WertherVerkehrschaos dank Eltern-Taxis: Kreisverkehr in Werther gefordert

Die Liberalen bringen das Thema bewusst im Zusammenhang mit dem Integrierten Städtebauelichen Entwicklungskonzept (ISEK) ins Gespräch.

Birgit Nolte

Jan-Holm Sussieck (links) und Andreas Honsel möchten den Verkehr an der Bielefelder Straße Ecke Schwarzer Weg sicherer machen.  - © Birgit Nolte
Jan-Holm Sussieck (links) und Andreas Honsel möchten den Verkehr an der Bielefelder Straße Ecke Schwarzer Weg sicherer machen.  © Birgit Nolte

Werther. Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang des Verkehrs geführt. Das ist auch in der Böckstiegelstadt zu spüren. Selbst an der Ampelkreuzung bilden sich keine langen Warteschlangen. Ein weiterer neuralgischer Punkt ist die Ecke Bielefelder Straße/Schwarzer Weg. Besonders, wenn der normale Schulbetrieb wieder startet. Denn an dieser Stelle geht es nicht nur in die Wohngebiete, sondern auch zum Gymnasium.

„Morgens und nach Schulschluss kann man das Chaos gut beobachten", weiß Andreas Honsel. Der FDP-Ortsverbandsvorsitzende wohnt in der Nähe des Gymnasiums und kennt das Schauspiel rund um die Elterntaxis. Die würden in der Regel von der Bielefelder Straße in die Straße Schwarzer Weg abbiegen, die nächste Abzweigung zum Gymnasium an der Grünstraße nehmen, die Kinder aussteigen lassen, dann durch die Mittelstraße wieder hoch zur Straße Schwarzer Weg fahren, um wieder auf die Bielefelder Straße zu kommen. Eine quasi rechteckige Route, die dazu führt, dass es sich an der Abzweigung zur Bielefelder Straße ordentlich knubbelt. Und dazwischen Schüler, die von der Bushaltestelle in Richtung Gymnasium und zurückgehen.

"Dass hier noch keiner umgefahren wurde, ist ein Wunder"

„Die Verkehrsführung ist sowieso schon eher unübersichtlich", findet Honsel. „Dass hier noch keiner umgefahren wurde, ist ein Wunder." Honsel und der FDP-Fraktionsvorsitzende Jan-Holm Sussieck machen sich deswegen für einen Kreisverkehr an dieser Stelle stark. „Platz gebe es dafür genug", ist sich Sussieck sicher. Das Grundstück gegenüber der Abzweigung Schwarzer Weg sei ohnehin in städtischer Hand.

Derzeit würde es als sogenanntes Grabe-Land genutzt. Die Stadt hat die Flächen an Privatleute verpachtet, die hier Kartoffeln oder Bohnen ziehen und sich teils auch kleine Hütten gebaut haben. „Eine Schrebergartenkolonie ist es aber dennoch nicht", erläutert Jan-Holm Sussieck. Falls Parzellen direkt an der Bielefelder Straße für den Kreisverkehr weichen müssten, könnten auf der von der Straße entfernteren Seite neue geschaffen werden, so Sussieck.

Kreisel könnte das Tempo bremsen

Für die Liberalen hat der Kreisverkehr aber neben der übersichtlicheren und damit sichereren Verkehrsführung noch einen weiteren positiven Effekt. Er würde auch dazu führen, sind sich die Politiker sicher, dass die Fahrer, die aus Richtung Bielefeld kommen, den Fuß eher vom Gas nehmen, und die, die in Richtung Bielefeld fahren, später aufs Gas drücken. „Nicht von ungefähr wird hier ständig geblitzt", so Andreas Honsel.

Die FDP-Politiker bringen das Thema bewusst in Zusammenhang mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) ins Gespräch, auch wenn der Ort für den gewünschten Kreisverkehr knapp außerhalb des innerstädtischen ISEK-Gebietes liegt. Wie mehrfach berichtet, „hat sich die Stadt entschieden für die Innenstadt ein städtebauliches Entwicklungskonzept zu erstellen. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft soll einen Leitfaden für das kommunale Planen, Entscheiden und Handeln in den nächsten 15 Jahren gewoben werden", wie es auf der Homepage der Stadt Werther beschrieben wird.

Thema muss ins Bewusstsein rücken

Im Herbst 2018 stieg die Stadt in das Projekt ein. In moderierten „City-Dialogen" wurden die Wünsche und Anregungen interessierter Bürgerinnen und Bürger abgefragt. Eigentlich hätten im Herbst vergangenen Jahres erste Maßnahmen von der Politik festgeklopft und daraufhin Förderanträge des Landes gestellt werden sollen. Die Ratsmitglieder sprachen sich allerdings dafür aus, eine parteiübergreifende ISEK-Arbeitsgruppe zu bilden, um tiefer ins Thema einzusteigen.

Diese Arbeitsgruppe soll sich demnächst wieder treffen. „Wir werden in dieser Gruppe unseren Wunsch vortragen", kündigt Andreas Honsel an. „Uns ist es wichtig, das Thema ins Bewusstsein zu rücken, bevor Millionenbeträge für ISEK ausgegeben werden." Im Zuge dessen ist auch immer wieder die Anregung laut geworden, in Höhe der Kreuzung an der Aral-Tankstelle einen Kreisverkehr zu bauen. „Dagegen haben wir überhaupt nichts. Aber sollte es nur einen Kreisverkehr geben, ist der an der Bielefelder Straße/Schwarzer Weg im Zweifel wichtiger", betont Jan-Holm Sussieck.

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