Warum die Polizei Plakate einer Verkehrsdemo verboten hat

Die SPD hatte an die Ravensberger Straße eingeladen. Dann musste die Polizei einschreiten.

Birgit Nolte

Die Wertheraner SPD hatte zur Demo für mehr Verkehrssicherheit auf der Ravensberger Straße eingeladen. - © Birgit Nolte
Die Wertheraner SPD hatte zur Demo für mehr Verkehrssicherheit auf der Ravensberger Straße eingeladen. (© Birgit Nolte)

Werther. „Wir wohnen selbst in einer Tempo-30-Zone und die meisten brettern da ganz schön durch!" Für Joachim und Elke Albrecht war es selbstverständlich, dem Aufruf der SPD zu folgen. Die Sozialdemokraten hatten zur Demonstration für mehr Verkehrssicherheit im innerstädtischen Bereich, speziell auf der Ravensberger Straße, eingeladen.

Der Startschuss fiel auf dem Böckstiegel-Platz gegenüber der Volksbank. Rund 50 Teilnehmer versammelten sich hier und zogen von dort aus die Ravensberger Straße entlang bis zur Runden Ecke und zurück.

Maximal 20 Stundenkilometer dürfen auf diesem Abschnitt der Ravensberger Straße gefahren werden. Nach dem Eindruck der Demonstranten halten sich die wenigsten Autofahrer an dieses Limit. „Außerdem nutzen viele die Ravensberger Straße als Abkürzung", hat Elke Albrecht beobachtet. Warum sie diesen Weg wählen, ist ihr schleierhaft: „Über die Engerstraße geht es doch viel schneller." Außerdem würden die Rechts-vor-links-Regeln an der Ravensberger Straße in vielen Fällen nicht beachtet. Besonders für Radfahrer führe das Missachten zu brenzligen Situationen.

„Sie sollte zur Einbahnstraße werden"

Elke und Joachim Albrecht demonstrierten mit. - © Birgit Nolte
Elke und Joachim Albrecht demonstrierten mit. (© Birgit Nolte)

Um die Verkehrssituation auf der Ravensberger Straße zu entzerren, befürwortet das Ehepaar eine ganz bestimmte Lösung: „Sie sollte zur Einbahnstraße werden." Ein Gedanke, der bei den Sozialdemokraten schon bei einem ihrer Workshops im vergangenen Herbst auf offene Ohren stieß.

Einstweilen begnügte sich die SPD damit, deutlicher auf die Tempo-20-Regel aufmerksam zu machen. Die Organisatoren hatten entsprechende Verkehrsschilder gebastelt und sie an Laternenmasten befestigt. Auf Anordnung der Polizei mussten die Schilder, die echten Verkehrsschildern sehr ähnlich sahen, wieder entfernt werden. Nur die Behörden dürfen solche Schilder nämlich im öffentlichen Raum anbringen.

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