WertherKunst kostet: 435.000 Euro für Werthers Böckstiegel-Museum

Claus Meyer

Um die Werke von Peter August Böckstiegel und anderer Künstler im Museum zeigen zu können, bedarf es öffentlicher Zuschüsse. - © Anja Hanneforth, HK
Um die Werke von Peter August Böckstiegel und anderer Künstler im Museum zeigen zu können, bedarf es öffentlicher Zuschüsse. © Anja Hanneforth, HK

Werther/Gütersloh. Der Vorschlag der Gütersloher Kreisverwaltung sieht vor, den laufenden jährlichen Zuschuss für die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung ab diesem Jahr noch einmal um weitere 60.000 Euro anzuheben. Schon im ursprünglichen Haushaltsplan für 2021 waren 375.000 Euro Kreiszuschuss eingestellt, nachdem dieser 2020 lediglich 225.000 Euro betragen hatte. Stimmt die Politik dem jetzigen Beschlussvorschlag zu, würde die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung also 435.000 Euro aus der Kreiskasse erhalten. Das wäre im Vergleich zum vergangenen Jahr somit annähernd eine Verdopplung.

Mit dem möglicherweise kräftig wachsendem Zuschuss hätten die Stiftung und damit das Museum in der Arrode auf Jahre eine gewisse Planungssicherheit. Denn auch die Haushaltspläne bis 2024 sehen jeweils 435.000 Euro jährliche Unterstützung vor. „Das Ziel ist ein langfristiger Zuschuss", begrüßt Stiftungsgeschäftsführeirin Vera Keßeler den Wirtschaftsplan. Ab 2022 befürwortet sie zudem, den Kreiszuschuss zu dynamisieren, etwa im Hinblick auf Tarif- und Kostenentwicklungen. Eine Erhöhung des Eintrittsgeldes sei derzeit aber nicht vorgesehen, sagt Keßeler.

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Darum ist das Böckstiegel-Museum nicht nur im Inneren sehenswert

Auch die Wegeverbindung zwischen Parkplatz und Museum wird gefördert

Zweckgebunden sollen in diesem Jahr einmalig weitere 20.000 Euro dazukommen: Damit möchte der Kreis Gütersloh die Wegeverbindung vom Parkplatz bis zum Museumseingang mitfinanzieren (das Haller Kreisblatt berichtete). Die Kosten teilen sich der Kreis und die Stadt Werther jeweils zur Hälfte.

Seit Ende August 2018 hat das Museum Peter August Böckstiegel offen, und die Stiftung als Trägerin des Kulturbetriebs hat in den ersten knapp zweieinhalb Jahren die Defizite des Museums aus der eigenen Rücklage ausgeglichen. Die betrug mal 385.000 Euro, ist mittlerweile aber auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschrumpft, wie Vera Keßeler bestätigt. Das erwartete Defizit für 2021 könnte damit also nicht mehr gedeckt werden. Die Stiftung aber benötigt die Rücklage, um auf mögliche künftige Schwankungen reagieren zu können.

Unwägbarkeiten bleiben

Für die Finanzierung des Museums bestehen einige Unwägbarkeiten. Das Stiftungskapital etwa bringt keinen Ertrag, da die Zinsen seit Jahren im Keller sind und Stiftungsgelder nicht riskant angelegt werden dürfen. Als Kostentreiber bezeichnet Keßeler auch die „strukturellen Themen im Museumsbetrieb", so die Formulierung in der Beschlussvorlage. Darunter fallen Betriebskosten wie etwa die Unterhaltung des Museums und des angeschlossenen Cafés. Zudem sind einige größere Ausgaben, die unplanmäßig anfallen können, nicht in der Kalkulation enthalten. „Wenn etwa beim Künstlerhaus mal größere Kosten auflaufen sollten, sind sie nicht Bestandteil des regulären Wirtschaftsplanes", erklärt Vera Keßeler. Das Künstlerhaus diente dem Wertheraner Expressionisten einst als Wohn- und Arbeitsstätte. Es liegt unmittelbar neben dem Museum.

Ein Blick in den Kostenplan für das abgelaufene Jahr 2020 verrät, wie die Corona-Pandemie sich bei Aufwendungen wie bei Erträgen niederschlägt. Die Personalkosten zum Beispiel dürften um rund 42.000 Euro geringer ausfallen als zunächst angenommen. Bei Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit spart die Stiftung 2020 gut 30.000 Euro.

Corona spielt auch 2021 eine Rolle

Die Erträge schrumpfen pandemiebedingt allerdings genauso. An Eintrittsgeldern, Führungen und Workshops gehen 2020 75.000 Euro verloren. Der Museumsshop lag ursprünglich mit 35.000 Euro im Plan, jetzt sind es 15.000 Euro. Für Vera Keßeler steht schon jetzt fest, dass auch 2021 kalkulatorisch zumindest ein halbes Corona-Jahr mit erneut geringeren Einnahmen wird. Kosten entstünden dagegen zum Beispiel bei der IT-Ausstattung der Mitarbeiter*innen sowie für eine Obstwiese im Umfeld des Museums, die als Ausgleichsfläche für den Museumsbau dienen soll.

Die Kreispolitik befasst sich drei Mal mit der Vorlage. Am Donnerstag, 28. Januar, tagt der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. Am 1. Februar geht das Thema durch den Kreisausschuss und am 1. März abschließend in den Kreistag.

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