Brandermittler auf Spurensuche im Weco-Gebäude

Wie konnte es zum Brand im Weco-Verwaltungstrakt kommen? Das wollten Brandermittler der Polizei gestern herausfinden. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Auch die Schadenshöhe steht noch nicht fest.

Anja Hanneforth

Seit Sonntagnacht ist der ehemalige Verwaltungstrakt der Firma Weco nur noch eine Brandruine. - © Anja Hanneforth
Seit Sonntagnacht ist der ehemalige Verwaltungstrakt der Firma Weco nur noch eine Brandruine. (© Anja Hanneforth)

Werther. Warum ist das Weco-Gebäude in Flammen aufgegangen? – Diese Frage treibt seit dem verheerenden Brand von Sonntagnacht nicht nur Eigentümerfamilie Wehmeyer um. Ein Kurzschluss, in solchen Fällen häufig die Ursache, kann ausgeschlossen werden: Der Strom in dem leerstehenden Gebäude ist seit langem abgestellt. Bleibt also die Frage, welche Ursache sonst in Betracht kommt und ob womöglich Personen das Feuer ausgelöst haben. Gestern Vormittag nahm ein Brandermittler der Kreispolizeibehörde Gütersloh die Spurensuche in dem verkohlten Gebäude auf. Ein Ergebnis steht noch nicht fest.

Auch einen Tag nach dem Feuer liegt ein beißender Qualmgeruch in der Luft über dem Weco-Gelände. Von der Straße aus lässt sich erkennen, dass sich die Flammen durch einen Großteil der Dachkonstruktion gefressen haben, sie ist total zerstört. Auch darüber hinaus hat die Bausubstanz erheblich gelitten.

„Man konnte genau sehen, wie sich die Flammen von Raum zu Raum vorgearbeitet haben", erinnert sich Bürgermeisterin Marion Weike an die Schreckensnacht. Ihr Eindruck sei gewesen, dass sich die Flammen, ausgehend vom mittleren Gebäudeteil, in Richtung Blumenstraße ausgebreitet hätten.

"Große Sorge, dass bei dem Brand jemand zu Schaden gekommen sein könnte"

„Die große Sorge, dass jemand bei dem Brand zu Schaden gekommen sein könnte, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt", ist die Bürgermeisterin erleichtert. Auch vom Rauch sei keine Gefährdung für die Bevölkerung ausgegangen. Das habe der ABC-Messtrupp des Kreises noch in der Nacht festgestellt. Zudem sei inzwischen das Abwasser nach Gefahrstoffen hin untersucht worden, „mir ist nicht bekannt, dass dort etwas gefunden wurde", so Weike.

Brandermittler Reiner Horch von der Kreispolizeibehörde Gütersloh begibt sich im verkohlten Gebäude auf die Suche nach der Ursache des Brandes. - © Anja Hanneforth
Brandermittler Reiner Horch von der Kreispolizeibehörde Gütersloh begibt sich im verkohlten Gebäude auf die Suche nach der Ursache des Brandes. (© Anja Hanneforth)

Sie hofft, dass die Brandermittler herausfinden, wie es zu dem Feuer gekommen ist. Sie selbst hat keine Erklärung dafür, schließt allerdings einen technischen Defekt aus. „Denn ohne Strom kein Kurzschluss." Aus diesem Grund hält sie ein Fremdverschulden zumindest für möglich, will aber keine Mutmaßungen anstellen. „Wir können von Glück sagen, dass niemand zu Schaden gekommen ist und dass das Feuer nicht auf umliegende Gebäude übergreifen konnte", betont sie.

Zur Höhe des Schadens wollte sich die Polizei gestern nicht äußern. In Anbetracht der Zerstörung dürfte er allerdings erheblich sein.

"Für uns war dieser Brand ein Schock"

„Für uns war dieser Brand ein Schock", sagt Gerrit Wehmeyer. Der Sohn von Eigentümer Gerhard Wehmeyer war in der Brandnacht mit seinem Vater vor Ort und musste mit ansehen, wie die Flammen das Gebäude auffraßen. Die Familie war zuvor von der Feuerwehr über den Einsatz informiert worden. „Es ist schlimm, wenn man mit ansehen muss, wie der eigene Besitz in Flammen aufgeht."

Gestern Vormittag führte Gerrit Wehmeyer Brandermittler Reiner Horch in das Gebäude an der Engerstraße. Der erfahrene Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde muss nun herausfinden, wie und wo genau das Feuer ausgebrochen ist.

„Leicht wird das nicht, man sieht von der Straße, dass die Zerstörungen erheblich sind", sagt er. Zudem würden die Löscharbeiten der Feuerwehr, die natürlich nötig seien, manche Spur verwischen. Er werde sich erst einmal einen Überblick verschaffen und sehen, ob er die verkohlten Bereiche überhaupt betreten kann.

Dass möglicherweise ein Brandspürhund zum Einsatz kommt, wollten weder er noch Polizeisprecherin Katharina Felsch ausschließen. „Jetzt müssen wir aber erst einmal die weiteren Untersuchungen abwarten", so Felsch.

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