Nach Rassismus-Vorfall: Das HK stellt erneut Fragen an Rossmann

Missverständnis oder Fremdenfeindlichkeit? Auch zwei Wochen nach einem Vorfall in der Wertheraner Rossmann-Filiale bleiben Fragen offen.

Claus Meyer

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Werther. Das HK berichtete in der vergangenen Woche von einem Fall, bei dem drei Zeugen am vorvergangenen Samstag beobachtet hatten, wie einer afrikanischen, dreiköpfigen Familie der Zugang zum Wertheraner Rossmann-Filiale verwehrt worden war. Auch allein habe der Familienvater das Geschäft nicht betreten dürfen, während anderen Personen auch in Gruppen – am Samstag vor zwei Wochen war dies noch möglich – die Filiale laut Zeugenaussagen betreten konnten.

„Für mich musste der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommen", schrieb der Wertheraner Ratsherr Wolfgang Böhm – einer der drei Zeugen – daraufhin an die Unternehmenskommunikation von Rossmann. Er schilderte zudem einen „heftigen Disput" einer weiteren Zeugin mit Bediensteten der Filiale, nachdem ein weiterer Einlassversuch erfolglos geblieben war.

Auch in den Sozialen Medien haben sich viele Menschen an der Diskussion zum Vorfall beteiligt, etwa auf der Facebook-Seite des HK. „Das ist Rassismus", lauten Kommentare. Andere fragen sich, ob möglicherweise das Betragen der Betroffenen und nicht deren Hautfarbe Grund für die Zurückweisung gewesen sei. Bei Instagram schreibt ein Nutzer mit afrikanischen Wurzeln: „Ich habe selbst in der Zentrale gearbeitet und hatte nie Probleme. Trotzdem hätte ich mir Verständnis gewünscht."

Die Unternehmenskommunikation von Rossmann distanzierte sich in der vergangenen Woche in einem Schreiben ans Haller Kreisblatt „ganz klar" vom Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. In einer Stellungnahme an Wolfgang Böhm schrieb Kim Güttler, Referentin der Unternehmenskommunikation, zudem: „Bitte haben Sie Verständnis, dass es bei einer – für uns vollkommen neuen und auch ungewohnten – Einlasskontrolle zu Missverständnissen kommen kann. Wir bedauern sehr, dass sich unsere Kunden nicht gerecht behandelt gefühlt haben."

Kontakt mit Mitarbeitern nicht möglich

Gern hätte das Haller Kreisblatt im Zuge des Vorfalls mit den Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen vor Ort gesprochen. Die Rossmann-Unternehmenskommunikation bittet schriftlich um Verständnis, dass sie eine solche Interviewgenehmigung nicht erteilen könne. „Solche Vorhaben stellen für unsere Mitarbeiter eine zusätzliche Belastung dar, die wir so gering wie möglich halten wollen", heißt es.

Noch nicht beantwortet hatte Rossmann bis Freitagnachmittag die Fragen, inwieweit weitere Hintergründe des Wertheraner Vorfalls bekanntgeworden seien und ob es eventuell Konsequenzen seitens des Unternehmens gebe.

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