Maschinenbauer aus Werther zieht Millionenauftrag an Land

Der heimische Maschinenbauer hat sich auf Anlagen für die Ernährungsindustrie spezialisiert. Und kann mitten in der Corona-Krise positive Neuigkeiten verkünden. Die stabile Nachfrage ist der Grund, warum es bislang keine Einschnitte gibt.

Marc Uthmann

Das neue Unternehmensgebäude am Esch mit mehr als 2.000 Quadratmetern Raum auf drei Stockwerken. - © Schröder
Das neue Unternehmensgebäude am Esch mit mehr als 2.000 Quadratmetern Raum auf drei Stockwerken. (© Schröder)

Werther. Seit mehr als 50 Jahren ist Schröder Maschinenbau als mittelständisches Unternehmen mit Stammsitz in Werther tätig – mittlerweile hat der Betrieb unter dem Dach des JBT-Konzerns auch eine globale Heimat. Die JBT Corporation beschäftigt weltweit etwa 6.000 Mitarbeiter und besitzt Niederlassungen in mehr als 25 Ländern.

Geschäftsführer Gunnar Hepp und seine etwa 100 Mitarbeiter entwickeln und produzieren in Werther Anlagen für den Injektions- und Marinierprozess. Die Maschinen sind dafür zuständig, Fleisch in exakt vorgegebener Dosierung mit flüssigen Gewürzmischungen zu veredeln und ihm den besonderen Geschmack zu verleihen. Schröder liefert Lösungen, die komplett automatisiert und vernetzt in der Fleisch-, Geflügel- und Fischverarbeitung weltweit funktionieren.

Es gibt keine Kurzarbeit

Kundendienstleiter Bernhardt Schebaum (von links), Geschäftsführer Gunnar Hepp und Vertriebsleiter Alfred Schmidt lenken die Geschäfte bei Schröder. - © Schröder
Kundendienstleiter Bernhardt Schebaum (von links), Geschäftsführer Gunnar Hepp und Vertriebsleiter Alfred Schmidt lenken die Geschäfte bei Schröder. (© Schröder)

„Trotz Corona und allen widrigen Umständen konzentriert sich Schröder weiterhin auf die Bedürfnisse seiner Kunden und Partner und unternimmt alle Anstrengungen, um Lieferungen und Support von Produkten für die Lebensmittelindustrie auch weiterhin zu gewährleisten", sagt Gunnar Hepp. Das Unternehmen kommuniziere derzeit intensiv mit allen Mitarbeitern, um ihnen Empfehlungen zu geben, das Infektionsrisiko minimieren. Nur durch die Einhaltung der Maßnahmen sei es möglich, die betrieblichen Abläufe mit nur wenigen Einschnitten im gewohnten Umfang aufrecht zu erhalten.

Wichtige Nachricht für die Belegschaft: Es gibt keine Kurzarbeit, lediglich die Anzahl der Mitarbeiter im Homeoffice wurde erhöht, Besprechungen finden als Videokonferenzen statt. Damit Sicherheitsregeln eingehalten werden können, wurde in den Produktionshallen zusätzlich Platz geschaffen.

Mitten im Ausnahmezustand herrscht beim Wertheraner Traditionsunternehmen sogar Aufbruchstimmung. Denn kürzlich ging ein Auftrag über den Bau einer Schinkenproduktionslinie ein. So ein großes Volumen hatte ein Einzelprojekt in der Geschichte von Schröder noch nie, der Auftragswert liegt bei knapp drei Millionen Euro.

Bis Dezember viel zu tun

Im Vorfeld arbeiteten die Produktteams beider Firmen eng zusammen, um spezielle Bedürfnisse zu analysieren, zu verstehen und zu optimieren. „So konnten wir nach kurzer Entwicklungszeit und lediglich drei persönlichen Treffen unseren Partner aus dem nordwestdeutschen Raum mit maßgeschneiderten Lösungen überzeugen", berichtet Vertriebsleiter Alfred Schmidt. Produkttests wurden im Technikum bei Schröder durchgeführt. „Bei dieser Gelegenheit konnten sich Mitarbeiter des Kunden einen Eindruck davon verschaffen, was unsere Fleischtechnologen und Ingenieure als Team leisten können", sagt Schmidt stolz.

Schon zum 1. Dezember soll die Produktionslinie in Betrieb gehen – Schröder wird also weiterhin viel zu tun haben.

Unter neuer Führung

- Seit 2018 gehört die Food-Sparte von Schröder-Maschinenbau zur JBT Corporation, einem weltweit agierenden Konzern mit Stammsitz in Chicago.

- JBT hat den Betrieb vom Wertheraner Unternehmen Weber Maschinenbau übernommen – dort verblieb lediglich die Sparte der Verpackungsmaschinen.

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