Ordnungshüter lässt beim Blitzen stundenlang Diesel-Motor laufen

Ärgerlicher Vorfall: Ratsherr Bodo Brinkmann beklagt das Verhalten eines Ordnungshüters

Anja Hanneforth

Der Kreis Gütersloh klärt auf: Der Wagen, aus dem jetzt in Werther beblitzt wurde, lief wegen des Heckscheibenwischers, nicht wegen der Heizung. - © Kreis Holzminden
Der Kreis Gütersloh klärt auf: Der Wagen, aus dem jetzt in Werther beblitzt wurde, lief wegen des Heckscheibenwischers, nicht wegen der Heizung. (© Kreis Holzminden)

Werther. Als SPD-Ratsherr Bodo Brinkmann am Donnerstagabend in der Ratssitzung von dem Vorfall berichtete, schüttelten die Politiker allesamt den Kopf. So etwas, da waren sie sich einig, dürfe nicht sein.

Brinkmann berichtete, dass vor Kurzem an der Bielefelder Straße ein Radarwagen zur Geschwindigkeitsmessung gestanden habe; was an dieser Stelle Richtung Ortsausgang Bielefeld häufiger vorkäme. Das Ärgerliche: „Der stand drei Stunden dort, und zwar mit laufendem Motor – ein Dieselfahrzeug." Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte sei das nicht zu tolerieren, empörte sich Brinkmann.

Auf Anfrage habe ihm der Mann gesagt, der Kreis Gütersloh habe ihn mit der Tempoüberwachung beauftragt. Der Wagen liefe aus dem Grund, da sonst die Technik der Radaranlage nicht funktioniere. Die Batterie allein gebe zu wenig Strom her. „Dem war vermutlich nur kalt, und er hatte seine Heizung laufen", vermutete Brinkmann.

„Alle unsere Wagen verfügen über eine Standheizung"

„So kann es nicht gewesen sein", korrigierte Kreissprecher Jan Focken auf Anfrage. Es sei richtig, dass der Mann im Auftrag des Kreises unterwegs gewesen sei. Drei Stunden stehe allerdings niemand an einem Ort, sondern in der Regel höchstens eineinhalb bis zwei Stunden. Der Motor sei aus dem Grund angestellt gewesen, da das Wetter regnerisch war und durch die Heckscheibe geblitzt wurde. Das funktioniere nur, wenn diese frei von Regentropfen sei. Also habe der Scheibenwischer laufen müssen. Die Blitzanlage erfordere keinen laufenden Motor, und die Heizung schon gar nicht, betonte Focken: „Alle unsere Wagen verfügen über eine Standheizung."

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