Erstmal keine Einbahnstraße in Sicht: Gartenstraße in Werther wird saniert

Im Ausschuss für für Planen, Bauen und Umwelt stellte Planer Ralf Düspohl jetzt im Haus Werther die Maßnahme vor. Vor allem die Anlieger waren gespannt.

Birgit Nolte

Die Gartenstraße mit Blick auf die Ravensberger Straße. Von dort aus können Fahrzeuge weiterhin in die Gartenstraße einbiegen. Zur Engerstraße hin soll sie im Zuge der Sanierung durch versenkbare Poller abgebunden werden. - © Birgit Nolte
Die Gartenstraße mit Blick auf die Ravensberger Straße. Von dort aus können Fahrzeuge weiterhin in die Gartenstraße einbiegen. Zur Engerstraße hin soll sie im Zuge der Sanierung durch versenkbare Poller abgebunden werden. (© Birgit Nolte)

Werther. Rund 15 Anlieger der Gartenstraße hörten den Ausführungen von Ralf Düspohl ganz genau zu. Schließlich stellte der Experte vom Gütersloher Planungsbüro Röver die Ideen zur Sanierung ihrer Wohnstraße vor. Und die Hälfte der Kosten müssen die Anlieger tragen.

Die prägnanteste geplante Änderung, die Düspohl vorstellte, ist die Abbindung der Gartenstraße von der Engerstraße. Durch versenkbare Poller sei sichergestellt, dass Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge die Abzweigung im Notfall benutzen könnten.

Trotz zentraler Lage ruhige Straße

Obwohl die Gartenstraße in Werthers Zentrum liegt, ist sie eine ruhige Wohnstraße. Eine Verkehrszählung habe ergeben, so Düspohl, dass hier selbst in der Rush Hour maximal knapp 100 Autos pro Stunde unterwegs sind. „Rund 60 davon nutzen die Gartenstraße als Verbindungsweg zwischen der Ravensberger Straße und der Engerstraße", erläuterte Düspohl, der davon ausging, dass durch die Abbindung der Verkehr noch weniger werden wird. Entlang der gesamten Gartenstraße bis zur Bahnhofstraße soll ein zwei Meter breiter Bürgersteig entstehen. Die Fahrbahnbreite soll fünf Meter betragen.

„Was ist mit den Radfahrern?" hakte Prof. Dr. Walter Arnold von den Grünen nach. „Wir haben hier eine Tempo-20-Zone, da gehören die Radfahrer bis auf kleine Kinder, die den Gehweg nutzen dürfen, auf die Straße", so Düspohl. Gefährlich sei das nicht, im Gegenteil: „Alle Untersuchungen zeigen, dass das Miteinander auf der Fahrbahn eine sehr sichere Lösung ist." Entscheidend bei der Frage, ob Radweg oder nicht, sei ohnehin die Verkehrsstärke. „Da müssten dann schon 1.000 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs sein."

Einbahnstraße kann später Thema werden

Ob die Gartenstraße nicht besonders im Hinblick auf die dort ansässige Tagespflege und Wohngemeinschaft von Daheim in eine Einbahnstraße umgewandelt werden könne, war eine der weiteren Fragen der Ausschussmitglieder. „So wird der Verkehr, der durch die Abbindung zur Engerstraße ohnehin weniger werden wird, nur verdrängt. Da muss man ein bisschen aufeinander achtgeben", so Düspohl.

Bürgermeisterin Marion Weike wies darauf hin, dass man sich zunächst auf den geplanten Ausbau konzentrieren solle. „Eine Einbahnstraße kann nur vom Kreis und nicht von uns angeordnet werden", so Weike. Später noch einmal auf das Thema zu sprechen zu kommen, sei aus Planersicht kein Problem. „Alles ist so geplant, dass daraus einfach eine Einbahnstraße werden könnte", betonte Düspohl.

Der Kostenaufwand beträgt gut 490.000 Euro

Die Kosten der Straßenbaumaßnahme einschließlich der Erneuerung der Straßenbeleuchtung sind im Finanzplan 2020 mit 368.000 Euro veranschlagt. Im gleichen Zug erfolgt eine Erneuerung der Kanalisation und der Wasserleitung. Daraus ergibt sich ein geschätzter, beitragspflichtiger Aufwand von 490.000 Euro wovon rund 50 Prozent zu Lasten der Anlieger gehen.

Das Thema wurde von den Politikern durchaus kontrovers diskutiert – am Ende stimmte der Ausschuss bei zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen allerdings mehrheitlich für den präsentierten Ausbauplan der Wertheraner Verwaltung.

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