Verbote ignoriert: So viel Corona-Bußgelder hat Werther bislang verhängt

Die Zahl an Verstößen ist überschaubar. In keinem der Fälle beruht das Bußgeldverfahren auf einem privatem "Anschwärzen".

Claus Meyer

Mitarbeiter des Wertheraner Ordnungsamtes haben zur Durchsetzung der coronabedingten Einschränkungen auch schon Bußgeldverfahren einleiten müssen. - © Roland Thöring
Mitarbeiter des Wertheraner Ordnungsamtes haben zur Durchsetzung der coronabedingten Einschränkungen auch schon Bußgeldverfahren einleiten müssen. (© Roland Thöring)

Werther. In der Summe, hat Werthers Ordnungsamtsleiter Jürgen Pilgrim in den vergangenen Wochen festgestellt, sind die Wertheraner und Wertheranerinnen diszipliniert. Lediglich 17 Bußgeldverfahren hat es seit März im Zuge der coronabedingten Einschränkungen gegeben. „Die meisten Leute halten sich an die Vorgaben", sagt Pilgrim.

„Alle Verstöße betreffen das Kontaktverbot draußen", erklärt der Ordnungsamtsleiter weiter. „Zu viele Leute standen dabei zu eng zusammen." Die Höchstzahl an Menschen sei bei den geahndeten Fällen in Werther fünf gewesen. Einmal hätten sich drei Personen zum Grillen getroffen – auch das ist bußgeldbewehrt.

Anzeigen kommen von der Polizei und vom Ordnungsamt

Zum Teil kamen die Anzeigen von der Polizei, zum Teil aber auch von Mitarbeitern des Wertheraner Ordnungsamts. „Man muss dabei sehr gut aufpassen, weil es ja alle paar Tage neue Vorschriften gibt", sagt Pilgrim. In keinem der 17 Fälle beruht das Bußgeldverfahren übrigens auf privatem „Anschwärzen", etwa, weil sich Menschen bei häuslichen Feiern nicht an die Kontaktbeschränkungen hielten und Nachbarn darauf aufmerksam machten. Ein Bußgeldkatalog des Landes regelt in NRW, wie in der Corona-Zeit Verstöße gegen das Kontaktverbot bestraft werden. In einigen Fällen wird es richtig teuer, es sind dann vierstellige Eurobeträge fällig.

In Versmold hat die Stadt bis Ende April 13 Bußgeldverfahren eröffnet. In Steinhagen sind es deutlich mehr. Dort hat die Verwaltung bis Anfang Mai 83 Corona-Verstöße mit einem Bußgeld geahndet.

Wertheraner Verstöße bewegen sich unten auf der Skala

Die Wertheraner Verstöße bewegen sich allerdings unten auf der Skala. Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit mit mehr als zwei Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, wurden bis zum 10. Mai mit 200 Euro pro Person geahndet. Bei mehr als zehn Personen lag sogar eine Straftat vor, die theoretisch mit einer Haftstrafe geahndet werden kann.

Seit dem 11. Mai dürfen sich mehrere Personen draußen treffen, so fern sie höchstens zwei Haushalten angehören. Wer in der Öffentlichkeit grillt, ist mit 250 Euro dabei – auch hier pro Person wohlgemerkt. Die Regelungen gelten für den ersten Verstoß, sind bei Folge- oder mehrmaligen Verstößen jeweils zu verdoppeln.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul sagte im März beim Anlaufen der Anti-Corona-Maßnahmen, die Strafen seien hart, „aber wer nicht hören will, muss eben zahlen oder wird aus dem Verkehr gezogen". Ordnungsämter und Polizei würden die Maßnahmen „mit Augenmaß, aber mit aller notwendigen Härte" durchsetzen, so Reul weiter.

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