Schmiererei verursacht hohen Schaden: Bauherr setzt eine Belohnung aus

Ekkehard Hufendiek

Der Projektleiter Dirk Eggert (links) und der Geschäftsführer Gerrit Imkemeyer von der Firma Bauidee Werther beklagen einen hohen Schaden durch Graffiti. - © Ekkehard Hufendiek
Der Projektleiter Dirk Eggert (links) und der Geschäftsführer Gerrit Imkemeyer von der Firma Bauidee Werther beklagen einen hohen Schaden durch Graffiti. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. 1.000 Euro hat Gerrit Imkemeyer für Informationen ausgelobt, die zur Ergreifung des Sprayers oder der Sprayerin oder mehrerer Täter*innen führen. Am vergangenen Sonntag hat der Bauunternehmer wegen mehrerer Farbschmierereien an seinem Gebäude an der Kök Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei in Halle hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ein Nachbar des Neubaus, der direkt gegenüber wohnt, hat die Graffiti am Sonntagmorgen entdeckt. Dabei ist ihm ein wilder, teilweise unverständlicher Text in roter, blauer und schwarzer Farbe aufgefallen, der offenbar wenige Stunden zuvor in Großbuchstaben auf die weiße Wand des Neubaus aufgesprüht worden war. Hammer und Sichel als Zeichen, sowie das Kürzel „FCK“ sind erkennbar. An anderer Stelle ist das Wort „Revolution“ zu entziffern. Der Täter oder die Täterin hat folglich den Schutz der Dunkelheit in der Nacht von Samstag auf Sonntag für sich genutzt, um möglichst unerkannt den Bauzaun öffnen und Farbe versprühen zu können.

"Geistig Umnachtete"

Den entstandenen Schaden beziffert Gerrit Imkemeyer auf 2.000 bis 5.000 Euro. „Es ist das erste Mal, dass wir es mit solch geistig Umnachteten zu tun haben“, sagt er, der als Geschäftsführer des Unternehmens Bauidee Werther den Neubau verantwortet. Nur auf der Vorderseite des Gebäudes, die von der Kök leicht zu sehen ist, ist das Haus besprüht worden. „Denen geht es nur ums Gesehenwerden“, erklärt Imkemeyer.

Im März soll der Bau fertig sein. Durch die Sachbeschädigung von drei der sechs Wohneinheiten droht nun eine Verzögerung. Der Projektleiter Dirk Eggert von der Bauidee Werther ist daher ebenso verärgert wie sein Chef: „Das ist eine Respektlosigkeit vor den Handwerkern, die sich die Mühe gegeben haben“, sagt er und fügt mit einem abfälligen Nicken in Richtung der Schmierereien hinzu: „Und dann ferkeln die da einmal so drüber.“

Ein Hochdruckreiniger nutzt nichts

Erst im vergangenen November waren die Fassadenarbeiten abgeschlossen und der letzte Anstrich mit weißer Farbe beendet worden. Jetzt muss erneut der Maler anrücken. Denn mit einem Hochdruckreiniger lasse sich die Schmiererei nicht schadlos entfernen, erläutert Gerrit Imkemeyer. Der Putz werde leiden. Mehrmaliges Überstreichen sei die einzige Maßnahme, die in Frage komme.

Im schlimmsten Fall müsse die Wand sogar wieder eingerüstet werden, weil sich ein lokal aufgetragener Farbton vom vorhandenen Anstrich eventuell unterscheide. Wegen der winterlichen Temperaturen kann der Maler derzeit jedoch nicht tätig werden. Es müsse mindestens eine Lufttemperatur von fünf Grad Celsius herrschen, bevor ein Überstreichen der Graffiti möglich sei – und zwar für 24 Stunden am Tag.

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