„Ich mach dich tot“: Mann aus Borgholzhausen stalkt seine Exfreundin in Werther

Ein Mann aus Borgholzhausen verfolgt seine Freundin beharrlich. Und versetzt sie so in Angst.

Anke Schneider

Symbolbild - © kraximus2010 - Fotolia
Symbolbild (© kraximus2010 - Fotolia)

Werther/Halle. Unter anderem wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz stand nun ein Mann aus Borgholzhausen vor Gericht. Er konnte sich mit der Trennung von seiner Freundin in Werther offenbar nicht abfinden und ignorierte sogar eine Gewaltschutzanordnung des Gerichtes. Die war im Oktober 2018 auf Antrag der Frau erlassen worden, zunächst für ein halbes Jahr

„Er war sehr aggressiv, weil er spielsüchtig geworden war", sagte die Frau. Er habe sich nicht mehr am Familienleben beteiligt, sei abends entnervt aus der Spielothek gekommen und regelmäßig laut geworden. Ausschlaggebend für ihren Antrag bei Gericht sei eine Situation gewesen, bei der der Mann sich nach einem Streit auf sie setzte und ein Kissen in die Hand nahm. Die Frau schilderte, Angst um ihr Leben gehabt zu haben. Nur mit aller Kraft habe sie sich aus dieser kritischen dieser Situation befreien können.

Trotz der gerichtlichen Anordnung, dass der Borgholzhausener sich seiner Ex-Freundin nicht mehr nähern durfte, fuhr der Beschuldigte immer wieder zu ihrer Wohnadresse, klopfte und klingelte. Wiederholt rief er die Wertheranerin auch an, an einem Tag sogar 26 Mal. Dabei bedrohte er sie mit Sätzen wie „Ich mach dich tot".

„Richtige Reue konnte ich hier heute leider nicht feststellen"

„Ich habe mir daraufhin eine neue Telefonnummer zugelegt, umziehen wollte ich jedoch nicht", so die Frau. Sie habe ihr Lebensumfeld für sich und ihre Kinder erhalten. Der Angeklagte gab zu, seine Ex-Freundin immer wieder kontaktiert habe. Aggressiv oder gar handgreiflich geworden sei er jedoch nie. „Das ist auch nicht Gegenstand der Anklage", so die Richterin. Sie sah die in der Anklage erhobenen Vorwürfe als erwiesen an. Strafverschärfend müsse die Beharrlichkeit des Beschuldigten auswirken, fand die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Strafmildernd sei zu berücksichtigen, dass der Angeklagte nicht vorbestraft sei.

Das Urteil lautete schließlich 7.000 Euro Strafe wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, Nachstellung und Bedrohung. „Richtige Reue konnte ich hier heute leider nicht feststellen", so die Richterin.

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