Bis zu 2.000 Euro: Werthers Ordnungsamt verhängt knapp 30 Corona-Strafen

Heiko Kaiser

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Werther. Jürgen Pilgrim ist an diesem Morgen in Zeitdruck. „Ich muss die Quarantäne-Verfügungen rausschicken", sagt der Leiter des Wertheraner Ordnungsamtes. Vier Fälle hat er vom Gesundheitsamt übermittelt bekommen. Nun muss er die Betroffenen, die irgendwo mit einem Infizierten in Kontakt gekommen sind, schriftlich darüber informieren, dass sie sich in Quarantäne begeben müssen.

Es ist eine anstrengende Zeit für Pilgrim und seine Mitarbeiter. Hier, wo man für gewöhnlich auf feste Vorschriften und Anordnungen bauen kann, ändern sich die Rahmenbedingungen nun ständig. „Fast alle 14 Tage bekommen wir eine neue Corona-Verordnung und müssen uns darin einarbeiten, müssen schauen, was sich konkret geändert hat", sagt er. Das ist kein Spaziergang durch irgendein kurzes Formular. Denn einschließlich der Hygieneanlagen sind diese Verordnungen etwa 40 Seiten lang.

In der Anfangszeit der Pandemie habe man die Einhaltung der Coronaregeln intensiv überprüft, sagt Pilgrim und fügt hinzu: „Doch je mehr sie gelockert wurden, desto weniger mussten wir kontrollieren." So seien zu Beginn auch am Wochenende zwei Kontrolleure unterwegs gewesen.

Knapp 30 Bußgelder hat die Stadt bisher verhängt. Das Höchste davon in Höhe von 2.000 Euro gegen einen Ladenbesitzer, der zu Zeiten des Lockdowns das Öffnungsverbot ignoriert hatte. Einem weiteren Betrieb wurden 1.000 Euro wegen Verstoß gegen die Hygieneregeln auferlegt. Der Rest der Bußgelder, meistens in Höhe von 200 oder 250 Euro, bezog sich auf Verstöße gegen die Regeln der Kontakt- und Abstandsbedingungen.

Oft wurde zunächst eine Ermahnung ausgesprochen

Auch wenn man angehalten sei, die Regelverstöße konsequent zu ahnden, habe man in den meisten Fällen zunächst eine Ermahnung ausgesprochen, erklärt Jürgen Pilgrim. Wenn beispielsweise verbotener Weise in einem Restaurant Salzstreuer auf dem Tisch standen, Jugendliche versehentlich zu viert ein Geschäft betreten hatten, wo nur zwei Personen erlaubt waren, gab es zumeist nur Hinweise auf den Verstoß. „Doch wer nachts trotz Verbots sich mit mehreren Personen zum Grillen trifft, der kann nicht mit Nachsicht rechnen", so Pilgrim und fügt hinzu: „Außerdem hängt es auch davon ab, wie einsichtig die Angesprochenen sind."

In den meisten Fällen gab es keine Probleme. Insgesamt sei man aufgrund des Goodwill der Wertheraner bislang sehr gut durch diese Krise gekommen, findet der Ordnungsamtsleiter und führt zum Beweis die niedrigen Infektionszahlen in der Böckstiegelstadt ins Feld.

Dann muss er sich wieder den Quarantänebescheiden widmen. Außerdem ist am gestrigen Morgen erneut eine neue Corona-Verordnung des Landes auf seinem Schreibtisch gelandet. „Die darin enthaltenen Änderungen habe ich auch noch nicht drin", sagt Pilgrim.

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