Parkfehde an der Kök: Abgestellter Lkw behindert Baufahrzeuge

An einem MAN-Lastkraftwagen auf der Straße Kök hat sich ein Streit entzündet. Das parkende Fahrzeug stört ein Anwohnerehepaar. Der Halter widerspricht.

Ekkehard Hufendiek

Hans-Werner Heymann steht vor dem roten MAN-Lastkraftwagen. Der behindert seit mehreren Tagen die Bauarbeiten des Reihenhausneubaus an der Kök. Der Vorwurf lautet, dass der Nachbar den LKW dort absichtlich abgestellt hat. - © Ekkehard Hufendiek
Hans-Werner Heymann steht vor dem roten MAN-Lastkraftwagen. Der behindert seit mehreren Tagen die Bauarbeiten des Reihenhausneubaus an der Kök. Der Vorwurf lautet, dass der Nachbar den LKW dort absichtlich abgestellt hat. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. „Das ist ein Mann, mit dem man nicht reden kann“, sagt Karin Heymann. Sie und ihr Mann Hans-Werner Heymann werfen ihrem Nachbarn Michael Fels vor, seinen Lkw auf der Straße Kök absichtlich so zu parken, dass die Bauarbeiten des gegenüberliegenden Reihenhauses behindert werden. Seit etwa zehn Tagen störe der rote MAN-Lkw auf der Straße Kök die Bauarbeiten.

„Das ist ein Verkehrshindernis“, sagt Hans-Werner Heymann. Deswegen heftete er kürzlich zwei gleichlautende Nachrichten auf Front- und Heckseite des roten Oldtimers. Darin heißt es: „Sorry Leute! Ich schäme mich ein bisschen, dass mein Besitzer mich hier abgestellt hat. Ich fürchte fast, er liebt es, seine Mitmenschen zu provozieren. Aber was soll ich machen? Ich bin ja nur ein armes, ausgemustertes Feuerwehrauto ...“ Mittlerweile sind die Nachrichten entfernt worden.

Diese Nachricht hat Hans-Werner Heymann am Fahrzeug angebracht. Adressat ist sein Nachbar, der Halter des roten MAN-LKWs. - © Ekkehard Hufendiek
Diese Nachricht hat Hans-Werner Heymann am Fahrzeug angebracht. Adressat ist sein Nachbar, der Halter des roten MAN-LKWs. (© Ekkehard Hufendiek)

Gerrit Imkemeyer, Bauunternehmer, wirft Michael Fels ebenfalls vor, den Lkw nur dort zu parken, weil er die Arbeiten behindern wolle. Bei der Herstellung der Hausanschlüsse seien die Mitarbeiter der ausführenden Firma, „die Hälfte der Arbeitszeit“ damit beschäftigt gewesen, den Lkw von Michael Fels nicht zu beschädigen. Imkemeyer sagt: „Der macht das extra, um alle zu ärgern.“

„Ein Großteil ist den Bauarbeitern selbst anzulasten und nicht mir“

Im Telefongespräch mit dem Haller Kreisblatt widerspricht Michael Fels dem Vorwurf. Er erklärt, dass sein Lkw dort nicht verbotswidrig stehe. Es habe auch noch niemand in dieser Sache mit ihm gesprochen. Weder der Nachbar, noch das Ordnungsamt. Er beklagt seinerseits die „Wildwestmanier“ mit der dort geparkt werde. Seine Ausfahrt und auch die seines Nachbarn seien mehrmals von Baufahrzeugen versperrt worden. Er sei nicht mehr bereit, die Situation zu tolerieren.

„Der Großteil dieser Verkehrssituation ist den Bauarbeitern selbst anzulasten und nicht mir“, sagt Michael Fels. „Ich habe ein Fahrzeug da stehen und die stellen acht oder neun Fahrzeuge da hin.“ Ob er seinen Lkw versetze, darüber diskutiere er nicht. Ein bisschen Freiheit müsse man ihm schon lassen, sagt er und fügt hinzu: „Ich lasse mir von meinem Nachbarn nicht vorschreiben, wo ich meinen MAN zu parken habe“. Die schriftliche Nachricht „des Herrn Heymann“, die zudem noch anonym verfasst worden sei, bezeichnete er als ein „armseliges Verhalten“.

„Wir haben hier viele gefährliche Situationen erlebt“

Karin und Hans-Werner Heymann betonen, dass es ihnen nur darum gehe, das Verkehrshindernis zu beseitigen. „Wir haben hier viele gefährliche Situationen erlebt“, sagt Karin Heymann. Außerdem stehe der Lkw sonst nie da. Dabei deutet sie auf einen freien Platz vor der Doppelgarage ihres Nachbarn. Laut ihrer Aussage sei der rote Lkw sonst dort abgestellt.

Der Parkfehde gingen offenbar einige Streitigkeiten voraus. Ein Streit um Bäume etwa oder einer um den Plan zur Versetzung des Reihenhaus-Baufensters: Der Plan hatte das Ziel, vor jedem Reihenhaus zwei Parkplätze bauen zu können. Der sei zwar laut Gerrit Imkemeyer einstimmig durch den Bauausschuss der Stadt gegangen. Doch Michael Fels legte Widerspruch ein. „Aus Umweltgründen“, sagt Michael Fels. Der Kreis habe dem Widerspruch nach einem Bodengutachten stattgegeben. Laut Michael Fels tat er das, weil er den Verantwortlichen von einem Ölunfall in den 60er Jahren der damals dort ansässigen Tankstelle berichtete.

„Es ist eine schwierige Situation, das gebe ich zu. Sie wird aber auch schwierig gemacht“, sagt Michael Fels. Irgendwann – zum Urlaub – fahre er das Auto weg. „Ich will im Ausland Urlaub machen und nicht an der Kök.“

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