Duran: Wertheraner Unternehmen mischt mit bei den Öl-Riesen der Welt

Großhandel: Ilona Wilms hat in Werther ein mittelständisches Unternehmen mit fünf Millionen Euro Jahresumsatz aufgebaut. In der Rodderheide entsteht für 1,6 Millionen Euro ein neuer Firmensitz

Detlef Hans Serowy

Ilona Wilms, Geschäftsführerin der Firma Duran Lubricants & Chemicals GmbH aus Werther. Foto: Detlef Hans Serowy - © Detlef Hans Serowy
Ilona Wilms, Geschäftsführerin der Firma Duran Lubricants & Chemicals GmbH aus Werther. Foto: Detlef Hans Serowy (© Detlef Hans Serowy)

Werther. Hidden Champions, verborgene Gewinner, ist eine Bezeichnung für wenig bekannte, aber erfolgreiche Unternehmen. Den Namen Duran Lubricants & Chemicals GmbH dürften nicht viele Wertheraner kennen. Trotzdem ist das Unternehmen hier seit 2005 als Großhändler für Motoröle und Chemikalien aktiv und setzt mit acht Beschäftigten fünf Millionen Euro im Jahr um.

Vielfalt: Eine Auswahl der Produkte, die die Firma Duran aus Wether in 40 Länder der Welt vertreibt. Foto: Detlef Hans Serowy - © Detlef Hans Serowy
Vielfalt: Eine Auswahl der Produkte, die die Firma Duran aus Wether in 40 Länder der Welt vertreibt. Foto: Detlef Hans Serowy (© Detlef Hans Serowy)

„Ich wollte einen starken Namen, der für Beweglichkeit und Spaß steht." Ilona Wilms mag die Musik der Popgruppe Duran Duran aus England und leitet deshalb 2005 den Namen ihrer Firma vom Bandnamen ab. Sie selbst stammt aus der Ukraine und lebt seit 1990 in Deutschland. „In Russland habe ich Jura studiert", erzählt die Geschäftsführerin und Mitinhaberin von Duran. Der Abschluss wird in Deutschland nicht anerkannt und Ilona Wilms macht sich auf den Weg. Sie lernt Industriekauffrau und studiert anschließend BWL im Fernstudium.

In der Männerwelt des Ölhandels behauptet

14 Jahre lang arbeitet sie daraufhin im Export eines Mannheimer Schmierstoffkonzerns. „Ich bin eher zufällig in die Ölbranche gekommen", berichtet sie. Frauen seien dort selten aktiv. Das interessiert die Kauffrau aber nicht. Sie will sich in der Männerwelt des Ölhandels behaupten.

„2005 habe ich das Angebot bekommen, mich selbstständig zu machen." Ein Ölhersteller aus Ankum sucht einen Weg, seine Produkte zu vertreiben, und gründet deshalb mit Ilona Wilms die Firma Duran. „Ich habe in Werther gelebt und wollte gern hier bleiben." Also wird Werther zum Firmensitz.

Mit Marion Mehler – heute immer noch im Unternehmen – fängt Ilona Wilms das Geschäft an. „Deutsches Öl ist besonders in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sehr gefragt", erläutert die Geschäftsführerin. In diese Länder baut sie zunächst viele erfolgreiche Geschäftskontakte auf.

„Es gibt da viele Fahrzeuge aus Deutschland und die brauchen hochwertiges Öl", erklärt Ilona Wilms den Hintergrund. Wenn Öl nachweislich aus Deutschland kommt, darf es 50 Prozent teurer als einheimische Ware sein. „Wir haben eine Freigabe von Daimler Benz, und das überzeugt."

Das Preis-Leistungs-Verhältnis müsse natürlich stimmen. „Wir haben Öle von einem bis 20 Euro pro Liter im Programm." Hinzu kommen Chemieprodukte rund um das Automobil. Frostschutz für den Kühler, Scheibenreiniger, Autopflegemittel und verschiedene Schmierfette. „Wir liefern die Produkte von der Fabrik bis zum Großhändler vor Ort", betont Ilona Wilms. Duran beauftragt die Spedition und übernimmt auch die Zollformalitäten. Nicht nur dabei kommt der Geschäftsfrau ihr russisches Jurastudium zugute. „Bei Verträgen macht mir keiner was vor."

Unter der Marke Fosser exportiert Duran das Öl aus Ankum jetzt in 40 Länder der Welt. „Es gibt aber noch 120 Länder, die wir beliefern könnten", sagt Ilona Wilms ehrgeizig. Rund 1.000 Produkte hat sie im Portfolio und ständig neue Ideen. „Gern möchte ich auch Fahrzeugersatzteile liefern können." Auf der aktuellen Fläche ist das allerdings nicht möglich. Die Firma hat derzeit 120 Quadratmeter Büro- und 200 Quadratmeter Lagerfläche. „Wir haben keinen Platz für zusätzliche Arbeitsplätze und für den Direktverkauf an Endverbraucher, den ich verstärken möchte", sagt Ilona Wilms.

Damit die großen Pläne nicht am beschränkten Platz scheitern, baut sie gerade im Industriegebiet Rodderheide ein neues Gebäude. „Wir investieren hier 1,6 Millionen Euro." Dafür gibt es 400 Quadratmeter Büro- und 600 Quadratmeter Lagerfläche. Für die Zukunft bleiben Ausbaureserven.

Läuft alles nach Plan, soll die Firma Duran im September in die Rodderheide ziehen – und die Belegschaft dort im ersten Jahr auf 15 Mitarbeiter wachsen. Mit dabei ist Tochter Bettina Wilms. Die 29-Jährige arbeitet als Exportmanagerin für ihre Mutter und hilft dabei, den Hidden Champion Duran bekannter zu machen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.