WertherZoff um verschmutzte Bäche: Bürgermeister wird lauter nach Vertrauensbruch

Der Bürgermeister wurde am Ende des Klimaausschusses lauter. Anlass war eine Anfrage von Wolfgang Böhm von „Werther – Das geht anders!“.

Jonas Damme

Symbolbild - © Anke Schneider
Symbolbild © Anke Schneider

Werther. Einmal mehr referierte Wolfgang Böhm am Montagabend eines der Lieblingsthemen seiner Gruppe „Werther – das geht anders", kurz WDGA. Die hatte bei der Verwaltung angefragt, warum ein bereits 2016 beauftragtes Gutachten zur Wasserqualität von Werthers Oberflächengewässern nicht endlich veröffentlicht werde (wir berichteten). Ausführlich las der Ratsherr die zweiseitige schriftliche Anfrage vor, die mehrere Kritikpunkte an die Verwaltung beinhaltet.

Im Januar 2016 hatte die Verwaltung demnach einen Diplom-Biologen beauftragt, den „ökologischen Zustand der EU-berichtspflichtigen Gewässer" zu ermitteln. 23.500 Euro waren eingeplant worden. Im Juni des selben Jahres hatte es einen weiteren Sachstandsbericht gegeben. 2017 folgten weitere Informationen, die bereits darauf hinwiesen, dass es Probleme gibt. Mehrfach war in der Folgezeit ein endgültiger Bericht eingefordert worden.

Am Montagabend wollte Wolfgang Böhm nun endgültig wissen, warum die Untersuchungsergebnisse nicht vorgestellt werden, seit wann das Gutachten vorliege, ob die Kosten eingehalten wurden und einiges mehr. Fragen, die aus Sicht des Bürgermeisters rein rhetorischer Natur waren. Offenbar hatte es nämlich bereits einen Austausch zwischen Verwaltung und WDGA gegeben.

„Wie wollen wir in den Gremien der Stadt künftig miteinander umgehen?"

„Wir hatten eine Absprache dazu getroffen, schon vor dem Pressetermin", griff Veith Lemmen Wolfgang Böhm direkt an. „Ihnen war bekannt, dass das Gutachten nicht komplett vorliegt." Trotzdem habe die Oppositionsgruppe die Zeitungen zum Gespräch eingeladen. „Da wäre es zumindest gut gewesen, wenn sie die Informationen, die sie hatten, auch der Presse vorgestellt hätten", so Lemmen.

Aus diesem Vertrauensbruch leitete der Verwaltungschef die Frage her: „Wie wollen wir in den Gremien der Stadt künftig miteinander umgehen?" Er zumindest habe vor, sich weiter an Absprachen zu halten. Auch inhaltlich konterte der Bürgermeister die implizierte Kritik, sich nicht um den Gewässerschutz zu kümmern: „Selbstverständlich tut die Stadt etwas für den Wasserschutz. Wer die Zahlen der vergangenen Jahre anschaut, der sieht das auch." Eine Erwiderung von Wolfgang Böhm blieb aus.

In einer der nächsten Sitzungen sollen die existierenden Teile des Gutachtens vorgestellt werden. Über Details von Vertragsangelegenheiten wird aber grundsätzlich nicht-öffentlich berichtet.

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