Zweites Windrad in Häger: Anwohner scheitert im Eilverfahren

Anja Hanneforth,Claus Meyer

Im Eilverfahren gescheitert: Die Klage von Anlieger Frank Uphaus gegen den Kreis Gütersloh. Der hatte den Bau des zweiten Windrad in Häger genehmigt. Im Bild zu sehen ist das Windrad bei Surmann.?Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth
Im Eilverfahren gescheitert: Die Klage von Anlieger Frank Uphaus gegen den Kreis Gütersloh. Der hatte den Bau des zweiten Windrad in Häger genehmigt. Im Bild zu sehen ist das Windrad bei Surmann.?Foto: Anja Hanneforth (© Anja Hanneforth)

Werther. Erst Ende April ging die Klage beim Verwaltungsgericht in Minden ein, jetzt liegt im Eilverfahren bereits ein erster Beschluss vor: Das Gericht konnte sich den Argumenten von Anwohner Frank Uphaus nicht anschließen. Stattdessen gaben die Richter dem Kreis Gütersloh Recht, der die Anlage zuvor genehmigt hatte. Anhängig ist weiterhin das Hauptverfahren gegen das geplante Windrad.

Knapp 500 Meter Abstand liegen zwischen dem Wohnhaus von Frank Uphaus an der Engerstraße und dem geplanten Windriesen an der Holzstraße. Sorgen machen dem Hägeraner viele Dinge, neben der optisch bedrängenden Wirkung der 200-Meter-Anlage zählen dazu auch Immissionen wie Lärm, Schall und Infraschall.

"Für uns war die Sache klar"

All diese Punkte seien in dem Eilverfahren vom Gericht abgehandelt worden, erläutert Bernhard Bußwinkel. Der Leiter der Bauabteilung beim Kreis Gütersloh ist zufrieden mit dem Ergebnis aus Minden, hatte es auch nicht anders erwartet. „Für uns war die Sache klar, dies ist kein schwieriges Verfahren."

Uphaus selbst erhielt am Mittwoch das 14-seitige Schreiben des Verwaltungsgerichts. Auch er zeigte sich vom Ausgang des Eilverfahrens nicht überrascht. „Ich werde nun in Ruhe überlegen, ob ich die zweite Instanz anrufe", sagte er. Das ist bei einem Eilverfahren prinzipiell in Form einer Beschwerde möglich. Zuständige Instanz wäre im vorliegenden Fall das Oberverwaltungsgericht Münster.

Mit einem Urteil im Hauptverfahren rechnet Uphaus erst im kommenden Jahr. Amrei Stocksmeyer, Sprecherin des Verwaltungsgerichts Minden, teilte am Mittwoch mit, dass es noch keinen Verhandlungstermin für das Hauptverfahren gebe. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Eilverfahren bedeute, dass die Oldenburger Firma Projekt Ökovest mit dem Windradbau beginnen könne.

Während Bernhard Bußwinkel nun gelassen abwartet, ob Anwohner Frank Uphaus in die nächste Runde geht, sieht er der ebenfalls im Raum stehenden Klage durch die Stadt weniger entspannt entgegen. „Denn dieses Verfahren ist schon sehr speziell", meint er.

Bußwinkel hält die ebenfalls anhängige städtische Klage für einzigartig

Wie berichtet hat die Stadt wegen einer planungsrechtlichen Besonderheit Klage in Minden eingereicht. Ihrer Ansicht nach hätte der Kreis das Windrad nicht genehmigen dürfen, da bei gewisser Windrichtung ein Rotorblatt in den Geltungsbereich des Bebauungsplans hineinragt, der an der Holzstraße existiert. Und der sieht eine Höhenbegrenzung von Windrädern von 80 Metern vor.

„So ein Fall", ist sich Bußwinkel sicher, dürfte in Deutschland wohl einzigartig sein. Er sei jedoch überzeugt, mit seiner Einschätzung richtig zu liegen. Wann es in der Sache zum Verfahren kommt, konnte er nicht sagen. Der Kreis müsse in der Angelegenheit auch noch eine Stellungnahme abgeben.

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