Poppe + Potthoff: „Kurzarbeit gibt uns die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu erhalten“

Claus Meyer

Schwierige Zeiten: Die Firma Poppe + Potthoff hat am Stammsitz in Werther für 60 Kollegen Kurzarbeit angeordnet. Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth
Schwierige Zeiten: Die Firma Poppe + Potthoff hat am Stammsitz in Werther für 60 Kollegen Kurzarbeit angeordnet. Foto: Anja Hanneforth (© Anja Hanneforth)

Werther. Wie lange die Kurzarbeit bei Poppe + Potthoff in Werther noch dauern wird, ist derzeit unklar. „Planbar ist das nicht", sagte der Betriebsratsvorsitzende Meik Waschilewski am Donnerstag dem Haller Kreisblatt. Gesetzlich wären laut Sozialgesetzbuch bis zu einem Jahr möglich, bei „außergewöhnlichen Verhältnissen" auch zwei Jahre. „Das hoffen wir natürlich nicht", sagte Waschi-lewski.

Unabhängig von der Kurzarbeit laufe der Dreischichtbetrieb bei Poppe + Potthoff weiter, teilte der Betriebsratsvorsitzende mit. Die Beschäftigten seien auf einer Betriebsversammlung im August über die geplante Kurzarbeit informiert worden. In Kraft ist sie wie berichtet seit diesem Monat. Ob weitere Standorte von Poppe + Potthoff betroffen seien, konnte Waschilewski nicht sagen.

Geschäftsführer führt Konjunktursorgen ins Feld

Bengt Henning Maas, Geschäftsführer des Rohrwerks, äußerte sich am Donnerstag schriftlich zur Kurzarbeit. Das Unternehmen sei froh, „dass uns der Gesetzgeber mit der Kurzarbeit die Möglichkeit gibt, die Arbeitsplätze zu erhalten", wird er in einer Pressemitteilung von Poppe + Potthoff zitiert. Konjunktursorgen lasteten zunehmend auf der Industrie.

Im Wertheraner Werk, in dem Poppe + Potthoff seit 1928 Präzisionsstahlrohre zieht, werde die Produktion wegen der derzeitigen Zurückhaltung bei der Auftragsvergabe kurzfristig zurückgefahren. Im Rohrwerk würden Vorprodukte für Komponenten in Nutzfahrzeugen, Pkws und der allgemeinen Industrie hergestellt, erklärt Maas. Um Lieferzeiten zu verkürzen, hätten sich viele Kunden Lager eingerichtet, die nun abgebaut würden.

„Verunsicherung und Kaufzurückhaltung"

„Es ist kein Wegbrechen von Produktbereichen oder Kunden zu beobachten, sondern einzig eine starke Verunsicherung und Kaufzurückhaltung. Daher wird die Kurzarbeit auch in Zeiten geringer Produktionsauslastung auch nur solange bestehen bleiben, bis sich das gesamtkonjunkturelle Umfeld wieder zum Positiven wendet", wird Maas weiter zitiert.

Poppe + Potthoff beschäftigt im Rohrwerk derzeit rund 170 Mitarbeiter, die in unterschiedlichem Maße von den reduzierten Arbeitszeiten betroffen sein werden, so der Geschäftsführer. Wie berichtet arbeiten laut IG Metall derzeit 60 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.