Kurzarbeit bei Poppe + Potthoff in Werther: Automobilzulieferer in der Krise

60 Kollegen sind am Stammwerk in Werther betroffen, die Gewerkschaft nennt die schwierige wirtschaftliche Situation der gesamten Branche als Grund. Kündigungen soll es jedoch keine geben

Anja Hanneforth

Schwierige Zeiten: Die Firma Poppe + Potthoff hat am Stammsitz in Werther für 60 Kollegen Kurzarbeit angeordnet. - © Anja Hanneforth, HK
Schwierige Zeiten: Die Firma Poppe + Potthoff hat am Stammsitz in Werther für 60 Kollegen Kurzarbeit angeordnet. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Nach einer Reihe anderer Firmen der Region ist nun auch das Unternehmen Poppe + Potthoff betroffen und hat für einen Teil seiner Belegschaft Kurzarbeit angeordnet. Wie Ute Herkströter von der IG Metall auf Anfrage des Haller Kreisblatts bestätigte, gelte dies seit Anfang des Monats für aktuell 60 der rund 170 Kollegen am Stammwerk an der Engerstraße. Betroffen seien ausschließlich Mitarbeiter aus dem Bereich der Produktion, ein Stellenabbau sei nicht geplant.

Werthers großer Arbeitgeber fertigt für Zulieferbetriebe der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche, aber auch den Schiffbau und ähnliche Industriezweige unter anderem Präzisionsstahlrohre, Common Rails und Hochdruckleitungen vornehmlich zum Einbau in Dieselmotoren an. Die allgemein schwächelnde Konjunktur und dazu die aktuelle Krise der Automobilbranche machen die Lage für Spezialisten wie P + P entsprechend schwer. „Es ist eine Entwicklung, die wir derzeit in vielen Betrieben erleben", musste Ute Herkströter daher konstatieren. Unsicherheiten durch den anstehenden Brexit und den Handelskrieg zwischen den USA und China, außerdem der geplante Ausbau der E-Mobilität machten die Situation nicht leichter. Man werde die Entwicklungen der kommenden Monate genau beobachten und dann abwarten müssen, bevor man sagen könne, wohin die Reise geht. Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bielefeld zeigte sich jedoch froh über das Instrument der Kurzarbeit; auf diese Weise könnten Kündigungen vermieden werden.

Wie lange die Kurzarbeit im Wertheraner Unternehmen andauern und wie sie sich auf den Drei-Schicht-Betrieb auswirken wird, konnte sie nicht sagen.

Ein Vertreter der Geschäftsleitung war gestern ebenso wenig für ein Gespräch zu erreichen wie ein Vertreter des Betriebsrats.

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