Umfrage: Kunden sind gegen Pläne für Radfahrer und Fußgänger in Werther

Hohe Beteiligung: Die Werbegemeinschaft hat die Fragebögen, die sie zum Thema Mobilität in den Geschäften ausliegen hatte, ausgewertet. Die Ergebnisse sind eindeutig

Anja Hanneforth

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Werther. Die Meinung der Bürger lässt keine Zweifel, und „nein, wir haben weder etwas verfälscht noch etwas unterschlagen oder anderweitig manipuliert", betont Vera Consbruch vom Vorstand der Werbegemeinschaft: Wenn es nach dem Ergebnis der Fragebogenaktion geht, dann wollen die Wertheraner und auch die Kunden von außerhalb, dass an den Stellflächen für Autos und Führung der Straßen nicht gerüttelt wird. Damit decken sich die Ergebnisse mit dem, was die Werbegemeinschaft schon lange fordert: „Bitte gar nichts verändern!"

Bekanntlich sind Rat und Verwaltung gerade dabei, ein Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Innenstadt. Vor allem Mitglieder des Klimastammtischs fordern mit Nachdruck, diese fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu machen, Alten Markt und Venghauss-Platz zumindest in Teilen für den Autoverkehr zu sperren, Stellplätze zu reduzieren und bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen. Ganz ähnlich die Ergebnisse der beiden Stadtspaziergänge, zu denen die Verwaltung mit Blick auf ihr Konzept eingeladen hatte. Dabei wurde zusätzlich vorgeschlagen, die Ravensberger Straße in eine Einbahnstraße umzuwidmen und den Alten Markt aus Richtung ZOB abzuklemmen, um insgesamt mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Nur: Die Auswertung der Fragebogenaktion der Werbegemeinschaft sagt etwas anderes. Neun Wochen lang, ab Anfang Juli, hatte die Kaufmannschaft Fragebögen in rund 30 Geschäften ausliegen. Mit rund 800 Rückläufen ist sie zufrieden.

Sperrung für Autos machen in Werther keinen Sinn

Und die Quintessenz ist deutlich: Von den Befragten – 80 Prozent aus Werther, elf Prozent aus Bielefeld, wenige aus Halle und Borgholzhausen – kommen die meisten mit dem Auto in die Stadt, nutzen allerdings nach eigener Aussage auch häufiger das Rad oder gehen zu Fuß. Die Ravensberger Straße als Einbahnstraße lehnen sie mehrheitlich ebenso ab wie das Abklemmen des Alten Marktes. Und, als Aussage für die Werbegemeinschaft noch wichtiger: Fast die Hälfte von ihnen, fände sie keine Parkplätze oder würde sie Umwege fahren müssen, würde seltener in Werther einkaufen. Von neu geschaffenen Verweilmöglichkeiten würden zwar 30 Prozent der Befragten Gebrauch machen, 65 Prozent hingegen nicht.

„Selbst wenn die Umfrage nicht die gesamte Bevölkerung abdeckt – die Tendenz ist klar", findet Ulrich Kullak: In großen Städten mache eine Sperrung für Autos sicherlich Sinn, in kleinen wie Werther nicht. Viele Kunden seien nicht gewillt, lange Fußwege zum Einkaufen zurückzulegen. Natürlich sei die Werbegemeinschaft nicht gegen den Klimaschutz, betont er. „Aber uns ist es wichtig, dass die Geschäfte überleben." Und die Situation des Einzelhandels sei schon heute angespannt.

Die Ergebnisse der Umfrage wird die Werbegemeinschaft nun im Rathaus abgeben – in der Hoffnung, dass die Entscheidungen, die dort gefällt werden, ihre Wünsche berücksichtigen.

Info
90,8 Prozent der Befragten kommen mit dem Auto in die Innenstadt. Die meisten von ihnen sind zwischen 40 und 60 Jahre alt und wohnen am Ort.
63,5 Prozent der befragten Bürger wollen nicht, dass die Zufahrt zum Alten Markt aus Richtung Busbahnhof untersagt wird.
67,7 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, die Ravensberger Straße in eine Einbahnstraße umzuwandeln.

Quelle: Werbegemeinschaft Werther.

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