Illegales Rocker-Rennen endet im Totelschaden für drei Autos

Nils Middelhauve

Der 33-jährige Mann aus Werther stand jetzt vor dem Bielefelder Amtsgericht. - © Anke Schneider
Der 33-jährige Mann aus Werther stand jetzt vor dem Bielefelder Amtsgericht. (© Anke Schneider)

Werther/Bielefeld. Gescheppert hatte es ordentlich: Als sich im November des vergangenen Jahres zwei PS-starke Autos auf der Eckendorfer Straße in Bielefeld ein Rennen lieferten, endete dieses mit einem schweren Unfall. Das Bielefelder Amtsgericht verurteilte nun einen der Beteiligten, den 33 Jahre alten Ibrahim T. (Name geändert) aus Werther, wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und Teilnahme an einem illegalen Rennen zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten.

Über mindestens zwei rote Ampeln

Am 1. November 2019 rasten ein Golf GTI und ein Mercedes SUV mit stark überhöhter Geschwindigkeit stadtauswärts über die Eckendorfer Straße. Dabei überfuhren sie mindestens zwei rote Ampeln. Das illegale Rennen fand um 10.25 Uhr schließlich ein abruptes Ende, als der Mercedes an der Kreuzung Eckendorfer Straße/Schelpmilser Weg in die Beifahrerseite eines Kleinwagens des Deutschen Roten Kreuzes krachte.

Der SUV wurde durch den Aufprall gegen den Golf GTI geschleudert, dieser kam wiederum rechts von der Straße ab. Der Fahrer des Golfs sowie der Mercedes-Fahrer und dessen Beifahrer erlitten bei dem Crash erhebliche Verletzungen. Glück im Unglück hatte der an dem Unfall unschuldige 37-jährige Fahrer des DRK-Kleinwagens: Er erlitt bei dem Zusammenstoß lediglich eine leichte Blessur an der Hüfte. An allen drei Autos entstand Totalschaden.

Ein weiterer, mutmaßlicher Fahrer ist seit längerem auf der Flucht

Bei den Insassen der beiden an dem Rennen beteiligten Autos handelte es sich um Angehörige der Hells Angels beziehungsweise um Männer aus dem Umfeld der Rocker-Vereinigung. Sie waren seinerzeit unterwegs in Richtung A2, um nach Niedersachsen zur Beerdigung eines Hells Angels-Mitglieds zu fahren.

Eigentlich hätte der mutmaßliche Fahrer des Mercedes-SUV ebenfalls auf der Anklagebank des Amtsgerichts sitzen sollen. Allerdings befindet er sich seit längerer Zeit auf der Flucht. Der Mann wird per Haftbefehl gesucht und soll sich im Ausland aufhalten. Zuletzt war er vom Landgericht Koblenz zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

150 Stunden gemeinnützige Arbeit zusätzlich

Zum Prozessauftakt im August (das HK berichtete) hatte Verteidiger Bahattin Koyun namens seines Mandanten Ibrahim T. erklärt, dass dieser seinerzeit nicht am Steuer des Golfs gesessen habe. Dies sah das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Astrid Salewski letztlich jedoch als widerlegt an – zumal sich T. am 1. November 2019 an der Unfallstelle der Polizei gegenüber noch als Fahrer des GTI ausgegeben hatte. Das Amtsgericht erlegte dem Wertheraner auch 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit auf.

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