WertherSchüler berichten: Wie das Abitur unter Corona-Bedingungen gelingt

Anna Nowak

- © CC0 Pixabay
© CC0 Pixabay

Werther. Ein Sprung zurück ins Frühjahr 2020: Die Coronapandemie erreicht Deutschland, die Schulen schließen. In einem Jahr steht das Abitur für die Wertheraner Schülerinnen Ida Klaas, Felina Gomille und Saskia Lünstroth an. Aber das WLAN funktioniert in diesem Frühjahr 2020 nicht gut genug, um richtig am Onlineunterricht teilnehmen zu können.

"Vor allem Fleißarbeit"

Einige Monate später ist die 17-jährige Ida Klaas trotzdem zuversichtlich geblieben und hat sich selbstständig organisiert. „In der Oberstufe ist es in den meisten Fächern vor allem Fleißarbeit", sagt die Schülerin, die den Abschlussjahrgang des Evangelischen Gymnasiums Werther (EGW) besucht. Solange es in der Familie gut laufe, schätzt sie die Auswirkungen des Fernunterrichts auf die Oberstufe nicht sehr problematisch ein.

Ida Klaas - © Anna Nowak
Ida Klaas (© Anna Nowak)

Während im vergangenen Frühjahr lange diskutiert wurde, ob die Prüfungen des Abiturjahrgangs 2020 überhaupt stattfinden können, geht es jetzt darum, ob der Schulstoff zu schaffen ist. Deswegen hat das NRW-Schulministerium Veränderungen vorgenommen. So wurden etwa die Prüfungen um zwei Wochen nach hinten verschoben, und es wird mehr Klausurvorschläge zur Auswahl für Lehrkräfte und Schüler*innen geben.

"Man fragt sich, ob es ohne Corona besser geworden wäre"

Ida Klaas hält dies nicht unbedingt für nötig. „Ich möchte nicht, dass mein Abitur als „Corona-Abi" später anders bewertet wird", meint sie. Ihre Mitschülerin Felina Gomille (17) nimmt jedoch schon die Sorge davor wahr, den Schulstoff nicht zu schaffen – insbesondere, wenn es erneut zu Schulschließungen kommen sollte.

Saskia Lünstroth (18) aus dem Abiturjahrgang der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule geht es ähnlich. Bei der Wiederholung im Unterricht merke sie, dass die Themen aus der Onlinephase nicht so gut hängengeblieben sind wie die Themen aus dem Präsenzunterricht. „Falls es nicht gut laufen wird, fragt man sich bestimmt, ob es ohne Corona besser geworden wäre", sagt sie.

Felina Gomille - © Privat
Felina Gomille (© Privat)

Mottotag statt Mottowoche

Alle drei sind sich einig, dass der Onlineunterricht sehr unterschiedlich umgesetzt worden ist. Insbesondere die Lehrkräfte aus den Leistungskursen seien sehr bemüht gewesen. In manchen anderen Fächern seien dagegen lediglich Listen mit Aufgaben verteilt worden. Unter welchen Hygienemaßnahmen die großen Prüfungen dann tatsächlich ablaufen werden, ist bisher unklar. Die drei Wertheraner Schülerinnen zumindest wünschen sich genügend Abstand zwischen den Tischen, um die Maske während der Prüfungen abnehmen zu können.

Trotz der Unsicherheiten haben sowohl das EGW als auch die PAB-Gesamtschule den Abiball noch nicht aufgegeben. Am Gymnasium gab es bereits einen Mottotag für den Fall, dass die Tradition der Mottowoche im Frühjahr nicht stattfinden kann. Der Jahrgang kam unter dem Motto „Noch 100 Tage verschlafen" im Schlafanzug zur Schule. Spätestens danach war klar: Der Countdown zum Abitur hat begonnen.

Saskia Lünstroth - © Anna Nowak
Saskia Lünstroth (© Anna Nowak)
Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.