WertherFiletstück in Werther: Was passiert mit dem Grundstück im Schwarzbachtal?

Anke Schneider

Das Grundstück am Schwarzbachtal - © Anke Schneider, HK
Das Grundstück am Schwarzbachtal © Anke Schneider, HK

Werther. Ein Grundstück im Schwarzbachtal beschäftigt die Politik in Werther schon eine ganze Weile (das HK berichtete). Es liegt schräg gegenüber dem Haus Werther zwischen Parkplatz und Beginn des Fußwegs zur Grundschule Mühlenstraße. Der Bebauungsplan soll geändert werden, so dass das Grundstück nicht mehr bebaut werden kann. Dem entgegenstehen offenbar die Interessen der Eigentümerin, die hier ein Einfamilienhaus errichten will. Die Änderung wurde im Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung trotzdem beschlossen, was einigen Ärger nach sich ziehen könnte. Darum soll die Verwaltung nun noch einmal mit der Eigentümerin sprechen und ihr ein Kaufangebot unterbreiten.

Baurecht seit 43 Jahren

1977 wurde für das Areal im Schwarzbachtal ein Bebauungsplan aufgestellt. Es liegt direkt im Grünzug des Schwarzbachs, umgeben von altem Baumbestand, und wäre tatsächlich ein Filetstück im Pool der möglichen Baugrundstücke in Werther. Seit 43 Jahren besteht für das Grundstück Baurecht, in Anspruch genommen wurde es bisher aber nicht.

Das Grundstück am Schwarzbachtal - © Anke Schneider, HK
Das Grundstück am Schwarzbachtal (© Anke Schneider, HK)

Nachdem allerdings die Mitglieder des Planungsausschusses im September vorigen Jahres beschlossen hatten, die Fläche von Bauland in Grünland umzuwidmen, ging im Februar eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Wohnhauses im Rathaus ein. Ein Bielefelder Architekturbüro hat bereits Pläne für ein mögliches Einfamilienhaus gezeichnet. Nun war Eile geboten und Handeln seitens der Politik erforderlich.

Das Grundstück am Schwarzbachtal - © Anke Schneider, HK
Das Grundstück am Schwarzbachtal (© Anke Schneider, HK)

Einwendung vom Anwalt

Die Mitglieder des Ausschusses sprachen sich im März dafür aus, dass die Fläche Teil des Grünzugs bleiben soll. Um Zeit zu gewinnen, wurde beim Kreis Gütersloh die Zurückstellung der Entscheidung über das Bauvorhaben beantragt. Denn die Bebauung zu unterbinden, ist nicht ohne Weiteres machbar.

Sarah Huxohl vom Bauamt berichtete dem Ausschuss, dass die Änderung des Bebauungsplanes vom 16. Juni bis zum 17. Juli öffentlich gemacht wurde. In diesem Verfahrensschritt seien keine Stellungnahmen eingegangen. Der Bauausschuss hat den Bebauungsplan-Enrwurf daraufhin am 25. August beschlossen. Vom 14. September bis 16. Oktober wurde er abermals ausgelegt. „Daraufhin ging eine Stellungnahme ein, die abgewogen werden muss", sagte Sarah Huxohl.

Der Anwalt der Eigentümerin stellt in der Einwendung fest, dass das Grundstück seiner Mandantin im Bebauungsplan als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen sei. Nun sei die Festsetzung einer öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Parkanlage" vorgesehen. Mit dieser Änderung des Bebauungsplans sei die Eigentümerin nicht einverstanden. Die Mandantin habe mit ihrer Bauvoranfrageeine eine konkrete Bauabsicht zum Ausdruck gebracht.

„Dann muss eben der Rechtsweg entscheiden"

Der Anwalt sieht das Eigentumsrecht seiner Mandantin unterbewertet. Es sei nicht zu erkennen, warum die Gemeinde der Naherholungsfunktion ein erheblich höheres Gewicht einräumen will als der Aufrechterhaltung des Baurechts. Die Stadt Werther sieht das anders und ordnet die Belange des Grundstückseigentümers den öffentlichen Belangen, also der Erhaltung des Grundstückes als Grünfläche, unter.

Bürgermeister Veith Lemmen sagte, dass es reichlich Versuche gegeben habe, sich mit der Eigentümerin zu einigen. Man habe ein großzügiges Angebot gemacht. „Weitere Zusagen sehe ich nicht", sagt er. Auch Ralf Eckelmann (CDU) sagte, dass weitere Zugeständnisse nicht gemacht werden sollten. „Dann muss eben der Rechtsweg entscheiden" so Eckelmann.

Der Ausschuss stimmte mit elf Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen dafür, die öffentlichen Interessen höher zu bewerten und die Änderung des Bebauungsplans als Satzung zu beschließen. Der Frage, ob man nochmals auf die Eigentümerin zugehen solle, stimmte der Ausschuss mit fünf Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen mehrheitlich zu.

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