Kein Job für schwache Nerven: Darum ist dieses Team Gold wert

In der Praxis Dr. Decius am Alten Markt sind die Mitarbeiterinnen besonders treu. Es gibt gleich drei Jubiläen zu feiern. Nicht nur das Aufgabenfeld, auch das Patientenverhalten hat sich geändert.

Birgit Nolte

Arbeitgeber und Jubilarinnen: Heike Gießelmann, Dr. Dirk Decius, Tanja Bitsching, Petra Wachsmuth und Dr. Hans-Joachim Decius (von links). - © Birgit Nolte
Arbeitgeber und Jubilarinnen: Heike Gießelmann, Dr. Dirk Decius, Tanja Bitsching, Petra Wachsmuth und Dr. Hans-Joachim Decius (von links). (© Birgit Nolte)

Werther. Rezepte herausgeben, Termine vereinbaren, ungeduldige Patienten beruhigen – der Job der Medizinischen Fachangestellten ist nichts für schwache Nerven. Ein gutes Team ist da Gold wert. Und genau das bilden Heike Gießelmann (57) und Petra Wachsmuth (61) bereits seit 40 Jahren. Vor 30 Jahren kam Tanja Bitsching (46) dazu und machte die bestens funktionierende Mannschaft in der Hausarztpraxis von Dr. Hans-Joachim Decius am Alten Markt komplett.

Als Arzthelferinnen sind die drei seinerzeit noch in den Beruf gestartet. Nicht nur die Jobbezeichnung hat sich seitdem geändert. Krankenakten per Hand anlegen, Röntgen oder Krankenscheine zählen für die Abrechnung gehören der Vergangenheit an. 1991 hielt der Computer Einzug. Weniger Arbeit hat die moderne Technik nicht gebracht. Dafür ist der Bürokratie-Berg angewachsen. „Heute muss immer mehr dokumentiert werden", erläutert Dr. Dirk Decius, der die Praxis vor einigen Jahren von seinem Schwiegervater übernommen hat.

Nicht nur das Aufgabenfeld, auch das Patientenverhalten hat sich geändert. „In den Achtzigern hatten wir jeden Tag einen Notfall zu behandeln", berichtet Dr. Hans-Joachim Decius. Nicht allein durch die Ärztlichen Notdienste kommt das heute selten vor. Wurden früher noch Krankheiten verschleppt, suchen die meisten Patienten heute deutlich früher einen Arzt auf.

"Praxisbesuch am liebsten donnerstags, weil es dann frischen Lesezirkel-Lesestoff gibt"

Manche kleine Eigenheit ist aber geblieben. „Es gibt immer noch Patienten, die am liebsten am Donnerstag kommen, weil es dann frischen Lesezirkel-Lesestoff gibt", berichtet Jubilarin Petra Wachsmuth, die ihre Ausbildung in Bielefeld absolvierte und in Melle wohnt, mit einem Augenzwinkern.

Ihre beiden Kolleginnen leben in Werther und wurden auch von Dr. Hans-Joachim Decius und seiner Ehefrau Ulrike ausgebildet. Deren Dank ist den langgedienten Mitarbeiterinnen genauso so sicher wie die Wertschätzung des aktuellen Chefs: „Man kann es nicht hoch genug schätzen, mit wie viel Engagement und Herzblut Sie jeden Tag ihre Arbeit verrichten", so Dr. Dirk Decius, der den Jubilarinnen bei einer kleinen Feier Urkunden und Anstecknadeln von der Westfälischen Ärztekammer überreichte.

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