Plakate sollen Raser in Häger ausbremsen

Kinder, Eltern und der Heimatverein bereiten einen Protest vor. Sie fordern mehr Rücksicht von Auto- und Lastwagenfahrern, die schneller als erlaubt durch den Ort fahren. Bis zu 70 km/h bei erlaubten 30 kommen vor, berichtet eine Beobachterin.

Ekkehard Hufendiek

Die dreijährige Maila (links), ihre Mutter Dajana Bohlmann und die fünfjährige Nelia bemalen ein Protestplakat. - © Ekkehard Hufendiek
Die dreijährige Maila (links), ihre Mutter Dajana Bohlmann und die fünfjährige Nelia bemalen ein Protestplakat. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. Die Verkehrsberuhigung in Häger verfehlt ihre Wirkung. Das sagen gleich mehrere betroffene Eltern: Zwar gilt Tempo 30 auf der Engerstraße gegenüber der Kindergroßtagespflegeeinrichtung „Die Dorfwichtel", „da hält sich aber fast keiner dran", sagt die Erzieherin Monique Windhaus.

Sie arbeitet täglich kaum zehn Meter von der Tempo-30-Zone entfernt und überquert regelmäßig mit einem Bollerwagen und einigen Kindern die Straße in Richtung eines Waldes. Beim Überqueren der Engerstraße Straße müsse sie mit ihren Schützlingen teilweise mehrere Minuten warten, sagt Monique Windhaus.

„Die fahren teilweise mit 60 oder 70 durch den Ort"

Dafür macht sie nicht nur die Anzahl der Autos, sondern vor allem deren Geschwindigkeit verantwortlich. „Die fahren teilweise mit 60 oder 70 durch den Ort", sagt die Erzieherin.

Den Eindruck teilt Jochen Dammeyer vom Heimatverein Häger. Es komme immer wieder zu „kritischen Situationen", sagt er. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo-30 nennt er zwar ein Glück, „nur leider halten sich die wenigsten Autofahrer daran." Das Tempo-30 Schild, das zudem mit dem erklärenden Zusatz „Kindergarten" und einer Zeitangabe (Mo-Fr; 7-16h) ausgestattet ist, wird missachtet.

Das aber akzeptierten einige Betroffene nicht. Sie ergriffen die Initiative und stellten am vergangenen Samstag Protestplakate im Bürgerhaus her. Eltern und Kinder bemalten Pappen und Banner. Die Mütter nutzten dabei ihre Handys, um sich Anregungen für Motive aus dem Internet geben zu lasse. Anschließend malten sie mit großen Filzstiften Buchstabenumrisse oder Kindergesichter auf die Plakate, die die Kinder schließlich mit Farbe bepinselten. „Achtung Kinder" oder „Bitte 30 fahren" vermitteln sie den Autofahrern demnächst in bunter Botschaft. Mit den Plakaten sollen die Autofahrer nicht nur einmal, sondern immer wieder zu mehr Rücksicht aufgefordert werden.

Noch eine Gefahrenquelle

An gleicher Stelle in Häger mahnt Jochen Dammeyer noch eine weitere Gefahrenquelle an: den Radweg. Die derzeitige Regelung bezeichnet er als sehr unbefriedigend und gefährlich: Denn ein blaues Radwegschild, das die Radfahrer bis dato zwang, den Bürgersteig zu nutzen, sei erst kürzlich entfernt worden. Seitdem seien Radfahrer, die aus Richtung Enger kommen, gezwungen, die Straße zu befahren. „Wenn Radfahrer die Engerstraße benutzen, kann – bei einem Abstand von mindestens 1,50 Meter – kein Auto bei Gegenverkehr überholen." Radfahrer aus Richtung Häger hingegen werden auf den Bürgersteig gelenkt.

Deswegen plädiert Jochen Dammeyer dafür, die wenig benutzten Bürgersteige beiderseits der Engerstraße für Radfahrer freizugeben. „Wir haben Stadt, Kreis, Straßen NRW und die Polizei schon mal auf die Situation aufmerksam gemacht. Aber leider wurde das durch die neue Beschilderung nur noch ungünstiger."

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