Werther„Fataler Schritt zurück“: Grüne kritisieren Bebauungsplan Süthfeld II

Süthfeld II: Grüne fordern eine grundsätzliche Debatte über künftige Wohnbauflächen

Anja Hanneforth

Die Grünen sehen eine Bebauung des Süthfelds II kritisch. Sie fordern, zunächst Alternativen zu prüfen. - © Anja Hanneforth, HK
Die Grünen sehen eine Bebauung des Süthfelds II kritisch. Sie fordern, zunächst Alternativen zu prüfen. © Anja Hanneforth, HK

Werther. Am nächsten Dienstag könnte im Bauausschuss der Grundsatzbeschluss zu einem Bebauungsplan für das Süthfeld II fallen. Zumindest hat die UWG einen entsprechenden Antrag dazu gestellt. Und sie steht mit diesem Wunsch bekanntlich nicht alleine da. Eine Partei, die gesichert dagegen stimmen wird, sind die Grünen. Nicht nur, weil sie eine weitere Flächenversiegelung in Werther kritisch sehen. Sondern weil sie vermissen, dass vor allen Planungen zunächst grundsätzlich ausgelotet wird, wo in welcher Form abseits der grünen Wiese Wohnungsbau entstehen könnte.

„Auch wir möchten mehr und vor allem bezahlbaren Wohnraum in Werther schaffen", schickt Heinz-Peter Kuhlmann voraus. Aber das müsse flächenschonend geschehen. Als Stichworte nennt er Innenstadtverdichtung, Bauen in zweiter Reihe, Umnutzung von Industriebrachen wie dem Weco-Gelände.

Früher, sagen die Grünen, sei man mehrheitlich immer nach der Gleichung vorgegangen: Mehr bauen gleich mehr Einwohner gleich mehr Steuern gleich mehr kommunale Bedeutung. „Das gilt im Zeitalter von Klimawandel und exzessivem Ressourcenverbrauch nicht mehr." Ein Wettlauf, welcher Ort am schnellsten die größten Baugebiete ausweist, wäre schlimm. „Und dass manche Gemeinden in unserer Region leider diesen Weg gehen, sollte kein Argument sein, es ihnen nachzutun."

"Verkehrsprobleme sind nicht wegzudiskutieren"

Werther, spricht Kuhlmann im Namen des Ortsvereins, sei flächenmäßig die kleinste Kommune im Kreis Gütersloh und habe keine Naturräume zu verschenken. „Warum", fragt er, „sollten wir nicht Vorreiter für eine andere zukunftsorientierte Planungspolitik sein? Wenn wir lediglich diskutieren, welches Gebiet als nächstes zur Bebauung freigegeben wird, wäre das ein fataler Schritt zurück."

Das unterstreicht Grünen-Sprecher Thomas Heidemann: „Wir sollten erst einmal eine Bestandsaufnahme machen und sehen, ob und wo es Alternativen gibt." Die Zeit dazu wäre vorhanden, denn durch die weit vorangeschrittenen oder schon abgeschlossenen Planungen am Blotenberg oder auf dem Fitness-Factory-Gelände sei der größte Druck genommen.

Argumente gegen eine Süthfeld-II-Bebauung gebe es eine Reihe: Die biologisch bewirtschafteten, hochwertigen Ackerflächen ließen sich kaum ersetzen, der Naherholungswert wäre verloren, die Verkehrsprobleme zu Stoßzeiten an neuralgischen Punkten wie Schwarzer Weg und Schloßstraße nicht wegzudiskutieren. Und nicht zuletzt: Trotz Wachstums in die Breite sei die Bevölkerungszahl nahezu gleich geblieben. 1974 wären 157 Hektar von Werther bebaut gewesen bei einer Einwohnerzahl von 10.200, 2014 wären es bereits 260 Hektar gewesen bei 11.600 Einwohnern. „Dieser Flächenverbrauch geht so nicht weiter. Stattdessen müssen wir andere Lösungen finden", so Heidemann.

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