Werthers Ratsvertreter sehen Backhaus-Pläne in Häger kritisch

Skepsis: Die Politiker sorgen sich, dass das Haus nicht lange Bestand haben könnte, und fordern zunächst Klarheit, bevor sie das Grundstück zur Verfügung stellen

Anja Hanneforth

So könnte es aussehen: Hägers geplantes Backhaus auf dem Gelände zwischen Bürger- und Bücherhaus. - © Knut Weltlich
So könnte es aussehen: Hägers geplantes Backhaus auf dem Gelände zwischen Bürger- und Bücherhaus. (© Knut Weltlich)

Werther-Häger. Eigentlich finden Werthers Ratsvertreter die Idee eines Backhauses in Häger gut. Wenn es allerdings darum geht, für den Bau ein städtisches Grundstück kostenfrei zur Verfügung zu stellen, sind sie skeptisch. Erst wollen sie ganz sicher sein, dass die Finanzierung steht und die Hägeraner auch mitziehen, indem sie sich selbst mit Arbeitsleistung einbringen und das Backhaus auch betreiben. Erst dann würden sie dem Verein das Recht auf Nutzung des Grundstücks für zunächst zwölf Jahre zusprechen.

Anfang 2018 hat sich eine Gruppe von Hägeranern unter dem Vorsitz von Knut Weltlich zum Backhaus-Verein zusammengeschlossen. Mit dem Ziel, ein solches Haus im Ortsteil zu realisieren. Stehen soll es nach Wunsch der Initiatoren auf dem Grundstück zwischen Bürger- und Bücherhaus, kosten würde es geschätzt zwischen 70.000 und 80.000 Euro. Die zunächst ins Auge gefasste Idee, ein bereits existierendes Backhaus von einem alten Hofgelände zu erwerben, hat sich zerschlagen – „das hat leider nicht geklappt", bedauert Erika Sahrhage, Schriftführerin des Vereins.

"Nicht, dass es am Ende leer steht"

Um die erhebliche Summe überhaupt aufzubringen, hat die Stadt nach einem Beschluss der Politik inzwischen Fördergelder bei der NRW-Stiftung und über das Dorferneuerungsprogramm beim Land beantragt. Fließen würden die Mittel allerdings erst, wenn die Grundstücksfrage geklärt ist. Weshalb der Verein sich jetzt mit einem Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss gewandt hat.

Und hier zeigte sich erneut, dass die Ratsvertreter der Sache zwar positiv gegenüberstehen, aber Sicherheiten sehen wollen, dass das Haus auch über Jahre betrieben wird. „Nicht, dass es am Ende leer steht", brachte Andreas Honsel (FDP) seine Befürchtungen auf den Punkt.

Eine Einwohnerversammlung soll das mögliche Engagement beleuchten

Daher sein Vorschlag: Den Antrag des Vereins bis nach den Ferien zurückzustellen und zunächst in Häger eine Einwohnerversammlung durchzuführen und abzuklopfen, wie groß das Interesse vor Ort und die Bereitschaft ist, sich einzubringen. „Denn nichts wäre schlimmer, als wenn das Haus dort steht und dann nichts mehr passiert."

Das sah CDU-Fraktionschefin Birgit Ernst genauso. Sie hielt es darüber hinaus für wichtig sicherzustellen, dass die gesamte Dorfgemeinschaft in Häger das Projekt mitträgt. Womit sie auf den Konflikt zwischen den Vorständen von Heimatverein und Backhausverein ansprach (das HK berichtete). „Bei so einem Projekt muss es ein Miteinander geben, da gehören alle an einen Tisch", sagte sie.

Sogar einen Bäckermeister gibt es schon

Georg Hartl (SPD) fragte sich, ob der Verein wohl wirklich zwölf Jahre, also die Laufzeit des Grundstücksvertrags, Bestand haben werde. Er unterstützte daher ebenfalls den FDP-Vorschlag.

Erika Sahrhage vom Backhaus-Verein, selbst SPD-Ratsfrau, kann die Bedenken verstehen und findet die Idee einer Einwohnerversammlung daher gut. Auf Anfrage des HK berichtet sie, dass man diesen Vorschlag in einer Vorstandssitzung ebenfalls begrüßt habe. Bürgermeisterin Marion Weike werde zu dem Abend einladen und ihn auch moderieren. „Denn wenn so ein Haus mit Steuergeldern finanziert wird, darf es nicht sein, dass es leer steht."

Die Hägeranerin erzählt, dass es bereits einen Dachdecker und einen Architekten gibt, die beim Bau helfen würden. Genau wie Bäckermeister Ulrich Wefing sich bereiterklärt habe, das Backen zu übernehmen.

Beim Sonnenblumenfest am 8. September will der Verein erst einmal echtes Holzofenbrot zum Kauf anbieten. „Damit alle Bürger selbst erleben können, wie toll das schmeckt."

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