Schwerer Unfall nach illegalem Rennen: SUV brettert in DRK-Auto

Der Angeklagte aus Werther bestreitet vor dem Bielefelder Amtsgericht, am Steuer gesessen zu haben.

Nils Middelhauve

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Bielefeld/Werther. Im November war es auf der Eckendorfer Straße in Bielefeld zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Verursacher waren zwei Männer, die sich mutmaßlich ein illegales Rennen geliefert hatten. Einer von ihnen soll der 33-jährige Ibrahim T. (Name geändert) aus Werther gewesen sein.

Dieser muss sich nun wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie der fahrlässigen Körperverletzung vor dem Bielefelder Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von folgendem Geschehen aus: Am Vormittag des 1. Novembers 2019 waren ein Mercedes-SUV sowie ein Golf GTI teils hintereinander, teils nebeneinander fahrend, mit stark überhöhter Geschwindigkeit die Eckendorfer Straße stadtauswärts entlanggerast. Dabei missachteten sie mindestens zwei rote Ampeln. Schließlich bretterte der SUV auf einer Kreuzung in die Beifahrerseite eines Kleinwagens des Deutschen Roten Kreuzes. Dabei wurde der SUV gegen den Golf geschleudert, der dadurch rechts von der Straße abkam. Der DRK-Pfleger erlitt eine leichte Blessur an der Hüfte. An den drei Autos entstand Totalschaden.

Nicht unerhebliche Verletzungen trugen der Fahrer und Beifahrer des Mercedes sowie der angeklagte Ibrahim T. davon. Letzterer soll am Steuer des Golfs gesessen haben. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht ließ der Mann aus Werther seinen Verteidiger Bahattin Koyun jedoch erklären, dass er damals nicht am Steuer gesessen habe.

An der Unfallstelle hatte er sich der Polizei gegenüber jedoch noch als Fahrer des Golfs ausgegeben. Der mutmaßliche Fahrer des Mercedes-SUV wird per Haftbefehl besucht und soll sich im Ausland aufhalten. Beide Männer sollen Verbindungen in die Bielefelder Rocker-Szene haben.

Klare Worte für das Geschehen – unabhängig von der Frage, wer nun wirklich am Steuer gesessen hatte – fand Richterin Astrid Salewski: Als eine Unfallzeugin in ihrer Vernehmung schilderte, dass sie der Polizei seinerzeit ganz sachlich gemeldet habe, dass sich an der Eckendorfer Straße ein Unfall ereignet habe, fragte die Richterin: „Und da haben Sie nicht gesagt, dass da zwei Irre langgerast sind?" Der Prozess wird am 27. August fortgesetzt.

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