Vor 50 Jahren startete dieses Wertheraner Unternehmen in einer Bielefelder Garage

Heute stehen Tochter Christiane Schröer und Schwiegersohn Dr. Dirk Schröer an der Spitze eines kleinen, feinen Unternehmens in Arrode

Kerstin Spieker

50 Jahre Firma Winkler: IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden (Mitte) überreichte die Urkunde zum goldenen Firmenjubiläum. Dr. Dirk Schröer und seine Frau Christiane Schröer nahmen sie entgegen. Auch Firmengründer Alfred Winkler und seine Frau Christa Winkler waren dabei. Im Hintergrund verfolgen vier der sieben Mitarbeiterinnen, Brigitte Kindermann (von links) Bettina Schwarz, Simone Fels und Heidrun Bernert, das Geschehen. - © Kerstin Spieker, HK
50 Jahre Firma Winkler: IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden (Mitte) überreichte die Urkunde zum goldenen Firmenjubiläum. Dr. Dirk Schröer und seine Frau Christiane Schröer nahmen sie entgegen. Auch Firmengründer Alfred Winkler und seine Frau Christa Winkler waren dabei. Im Hintergrund verfolgen vier der sieben Mitarbeiterinnen, Brigitte Kindermann (von links) Bettina Schwarz, Simone Fels und Heidrun Bernert, das Geschehen. (© Kerstin Spieker, HK)

Werther. Oft spielen sie sich geräuschlos ab, eher unbemerkt – die Geschichten, die getragen sind von Verantwortungsbewusstsein, gesundem Menschenverstand und unternehmerischer Kraft. Und dann plötzlich wirft ein kleines Ereignis ein Schlaglicht auf sie. So geschehen in dieser Woche in Werthers Arrode. Dr. Christoph von der Heiden, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, reiste an, um eine Urkunde zu einem 50. Firmenjubiläum dorthin zu tragen. Und rückte damit die Firma Winkler Filtertechnologie in den Blick. Und der lohnt sich.

„Wir haben es bei Ihnen mit einer dieser Firmen zu tun, die quasi die Kernkraft der Wirtschaft bilden", fand von der Heiden anerkennende Worte für das Familienunternehmen. In zweiter Generation haben hier Diplom-Textil-Ingenieurin Christiane Schröer und Dr. Dirk Schröer die Zügel in der Hand. Zur Feier des goldenen Firmenjubiläums waren auch Firmengründer Alfred und Christa Winkler zugegen und freuten sich mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn über das Erreichte.

Die Keimzelle des Filterspezialisten liegt in einer Garage in Bielefeld. „Das war wie eine Art Silicon Valley Ostwestfalens", erzählt Alfred Winkler und schmunzelt. Völlig abseitig ist der Vergleich aber nicht. Denn was zur Kernkompetenz der Firma Winkler gehört, beinhaltet durchaus jede Menge Technologie.

Früher mit der Elektroschere, heute mit dem Lasercutter

„Grundsätzlich geht es darum, Feststoffe aus Flüssigkeiten zu filtern", bringt es Dirk Schröer auf den Punkt. Zur Kundschaft zählen Kommunen, die unerwünschte Bestandteile aus ihrem Regenwasser fischen wollen, ebenso wie Industrieunternehmen, die in ihren Produktionsabläufen auf präzise Trennungsverfahren angewiesen sind. Darin, ein so großes Einsatzspektrum abdecken zu können, liegt unter anderem die Stärke des kleinen Unternehmens in Werther. Denn hier werden Lösungen passgenau angefertigt. „Früher haben wird die Zuschnitte der Spezialgewebe mit der Elektroschere gemacht", erzählt Christa Winkler. Inzwischen haben zwei hochmoderne Lasercutter die Schere abgelöst.

Die arbeiten so präzise, dass auch andere Unternehmen bei Winkler Zuschnitte in Arbeit geben. „Unser zweites Standbein", sagt Dirk Schröer. Sieben Mitarbeiterinnen sind in der Firmenhalle gegenüber dem Böckstiegel-Museum tätig.

Dorthin zog die Firma Winkler 1991. Von Bielefeld aus waren Alfred und Christa Winkler mit ihrer Manufaktur 1987 zunächst an die Ravensberger Straße gezogen, dann, weil das kleine Unternehmen wuchs, an die Arrode. Hier teilte man sich den Platz mit der Tischlerei Möller, nach und nach übernahm Winkler die Räumlichkeiten komplett. Als es dann erneut um eine Betriebserweiterung ging, entschieden sich Christiane und Dirk Schröer, an der Optimierung von Arbeitsprozessen und der effizienteren Nutzung von Raum zu arbeiten. Ergebnis: „Für die nächsten zehn Jahre kommen wir absolut zurecht mit unserem Platz", so Dirk Schröer.

Im Zuge der Raumnutzungsoptimierung haben die Schröers auch an einigen anderen Schrauben gedreht, nutzen Naturstrom, haben ein Elektroauto angeschafft und engagieren sich für den Erhalt des Eisvogels und seines Lebensraums. Dass Firma Winkler beim Materialeinkauf möglichst regional agiert, versteht sich für Dirk Schröer von selbst.

Und das Gesamtkonzept Winkler kommt an. Im Inland und im europäischen Ausland schätzt man die Mischung aus Zuverlässigkeit und Flexibilität, für die das Wertheraner Unternehmen steht. Das bestätigt die Liste der namhaften Kunden eindrucksvoll. „Hier ist etwas geglückt, was durchaus nicht überall so funktioniert", urteilt IHK-Geschäftsführer von der Heiden. Der Generationswechsel habe Anfang 2000 offenbar nicht nur reibungslos funktioniert, die nächste Generation habe die Unternehmensidee auch weitergeführt und damit zukunftsfähig gemacht.

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