Chaos an Wertheraner Schulbushaltestelle soll behoben werden

Schüler, Busse, Elterntaxis: Zu Schulbeginn und Schulschluss der Gesamtschule herrschen an der Haltestelle Weststraße teils chaotische Zustände. Das will die SPD nicht länger hinnehmen und fordert Abhilfe

Anja Hanneforth

Nur mit Schwierigkeiten: Ein großer Gelenkbus wie dieser braucht beim Einfahren in die Haltestelle an der Weststraße viel Platz zum Ausholen. Im Ergebnis heißt dies, dass er nicht über die ganze Länge direkt an der Bordsteinkante zum Halten kommt und daher nicht überall einen ebenerdigen Einstieg möglich macht. - © Anja Hanneforth, HK
Nur mit Schwierigkeiten: Ein großer Gelenkbus wie dieser braucht beim Einfahren in die Haltestelle an der Weststraße viel Platz zum Ausholen. Im Ergebnis heißt dies, dass er nicht über die ganze Länge direkt an der Bordsteinkante zum Halten kommt und daher nicht überall einen ebenerdigen Einstieg möglich macht. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Noch ein Tag, dann nimmt an der Gesamtschule in Werther wieder der tägliche Wahnsinn seinen Lauf: Zu Schulbeginn und Schulschluss strömen die Schüler von oder zur Haltestelle Weststraße, steigen in die Busse ein oder aus, warten auf andere Busse, die ihrerseits an der Weststraße warten, um in den Haltebereich einzufahren. Dazwischen Jugendliche, die über die Straße baseln, Eltern, die beiderseits der Weststraße mit ihren Wagen die Kinder abliefern oder einsammeln, und gleich daneben die AWO-Kita mit den ganz jungen Kindern, die ebenfalls gebracht oder abgeholt werden. Geordnet geht anders, an Dinge wie Barrierefreiheit ist im Haltebereich ohnehin nicht zu denken. An dieser Situation will die SPD nun grundlegend etwas ändern und stellte jetzt einen entsprechenden Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss.

Ratsherr Bodo Brinkmann sprach angesichts der Enge und Unübersichtlichkeit der Haltestelle und des hohen Verkehrsaufkommens zu den Stoßzeiten von einer „zunehmenden Gefährdung" der Schüler und vor allem der Kindergartenkinder. Die Haltestelle sei in ihrer jetzigen Form zwar gut gedacht, werde ihren Anforderungen aber mitnichten gerecht.

Georg Hartl (SPD) kannte auch den Grund, warum dies so ist: „Die Haltestelle ist gebaut worden, da war die Gesamtschule noch die Hauptschule, und die hatte deutlich weniger Schüler." Die Kita selbst hätte damals noch gar nicht existiert.

SPD findet Barrierefreiheit nicht ausreichend umgesetzt 

Olaf Wöhrmann (UWG) sah als Grund für das erhöhte Gefahrenpotenzial die Elterntaxis. „Sie verschlimmern die Situation erheblich."

Auch was die Barrierefreiheit angeht, beklagte die SPD deutliche Defizite. Das läge nicht zuletzt an der Mittelinsel. So kämen die großen Gelenkbusse nur mit Schwierigkeiten um die Kurve. Und weil ihr Radius so groß ist, könnten die Busse nicht nah genug an den Bordstein heranfahren. Ein barrierefreier Einstieg sei für die Schüler daher nur eingeschränkt möglich.

„Hier muss sich etwas ändern", forderte Bodo Brinkmann daher für seine Fraktion und stellte den Antrag, die Verwaltung möge Wege zur Neugestaltung der Haltestelle oder gegebenenfalls einer Verlegung aufzeigen. Diesem Antrag konnten sich die übrigen Fraktionen einstimmig anschließen.

Elterntaxis: Sie machen die Situation an der Schulbushaltestelle Weststraße unnötig gefährlicher, wie die Fraktionen jetzt im Haupt- und Finanzausschuss beklagten. - © Anja Hanneforth, HK
Elterntaxis: Sie machen die Situation an der Schulbushaltestelle Weststraße unnötig gefährlicher, wie die Fraktionen jetzt im Haupt- und Finanzausschuss beklagten. (© Anja Hanneforth, HK)

2020 soll geplant, 2021 dann gebaut werden

Wie Bürgermeisterin Marion Weike ausführte, habe man die Umgestaltung der Haltestelle bereits in den Finanzplan aufgenommen – wenn auch nicht an erster Stelle. Nach Vorgabe des Kreises Gütersloh müsse sie bis Anfang 2022 barrierefrei ausgebaut sein. Es bliebe also noch ausreichend Zeit.

Hauptamtsleiter Guido Neugebauer führte auf Anfrage des Haller Kreisblatts aus, wie der weitere Planungsweg aussehen soll: So sei die Weststraße eine von mehreren Haltestellen, die in nächster Zeit an die aktuellen Anforderungen angepasst und dazu barrierefrei ausgebaut würden. Der ZOB und die Anlage in Theenhausen seien bereits in der Umsetzung, die Haltestellen Borgholzhausener Straße/Kök und Grundschule Langenheide stünden noch aus, genau wie die Weststraße. Hier habe es bereits ein erstes Treffen mit dem Planungsbüro gegeben, als nächstes werde man Mittel beim Fördergeber beantragen. 2020 könnte man dann für die Planung nutzen, 2021 für den Bau.

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