Die Mischung macht's: Werthers Wasser wird endlich wieder weicher

Die Arbeiten am Hochbehälter an der Egge liegen im Zeitplan. Ende Juli könnten die Wasserströme wieder gemischt werden.

Birgit Nolte

Noch wird am Hochbehälter gearbeitet. Doch schon im Sommer könnte er wieder in Betrieb genommen werden und für gleichmäßige Wasserqualitäten in Werther sorgen.  - © Heiko Kaiser
Noch wird am Hochbehälter gearbeitet. Doch schon im Sommer könnte er wieder in Betrieb genommen werden und für gleichmäßige Wasserqualitäten in Werther sorgen.  (© Heiko Kaiser)

Werther. Im Januar starteten die Arbeiten am Hochbehälter an der Egge. Ende Juli, so die Prognose vom technischen Leiter des Wasserwerks, Volker Kahmann, am Montagabend bei der Betriebsausschusssitzung, könnte der Hochbehälter wieder in Betrieb genommen werden. Das würde auch ein Ende des harten Wassers in Werther bedeuten.

Der Hochbehälter ist Baujahr 1960. Die letzte Sanierung fand in den 1980er Jahren statt. Höchste Zeit also für eine Grunderneuerung des 700 Kubikmeter Wasser fassenden Bauwerks.

„Der Zugang zum Behälter führte bisher über eine Stiege, die ich gerne Hühnerleiter genannt habe", berichtete Kahmann im Haus Werther. Jetzt ist eine neue Eingangstür aus Edelstahl verbaut worden, die von einem Mittelpodest erreichbar ist. Im ehemaligen Einstiegsbereich sind Edelstahlklappen eingesetzt worden, die Sicht aufs Wasser ermöglichen.

Den Putz von der Wand geschlagen und eimerweise rausgetragen

Besonders aufwendig gestaltete sich die Entfernung der alten Beschichtung im Inneren des Hochbehälters. Mit Schlagbohrhämmern wurde die zwei Zentimeter dicke Schicht auf 375 Quadratmeter Wand- und jeweils 150 Quadratmeter Decken- und Bodenflächen abgetragen. Wegen der Enge im Gebäude musste der alte Putz mit Eimern hinausbefördert werden.

Um die Betonschicht freizulegen, wurde anschließend mit Sandstrahlern nachgearbeitet. Die Spezialisten von der Firma W&S Instandsetzung aus der Nähe von Kassel trugen dann den neuen Putz per Hand auf. „Verwendet wurde ein porenfreies, sehr glattes, mineralisches Zementmaterial, das Wasserablagerungen verhindert", so Kahmann. Damit sich an der Decke kein Kondenswasser bildet, wurde hier eine „spitzraue" Struktur verlegt, die verhindern soll, dass Kondenswasser sich überhaupt erst festsetzt. Damit würde einer Verkeimung vorgebeugt.

Jetzt sind noch einige Putzarbeiten zu erledigen. Außerdem sollen Stahlfachleute noch die Treppen- und Verrohrungsarbeiten ausführen. „Was ist mit den Eisenteilen?", fragte Wolfgang Böhm (Grüne) nach. „Alles, was an Eisen zu sehen war, wurde entweder entfernt oder beschichtet, um Oxidation zu vermeiden", klärte Kahmann, technischer Leiter des Wasserwerks, auf.

Weiches und hartes Wasser werden wieder vermischt

Im Hochbehälter wird das weiche Wasser aus dem Brunnen Schanze mit dem vergleichsweise harten Wasser aus den Brunnen Temming und Kök gemischt. Während der Sanierung ist dies aktuell nicht möglich. Was nicht nur zu teilweise hartem Wasser sondern auch zu einem erhöhten Sulfatgehalt in Teilen der Stadt geführt hat. In der Trinkwasserverordnung ist ein Maximalgehalt von 250 Milligramm festgesetzt. Aktuell muss noch mit Sulfatgehalten von 256 bis 374 Milligramm pro Liter gerechnet werden.

Im Zuge der Sanierung des Hochbehälters wird jetzt in der Vorkammer ein Sulfatmessgerät eingebaut, das mehrmals am Tag den Sulfatgehalt der verschiedenen Wasserströme misst. Die Werte sollen auf jeden Fall transparent gemacht werden. In welchem Turnus die Ergebnisse auf der Homepage der Stadt Werther veröffentlicht werden sollen, steht noch nicht fest. Insgesamt soll die Sanierung des Hochbehälters knapp 400.000 Euro kosten.

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