Für 1,6 Millionen: Das sind Werthers große Bauprojekte in der Sommerzeit

Die Stadt Werther nutzt den Sommer, um einige wichtige Bauprojekte auf den Weg zu bringen. Dazu gehört auch die Sanierung maroder Straßen. In einem Fall könnte es dabei diesmal kurios werden.

Marc Uthmann

Die Stadt will den Schwarzen Weg sanieren lassen. Problem: 450 Meter gehören ihr gar nicht. - © Marc Uthmann
Die Stadt will den Schwarzen Weg sanieren lassen. Problem: 450 Meter gehören ihr gar nicht. (© Marc Uthmann)

Werther. Geschätzt 1,62 Millionen Euro lässt sich die Stadt ihre vier großen Sommerprojekte kosten. Schon Mitte nächster Woche soll das erste beginnen. Jens Kreiensiek, Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Wertheraner Rathaus, verrät Details und erklärt, warum ihm eine Maßnahme noch Bauchschmerzen bereitet.

Gewerbegebiet Rodderheide

In Werthers jüngstem Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Häger steht nun der Straßenendausbau an. „Alle Grundstücke sind verkauft, alle Gebäude der Unternehmen befinden sich mindestens im Bau", erklärt Jens Kreiensiek. „Darum können wir jetzt die Straße Rodderheide fertigstellen." Zwar liebäugelt die Stadt bereits mit einem zweiten Bauabschnitt, „doch mit dieser Maßnahme wären wir damit im ersten zunächst einmal durch", so der Bauamtsleiter.

Im Gewerbegebiet Rodderheide soll die Straße ab Mitte Juli endausgebaut werden. - © Marc Uthmann
Im Gewerbegebiet Rodderheide soll die Straße ab Mitte Juli endausgebaut werden. (© Marc Uthmann)

Die Straße führt als Rundweg durch das Gewerbegebiet und soll in mehreren Etappen fertiggestellt werden. Das Vorgehen wird fortlaufend mit den Anliegern abgesprochen. Los geht es mit dem Stichweg, der hinter der HEM-Tankstelle links abzweigt, dann wird sich das Unternehmen Dieckmann aus Osnabrück in südlicher Richtung vorarbeiten. Ab Mitte nächster Woche geht es richtig los, bis zum November soll die Straße Rodderheide fertig sein.

Kosten: 500.000 Euro.

Baugebiet Weinhorst

Für das kleine Baugebiet hinter der Gaststätte Weinhorst (zwölf Bauplätze) wird das Unternehmen Bökmann aus Delbrück ab dem 28. Juli die Baustraße asphaltieren. „Wenn die fertig ist, können die Bauherren dort richtig loslegen", sagt Jens Kreiensiek. Baustraße, Kanal, Wasserleitung und Straßenbeleuchtung müssen hergestellt werden – ein größeres Projekt.

Kosten: 800.000 Euro.

Straßensanierungen

Jedes Jahr lässt die Stadt ihre Straßen mit den gravierendsten Mängeln sanieren – sie erhalten eine neue Decke, zudem wird die Bankette ausgebessert. In diesem Sommer sind Blotenberg, Dammstraße, Ramhorst und Schwarzer Weg dran. Das Unternehmen Bekkötter legt voraussichtlich ab dem 10. August los, alle Straßen liegen im Außenbereich. Die wenigen Anlieger werden von der Stadt informiert. In diesem Jahr könnte bei den Routinemaßnahmen allerdings eine kuriose Situation entstehen.

Warum das so ist, erklärt Jens Kreiensiek: „Der Schwarze Weg ist gewissermaßen zweigeteilt. Mitten in dem 1,5 Kilometer langen Abschnitt, den wir sanieren wollen, liegen 450 Meter, die der Stadt Bielefeld gehören." Natürlich habe man sich an die zuständigen Kollegen in der Großstadt gewandt, damit sie die Maßnahme mittragen, sagt der Chef des Bauamtes. „Aber natürlich muss man in Bielefeld jemanden finden, der sich für diese Sanierung weit draußen erwärmt. Wir haben jetzt mal mit der Attraktivität als Radstrecke geworben."

Jens Kreiensiek erläutert die Projekte. Foto: Stadt - © Stadt Werther
Jens Kreiensiek erläutert die Projekte. Foto: Stadt (© Stadt Werther)

Er hoffe, dass es mit einem gemeinsamen Projekt noch klappe – schlimmstenfalls würde auf dem Schwarzen Weg zwischen frisch sanierten Abschnitten aber ein Stück Bielefelder Buckelpiste als schwarzes Loch gähnen. Immerhin: Die Arbeiten starten erst am 10. August und das Unternehmen soll erst auf den anderen Straßen loslegen. So bleibt noch Zeit für Absprachen. Die ganze Maßnahme soll in zwei Wochen abgeschlossen sein.

Kosten: 170.000 Euro.

Wende in Theenhausen

Ab September steht für das Bauamt ein weiterer dicker Brocken auf der Tagesordnung. Dann soll die Buswendeschleife bei Wiete im Ortsteil Theenhausen umgebaut werden. „Der gesamte Bereich wird auf den Kopf gestellt und barrierefrei gemacht", erklärt Jens Kreiensiek.

Es gibt ein neues Wartehäuschen, die Bordsteine werden weggefräst, die Verkehrsinsel wird umgestaltet, die Beleuchtung erneuert. „Das ist schon eine größere Maßnahme", sagt der Fachbereichsleiter und will sich auf eine konkrete Bauzeit deshalb noch nicht festlegen. Durchgeführt wird das Projekt ebenfalls vom Unternehmen Dieckmann aus Osnabrück.

Kosten: 150.000 Euro.

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