Scharfer Ton: Fridays for Future stellt Forderungen

Seit vier Monaten versuchen junge Wertheraner ihre Mitbürger aufzurütteln. Damit sich die Gruppe nicht totläuft, wollen die Organisatoren nun die Strategien wechseln.

Jonas Damme

In Werther gingen im vergangenen Jahr etwa 100 Schülerinnen, Schüler und Erwachsene dem Aufruf von „Fridays for Future“ folgend auf die Straße. Archivfoto: Heiko Kaiser - © Heiko Kaiser
In Werther gingen im vergangenen Jahr etwa 100 Schülerinnen, Schüler und Erwachsene dem Aufruf von „Fridays for Future“ folgend auf die Straße. Archivfoto: Heiko Kaiser (© Heiko Kaiser)

Werther. „Wir fordern die Lokalpolitik auf, sich kein Beispiel an der Bundesregierung zu nehmen, und bessere Klimapolitik als diese zu machen", der Ton ist scharf, die Forderung deutlich. Die HK-Anfrage nach einem Interview lehnten die jungen Aktivisten von „Fridays For Future Werther" ab. Der Grund: Man wolle nicht einzelne Personen ins Blickfeld rücken, sondern das wichtige Thema. Seit Oktober versucht die Gruppe junger Menschen, auch in Werther die Gesellschaft zu bewegen.

Nun trafen sich die Organisatorinnen mit Bürgermeisterin Marion Weike. „Wir haben vereinbart, zu schauen, wo wir zusammenarbeiten können", berichtet Weike. Themen gebe es genug. So habe man natürlich über die Möglichkeiten an den Schulen gesprochen, aber auch darüber, was bereits alles gemacht würde. Konkrete Verabredungen habe man noch nicht getroffen. „Aber die Bereitschaft der Stadt ist da", so Weike. „Ich begrüße, das Fridays for Future die wichtigen Themen in die Breite trägt."

NRW-Zentralstreik am Donnerstag

Damit aus dem Engagement kein Strohfeuer wird, haben sich die jungen Aktivisten gleichzeitig neu strukturiert. „Wir, als Fridays for Future Werther, haben uns jetzt dem Altkreis Halle angeschlossen", schreiben sie in ihrer Pressemitteilung. „2020 werden wir mehr mit dem Altkreis Halle zusammenarbeiten und gemeinsame Aktionen und Demos organisieren. Auch der Kontakt nach Bielefeld wird zurzeit aufgebaut." Beim NRW-Zentralstreik am Donnerstag waren die Wertheraner jetzt in Bielefeld dabei.

Um ihre Nachricht zu verbreiten, setzen die Engagierten auch auf die Medien ihrer Generation. „Durch Social-Media können wir immer mehr und schneller die Menschen erreichen. Wir sind breit bei WhatsApp, Instagram, Facebook und Twitter vertreten." Zudem haben sie ihre Webseite fridaysforfuture.de/wer ther ausgebaut. Darüber hinaus informieren die jungen Klimaretter per E-Mail über geplante Aktionen. Hierfür eine Mail an werther@fridaysforfuture.de mit dem Betreff „Anmeldung Newsletter" schreiben. Für die nahe Zukunft sei nun erst einmal geplant, genauere Forderungen für Werther zu entwickeln. Vielleicht wolle man sogar einen Antrag auf Klimanotstand verfassen.

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