Geschenk für die Tochter: Mann nötigt Bankangestellte

Anke Schneider

Die Verzweiflung trieb einen Vater zu einer dummen Äußerung - und brachte ihn vor Gericht. - © CC0 Pixabay
Die Verzweiflung trieb einen Vater zu einer dummen Äußerung - und brachte ihn vor Gericht. (© CC0 Pixabay)

Werther/Halle.Wegen versuchter Nötigung musste sich ein 49-jähriger Mann aus Bielefeld vor Gericht verantworten. Er wollte sein bereits bis zum Limit überzogenes Konto bei einer Bank in Werther weiter überziehen, was eine Bankmitarbeiterin ablehnte. Darum wurde der Mann ausfallend.

Er soll gesagt haben, dass die Bankmitarbeiterin in ihm nun einen Feind habe. Dann soll er gedroht haben, sich eine Waffe zu besorgen und ein Geschäft zu überfallen.

"Ich habe niemanden bedroht"

Der Angeklagte gab im Gericht an, durch den Verlust seines Jobs in die finanzielle Schieflage geraten zu sein. Der Grund für sein Ansinnen, das Konto weiter zu überziehen, sei der Geburtstag seiner Tochter gewesen. Ihr habe er ein Geschenk kaufen wollen und deshalb am 25. Februar bei der Bank vorgesprochen.

„Ich habe aber niemanden bedroht", gab der Beschuldigte an. Vielmehr habe er gesagt, dass andere in seiner Situation sich nun vielleicht eine Waffe besorgen und ein Geschäft überfallen würden.

Die Zeugin überzeugte das Gericht

Die Zeugin bestätigte jedoch im Gericht noch einmal, dass sie diesen Satz als Bedrohung aufgefasst habe. Vor allem deshalb, weil es 2018 bereits zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sei. Der Angeklagte habe definitiv gesagt, dass sie, die Bankmitarbeiterin, nun einen Feind hätte und sicher nicht wollen würde, dass er sich nun eine Waffe besorgt und ein Geschäft überfiele.

Die Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf der versuchten Nötigung als erwiesen an, da sich die Zeugin widerspruchsfrei geäußert habe. Das Gericht sah das genauso und verurteilte den Bielefelder zu 300 Euro Geldstrafe.

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