare im Erdgeschoss ausgedient. Noch in dieser Woche wollen die Handwerker mit den Arbeiten fertig werden.

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Neue Fenster sind zweigeteilt

„Es geht gut voran", zeigt Marcus Wöhrmann, Geschäftsführer des Trägervereins, ein Foto vom Montagmorgen. Da waren die neuen Fenster gerade abgeladen worden und stapelten sich in langer Reihe vor dem Haupteingang. Am Mittag waren es schon deutlich weniger. Eines nach dem anderen verschwand im Altbau und wurde von den Fachleuten eingebaut. Optisch wie die Vorgänger mit einem weißen Sprossenkreuz versehen, jedoch in der Mitte geteilt, so dass die Flügel kaum halb so groß sind wie die alten und sich entsprechend öffnen lassen, ohne dass die Schüler in Deckung gehen müssen.

Dass aus Holzrahmen Kunststoffrahmen wurden, hat einen einfachen Grund. „Auf der Wetterseite mussten wir das Holz regelmäßig streichen lassen. Fenster aus Kunststoff sind deutlich wartungsärmer und entsprechend preisgünstiger."

Duschen, Umkleiden, Toiletten – alles wird neu gemacht

Preisgünstig ist der Austausch der zusammen 81 Fenster des Altbaus allerdings nicht. Rund 70.000 Euro nimmt die Schule dafür in die Hand – nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten, die die Sanierung des ältesten Gebäudeteils der Schule kostet. „Aber wenn man nicht rechtzeitig damit beginnt, kommt es schnell zum Sanierungsstau – und dann wird es richtig teuer", weiß Marcus Wöhrmann.

16 Unterrichtsräume habe man seit 2018 auf den neuesten Stand gebracht, habe Akustikdecken eingezogen, LED-Lampen installiert, die Waschbecken erneuert, die Wandverblendungen ausgetauscht, die Wände gestrichen und neue Bodenbeläge verlegt. 155.000 Euro habe der Trägerverein dafür investiert, Fördergelder dafür keine erhalten. „Leider wächst auch für uns das Geld nicht auf Bäumen. Doch die Entscheidung des Schulvorstands war eindeutig: Der Träger muss als Eigentümer der Schule für deren Instandhaltung Sorge tragen", so Wöhrmann.

Arbeiten an der Grünstraße gehen weiter

Mit dem Austausch der Fenster ist zwar die Sanierung des Altbaus abgeschlossen – an der Grünstraße geht es dennoch weiter. Im nächsten Schritt sollen die sanitären Anlagen der Sporthalle erneuert werden. „Wird höchste Zeit", bilanziert Marcus Wöhrmann. Die Halle stamme aus den 1960er Jahren, seitdem habe sich auch an den dazugehörigen Räumen nicht viel getan. Duschen, Umkleiden, Toiletten, alles werde neu gemacht.

Aktuell wartet die Schule auf die Förderzusage der Bezirksregierung. „Wir hoffen sehr, dass es klappt", so Wöhrmann. Sollte sie in Kürze eintreffen und auch die Handwerksbetriebe zur Verfügung stehen, könnte die Maßnahme bereits in den Sommerferien starten. „Auf jeden Fall brauchen wir mindestens sechs Wochen, wenn nicht länger", so Wöhrmann. Der komplette Boden müsse rausgerissen, der Estrich neu gegossen und die gesamten Räume neu verfliest werden. „Aktuell wäre das wegen der Corona-Krise nicht einmal schlimm, da ja kein Schulsport stattfindet. Ansonsten müssen wir eben ein Jahr warten."

In einer anderen Maßnahme übt sich Wöhrmann hingegen in Geduld: bei der Umrüstung der Turnhallen-Beleuchtung auf LED-Technik. „Das dauert wohl noch ein bisschen. Ein Schritt nach dem anderen."

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