Werthers Public Viewing scheitert an hohen Auflagen

Der Freizeitverein streicht seine Pläne, die Spiele der Fußball-Europameisterschaft auf der großen Leinwand zu zeigen. Viele Fans dürften enttäuscht sein. Eine letzte Hoffnung gibt es aber.

Jonas Damme

Das Public Viewing des Freizeitvereins zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Innenhof des Hauses Werther zog 2014 zahlreiche Fans an. - © Knut Weltlich
Das Public Viewing des Freizeitvereins zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Innenhof des Hauses Werther zog 2014 zahlreiche Fans an. (© Knut Weltlich)

Werther. „Die Auflagen und das Risiko sind zu hoch“, erklärt Knut Weltlich die Entscheidung, das Public Viewing zu streichen, auf HK-Anfrage. „Wir können es einfach nicht stemmen.“

Weltlich hatte mit der großen Leinwand bei früheren Fußball-Events schon mehrfach viele hundert Fans ans Haus Werther gelockt. Zuletzt hatte die Weltmeisterschaft 2018 den Hof gefüllt. Eine Mammutaufgabe waren bereits die vergangenen Events. „Schon der Aufbau des Leinwand-Truss kostet uns mehr als 2.000 Euro“, rechnet Weltlich vor. Dazu käme eine ähnlich hohe Summe für das vorgeschriebene Sicherheitspersonal.

Auch wenn sich die Ehrenamtlichen die Mühe in den vergangenen Jahren gerne gemacht hatten, sei nun der Punkt erreicht, an dem eine Verein die organisatorische Arbeit und vor allem das finanzielle Risiko nicht mehr tragen könne. „Schon vor zwei Jahren haben wir richtig Minus gemacht“, so Weltlich.

Auch Bertelsmann hat die Segel gestrichen

Erst im Januar hatte auch der Medienriese Bertelsmann angekündigt, das Public Viewing in Gütersloh nicht mehr ausrichten zu wollen. Auch dort waren die immensen Sicherheitsanforderungen als ein Grund genannt worden. „Überall ziehen sich die Leute zurück“, sagt Weltlich. Eine Entwicklung, die er sehr bedauere. Dabei ist der Freizeitverein eigentlich gut aufgestellt für das Rudelgucken. „Wir haben die gesamte Technik da“, so der Organisator. „Beamer, Leinwand und Soundsystem könne sein Verein selbst stellen.

Die letzte Chance, die Knut Weltlich für das Public Viewing im Haus Werther sieht, ist, dass ein Spender das finanzielle Risiko ausgleicht. Derzeit sie er nicht aktiv auf der Suche nach Unterstützung. Sollte sich aber ein Finanzier finden, der bereit ist, dem Rudelgucken mit mehreren tausend Euro unter die Arme zu greifen, wäre Weltlich bereit, sich um alles zu kümmern. Der umtriebige Chef des Freizeitvereins ist erreichbar unter ` (0 52 03) 88 33 65.

Die Entscheidung zur Streichung fiel bei der Vorstandssitzung des Freizeitvereins am Dienstag. Dort wurde außerdem entschieden, sich in diesem Jahr wieder an den Ferienspielen zu beteiligen. Der Verein will ein „1,2 oder 3“-Spiel inspiriert durch die gleichnamige Fernsehshow und die Montagsmaler-Aktion organisieren. Auch den Umwelttagen wolle man sich mit einer Aktion anschließen.

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