Schon vor Greta: Schüler sparen Strom und CO2

EGW: Eine Projektgruppe entwirft Ideen für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Klimascouts und Energiewächter setzen sie um. Die Ergebnisse sind verblüffend

Ekkehard Hufendiek

Prima Klima am EGW: Runja (von links), Alena, Marlene, Daniil, Julius, Nilo, Schulleiter Christian Kleist, Arved, Doris Diekmann, Ingrid Arning, sowie die Klimascouts Mariann und Tim setzen sich für die Umwelt ein. - © Ekkehard Hufendiek
Prima Klima am EGW: Runja (von links), Alena, Marlene, Daniil, Julius, Nilo, Schulleiter Christian Kleist, Arved, Doris Diekmann, Ingrid Arning, sowie die Klimascouts Mariann und Tim setzen sich für die Umwelt ein. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. Am Evangelischen Gymnasium Werther (EGW) bewegt sich viel in Sachen Umweltschutz. Nicht nur das Bewusstsein dafür ist bei den Schülern und den Lehrern gewachsen, auch das ressourcenschonende Verhalten. Das zumindest teilten jetzt die Schülergruppe »Prima-Klima« und ihre verantwortlichen Lehrerinnen Ingrid Arning und Doris Diekmann mit.

Schon lange bevor die 16-jährige, schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg Schlagzeilen machte und damit den Klimaschutz auf die Agenda setzte, hat die Gruppe am EGW ihr wachsendes Umweltbewusstsein praktisch in den Schulalltag eingebaut. Seit 2015 hat sie sich mit Lehrern zusammengesetzt, um über Mülltrennung, Insektenschutz oder Plastikvermeidung zu sprechen.

Das Gesagte setzte sie schon bald in die Tat um: Zunächst bauten die Schüler Insektenhotels, Igelhäuser und eine Hummelburg, später Nistkästen, die sie in die Bäume und ins Geländer auf dem Pausenhof hängten. Außerdem machten sie an einem Projekttag in der Schule mit einer effektvollen Aktion auf den hohen Plastiktütenverbrauch aufmerksam: „Deutschland ist hier weltweit einer der Spitzenreiter", beklagte Ingrid Arning im Pressegespräch.

Die wachsende Schülergruppe organisierte sich vor drei Jahren schließlich in einer Umwelt-Arbeitsgemeinschaft. Auf Initiative der Umwelt AG sammelten die Schüler 2016 alte Handys ein und schickten die Mobiltelefone zum Recyceln. Der Erlös kam den Berggorillas zugute.

Die umweltbewussten Jugendlichen intensivierten weiter die Anstrengungen fürs Klima und die Umwelt: Seit 2018 schlägt das EGW verstärkt einen Energiesparkurs ein. Das Ziel ist, die CO2-Emission der Schule jedes Jahr um drei Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 2017 zu senken.

Vier-Jahres-Ziel: 12 Prozent weniger Treibhausgas

Das bedeutet nach vier Jahren will die Schule ihre Treibhausgas-Emission um 12 Prozent reduziert haben. Unter dem Motto »Energiesparen macht Schule« wird das Projekt finanziell vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz gefördert.

Um möglichst viele Schüler mit einzubeziehen, bot die Schule seitdem zahlreiche Kurse an. Einer lautete »Going green – Gestalte unsere Zukunft nachhaltig und ressourcenschonend« für Schüler der Qualifikationsphase 1. Der Kurs widmete sich den Themen Müll- und Papiervermeidung und regte unter anderem an, schulintern auf Recycling-Papier umzustellen und Trennsysteme in den Klassenräumen aufzustellen. Des Weiteren informierte die Schülergruppe ihre Klassenkameraden darüber, auch im Winter die Thermostatventile nicht höher als Stufe 3 zu stellen. Außerdem verzichteten sie in den Klassenräumen vielfach darauf, Fenster auf kipp zu stellen. Stattdessen propagierten sie das Stoßlüften.

Energiewächter der unteren und Klimascouts der mittleren Jahrgangsstufen wachen über die Einhaltung der Energiesparregeln bei ihren Mitschülern. Allein im vergangenen Jahr hat die Schule durch die Vielzahl der Maßnahmen laut Ingrid Arning und Doris Diekmann ihre CO2-Emission um rund acht Tonnen zurückgeschraubt – eine stolze Leistung.

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