Diese sieben Maßnahmen sollen Werthers Innenstadt besser machen

In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wurden die Weichen für das ISEK-Programm gestellt. Im kommenden Jahr soll es mit der Umsetzung losgehen.

Birgit Nolte

Dunkel und nicht besonders attraktiv ist die Unterführung Meyerfeld. Sie ist eine wichtige Verbindung von Freibad und Gesamtschule auf der einen und ZOB und Innenstadt auf der anderen Seite. - © Birgit Nolte
Dunkel und nicht besonders attraktiv ist die Unterführung Meyerfeld. Sie ist eine wichtige Verbindung von Freibad und Gesamtschule auf der einen und ZOB und Innenstadt auf der anderen Seite. (© Birgit Nolte)

Werther. Gut 120 Seiten ist er lang, der ISEK-Bericht, verfasst vom Büro complan Kommunalberatung aus Potsdam. Mit der Bestandsaufnahme und den damit verbundenen empfohlenen Maßnahmen beschäftigte sich jetzt der eigens gegründete Arbeitskreis Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept. Mit dessen Ergebnis befassten sich in der vergangenen Woche wiederum sowohl der Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Kultur als auch der Stadtrat. Beide Gremien segneten einstimmig die Vorschläge des Arbeitskreises ab.

Sieben Maßnahmen setzten die Arbeitskreismitglieder auf die Prioritätenliste. Im Laufe des kommenden Jahres sollen sie umgesetzt werden.

Alter Markt

Am Alten Markt schränkt laut Expertise vor allem der Verkehr an der Eisdiele (gelbes Gebäude) die Sicherheit ein. - © Birgit Nolte
Am Alten Markt schränkt laut Expertise vor allem der Verkehr an der Eisdiele (gelbes Gebäude) die Sicherheit ein. (© Birgit Nolte)

Im Moderationsverfahren soll die aktuelle Situation auf dem Alten Markt in den Blick genommen werden. Die Experten von complan bewerten den Status quo folgendermaßen: „Die Aufenthaltsqualität und Sicherheit am Alten Markt ist durch den permanenten Verkehr beeinträchtigt. Insbesondere die durchfahrenden Autos vor der Eisdiele schränken die Verkehrssicherheit von Fußgängern und Radfahrern stark ein." Voraussichtliche Kosten für das Moderationsverfahren: 6.000 Euro. Im Zuge dessen soll auch eine Neuordnung der Stellplatzsituation am Alten Markt in den Blick genommen werden. Ziel ist es, die Zahl der Parkplätze und damit das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.

Straßen, Wege und Plätze

In den kommenden Jahren steht die Erneuerung sämtlicher Straßen, Wege und Plätze im Altstadtbereich an. Dazu heißt es in der complan-Präsentation: „Um eine einheitliche Oberflächengestaltung und ganzheitliche Aufwertungsprinzipien umzusetzen, soll vorab ein Gestaltungskonzept erarbeitet werden." Darin enthalten soll ein Anforderungskatalog sein, der Materialien, Fahrbahn, Gehwegbreiten und Möblierung sowie beispielhafte Detaillösungen umfasst. Voraussichtliche Kosten für das Konzept: 50.000 Euro.

Unterführung Meyerfeld

Eine wichtige Wegeverbindung ist die Straße Meyerfeld, die insbesondere von Schülern der nahegelegenen Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule genutzt wird. Außerdem ist sie die Verbindung zwischen Freibad, ZOB und Innenstadt. Aber: „Insbesondere die Zuwegung zum ZOB durch die Unterführung ist unattraktiv und mangelhaft beleuchtet", heißt es im complan-Bericht. Empfohlen wird eine Hammerglas-Scheibe mit LED-Beleuchtung, die für besseres Licht und ein besseres Gefühl beim Benutzen der Unterführung sorgen soll. Voraussichtliche Kosten: 80.000 Euro.

Jugendzentrum

Die Zuwegung zum Funtastic soll „barriereärmer“ werden. - © Birgit Nolte
Die Zuwegung zum Funtastic soll „barriereärmer“ werden. (© Birgit Nolte)

Während einer Themenwerkstatt äußerten die Jugendlichen den Wunsch, den Außenbereich des Jugendzentrums Funtastic durch ein Dach oder Pavillon, Bänke und Beleuchtung zu verschönern. Unter Beteiligung und Mitwirkung der Jugendlichen sollen Ideen umgesetzt werden. Außerdem sollen Rampe und Treppe, über die die Einrichtung vom Edeka-Parkplatz zu erreichen ist, unter anderem durch Markierungen benutzerfreundlicher gestaltet werden. Voraussichtliche Kosten jeweils: 20.000 Euro.

Erneuerung Stadtpark

Den Stadtpark in zentraler Lage bezeichnen die complan-Fachleute als „Scharnier zwischen der Grünfläche rund um das Haus Werther, der Mühlenwiese und dem westlichen Grünzug am Schwarzbach". Die urbane Parkfläche soll ganzheitlich aufgewertet werden. Neue Sitzmöglichkeiten, neue Beleuchtung und Fahrradbügel sollen genauso dafür sorgen wie zusätzliche Bepflanzungen mit ökologisch nachhaltigen, hitzeresistenten und pflegeextensiven Blumenwiesen, Beeten und Sträuchern. Voraussichtliche Kosten: 60.000 Euro.

Der einstimmige Ratsbeschluss vor der Sommerpause war der Startschuss für diese ersten ISEK-Maßnahmen, die voraussichtlich 291.000 Euro kosten werden. Zwischen 50 und 70 Prozent dieser Summe beträgt laut Wertheraner Stadtverwaltung der erwartbare Fördersatz. Bis zum 30. September dieses Jahres soll der Antrag auf Städtebaufördermittel eingereicht sein. Ab 2021 sollen die ISEK-Pläne umgesetzt werden.

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