Wertheraner geben ihren Weihnachtsmarkt nicht auf

Über 60 Mitglieder von Vereinen, Chören, Schulen und aus der Politik, aber auch Privatpersonen und Anlieger des Christkindlmarktes kommen ins Rathaus.

Anke Schneider

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Werther. Marion Weike hatte gerufen – und viele hatten ihren Aufruf gehört. „Ich bin einmal mehr überrascht, denn wir hatten unsere Erwartungen nicht so hoch geschraubt", sagte sie angesichts des proppevollen Sitzungssaals. Überrascht waren auch einige der Anwesenden, denn Veranstalter Yannik Nuffer war nicht eingeladen worden. „Mit Absicht, denn es geht mir zunächst einmal darum, was die Wertheraner wollen, und ob es Menschen gibt, die sich für den Christkindlmarkt einsetzen möchten", begründete die Bürgermeisterin.

Zunächst fragte Weike, was anders werden müsse. Einige sprachen sich dafür aus, den Markt auf zwei Tage zu schrumpfen, die Mehrheit hielt aber an den drei Tagen fest. Der Aufwand des Auf- und Abbaus lohne sich sonst nicht, war das am meisten genannte Argument. Große Einigkeit herrschte darüber, dass der Markt kleiner und kompakter werden müsse. Einigkeit auch darüber, dass er wieder eine Bühne brauche, auf der ein Programm stattfindet.

Kommentar

Noch nicht vom Eis

• Es war die letzte Chance. Wäre am Montagabend niemand gekommen, es wäre der Todesstoß für den kränkelnden Christkindlmarkt gewesen. Nach der traurigen Veranstaltung vom vergangenen Dezember mit kaum Besuchern und kaum Atmosphäre hätte man den Markt wohl beerdigen müssen. Doch der Hilferuf der Bürgermeisterin kam zur rechten Zeit. 60 Menschen waren im Rathaus dabei, kündigten für Dezember ihr Mitwirken an, brachten Ideen ein, machten Veränderungsvorschläge. Ein entscheidendes Signal, dass sie die Veranstaltung nicht aufgeben wollen. Leicht wird es allerdings nicht, auch das wurde an dem Abend klar. Sollte der bisherige Veranstalter abspringen, müsste Ersatz gefunden werden. Doch wer käme in Frage? Wer würde sich kümmern? Eine Antwort darauf gab es nicht. Vielleicht war es eine Rettung in letzter Minute. Aber ganz vom Eis ist die Kuh noch nicht.
Von Anja Hanneforth

Volker Schrewe vom Männergesangverein bot an, mit seinem Chor kurze Konzerte in der Kirche zu geben. Da sei man wetterunabhängig, und die Musik könnte nach draußen übertragen werden.

Jonas Nagel, ein junger Mann aus Werther, erklärte, er sei Veranstaltungstechniker und könne eine kleine Bühne zu einem moderaten Preis zur Verfügung stellen.

Mehrere Vereine boten Unterstützung an

Schließlich die entscheidende Frage in die Runde: „Wer kann sich vorstellen, beim Weihnachtsmarkt aktiv mitzuwirken?" Das Familienzentrum Fam.o.S. und der TuS Langeheide boten an, in einem gemütlichen Zelt Waffeln und Kaffee verkaufen zu wollen. Der Geflügelverein und die Treckerfreunde möchten auch wieder dabei sein, und die Werbegemeinschaft sagte zu, sich mit neuen Flyern und entsprechender Werbung an der Vermarktung zu beteiligen und sich um die Dekoration zu kümmern. Die CDU und auch die Landfrauen boten ihre Unterstützung denjenigen an, die aufgrund von fehlendem Personal ihren Stand im vergangenen Jahr nicht mehr aufgebaut haben.

Guido Neugebauer von der Stadt Werther sammelte Ideen und Vorschläge der Anwesenden für den künftigen Christkindlmarkt. - © Anke Schneider
Guido Neugebauer von der Stadt Werther sammelte Ideen und Vorschläge der Anwesenden für den künftigen Christkindlmarkt. (© Anke Schneider)

Als die Bürgermeisterin wissen wollte, wer sich denn organisatorisch am Weihnachtsmarkt beteiligen würde, stutzten manche Zuhörer. Niemand war davon ausgegangen, dass Nuffer als Veranstalter abtreten soll. Die Bürgermeisterin erklärte, dass sie als nächstes mit Yannik Nuffer über die Ideen und die notwendigen Veränderungen sprechen werde. „Wenn er dann sagt, dass er das so nicht will, dann müssen wir jemanden suchen", sagte Weike.

Tenor des Abends: Werther hat zu viele Events

Im Handumdrehen wurde der Wunsch laut, dass die Stadt das übernehmen soll. Das lehnte die Bürgermeisterin jedoch entschieden ab. Für derartigen bürokratischen Aufwand sei in der Verwaltung kein Platz. Auch Ulrich Kullak von der Werbegemeinschaft winkte sofort ab. Die Werbegemeinschaft habe mit den bestehenden Festen Probleme genug. Vor allem das Erdbeerfest mache den Mitgliedern Kopfzerbrechen, da die jüngste Ausgabe ein dickes Minus eingefahren habe.

Der Tenor der Anwesenden war, dass Werther ohnehin viel zu viele Events habe. Man solle sich lieber auf das Bierfest und den Christkindlmarkt konzentrieren und alles andere einstampfen.

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