Neue Linie geplant: Mit dem Bürgerbus zum Böckstiegel-Museum

Der Bürgerbusverein arbeitet an einem Vorschlag für eine neue Linienführung, die auch den Bereich Schloßstraße ansteuern soll. Dies ist nur ein Ergebnis aus einer umfassenden Befragung

Birgit Nolte

Ein Wunsch der Wertheraner: Der Bürgerbus bleibt eine Erfolgsgeschichte. Bisher hat er dafür gesorgt, dass die Ortsteile Häger und Theenhausen an die Innenstadt angeschlossen werden. Jetzt soll die Runde Richtung Schloßstraße erweitert werden. - © Anke Schneider
Ein Wunsch der Wertheraner: Der Bürgerbus bleibt eine Erfolgsgeschichte. Bisher hat er dafür gesorgt, dass die Ortsteile Häger und Theenhausen an die Innenstadt angeschlossen werden. Jetzt soll die Runde Richtung Schloßstraße erweitert werden. (© Anke Schneider)
Hat sich beteiligt: Vorsitzender Heinz Deppermann (vorne rechts) überreicht Ingrid Meißner, Gewinnerin der Bürgerbus-Befragungsverlosung, Gutschein und Blumenstrauß. Die Mitglieder Ulrich Wefing (hinten von links), Eduard Siekendieck und Dietmar Krüger gratulieren. - © Birgit Nolte
Hat sich beteiligt: Vorsitzender Heinz Deppermann (vorne rechts) überreicht Ingrid Meißner, Gewinnerin der Bürgerbus-Befragungsverlosung, Gutschein und Blumenstrauß. Die Mitglieder Ulrich Wefing (hinten von links), Eduard Siekendieck und Dietmar Krüger gratulieren. (© Birgit Nolte)

Werther. Die Stadt hegt den Wunsch schon länger. Durch eine Befragung hat sich herausgestellt, dass auch viele Bürger der Idee alles andere als abgeneigt sind: Der Bürgerbus soll das Wohngebiet Schloßstraße, das Haus Werther und nicht zuletzt das Böckstiegel-Museum mit der Innenstadt und den Ortsteilen verbinden. „Wir sind gerade dabei, eine Route auszuarbeiten", kündigt Heinz Deppermann, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, an.

Von Mitte Mai bis Anfang Juni hat der Verein die Wertheraner Bevölkerung rund um den Bürgerbus befragt. 90 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück. „Ob das nun viel oder wenig sind, mag ich nicht bewerten", so Deppermann. Auf jeden Fall kamen viele Antworten von Anwohnern der Schloßstraße. Die wünschen sich eine Anbindung an das Zentrum.

„Die Stadt haben wir bereits in Kenntnis gesetzt, und sie hat ihre Unterstützung zugesagt", berichtet der Vereinsvorsitzende. Geplant ist, das Gebiet Schloßstraße inklusive dem Haus Werther und dem Böckstiegel-Museum in den Bürgerbus-Rundkurs aufzunehmen. Wer in Häger in den Bürgerbus einsteigt, würde in Zukunft über diese Haltepunkte zum ZOB gefahren werden. Von dort aus geht es unverändert in Richtung Theenhausen weiter.

Fahrt von Häger in die Innenstadt würde zehn Minuten länger dauern

Die Fahrt würde dann von Häger rund zehn Minuten länger in die Innenstadt dauern als bisher. Für den Turnus der Fahrer ist das kein Problem. „Wir haben vor einiger Zeit die reine Innenstadtrunde wegen mangelnder Fahrgastzahlen aufgegeben. Dadurch haben die Fahrer am ZOB aktuell rund 15 Minuten Pause, bevor sie weiter nach Theenhausen fahren", erläutert Ulrich Wefing vom Bürgerbusverein.

Wo genau die neue Route entlangführen könnte, darüber hält sich der Verein noch bedeckt. Erst einmal möchte sich der Vorstand mit der Busverkehr Ostwestfalen GmbH (BVO) kurzschließen. Die müsste die Strecke offiziell ins Liniennetz aufnehmen.



„Das können wir nicht einfach auf eigene Faust machen. Es muss ja auch festgelegt werden, wo die Haltepunkte eingerichtet werden. Außerdem hätten die Fahrer sonst keinen Versicherungsschutz", betont Vize-Vorsitzender Dietmar Krüger. Wie lange es bis zur Eröffnung der neuen Route dauert, vermag der Bürgerbusverein nicht vorherzusagen. „Das hängt entscheidend von der BVO ab", so Deppermann.

Bürger wünschen sich eine bessere Taktung für die Anschlüsse am ZOB

Der Wunsch nach der Anbindung des Wohngebiets Schloßstraße ist nicht die einzige Anregung aus der Befragung. Einige Teilnehmer wünschen sich eine bessere Taktung für die Anschlüsse am ZOB. „Wenn man allerdings bedenkt, dass die Busse im 15-Minuten-Takt nach Bielefeld fahren, ist die Wartezeit sehr kurz. Wir werden versuchen, weiter zu optimieren, aber das steht nicht ganz oben auf unserer Liste", so Wefing.

Kategorisch ausgeschlossen ist für die Mitglieder, den Bürgerbusverkehr zeitlich auszuweiten. „Wir starten um 8.30 Uhr nach den Schulbussen. Wir haben nur acht Plätze, und die wären sonst in Sekunden besetzt", erläutert Krüger. Außerdem fährt der Bürgerbus wie bisher ausschließlich von Montag bis Freitag. „Wir hatten eine lange Versuchsphase für den Samstag, aber die Resonanz war sehr gering. Es gab viele Leerfahrten", berichtet Wefing.

Das hätte auch zu Frust bei den Fahrern geführt. Entsprechend schwer sei es gewesen, die Samstagsschichten zu vergeben. Aktuell wechseln sich rund 20 Fahrer am Steuer ab. Damit ist der Betrieb zwar sichergestellt, aber Verstärkung ist jederzeit willkommen. Gerne würde auch Ingrid Meißner aktiv mithelfen. „Durch meine Sehbehinderung ist das leider nicht möglich", erklärt die Wertheranerin, die bei der Befragungsverlosung einen Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro und einen Blumenstrauß gewonnen hat. „Die ehrenamtliche Bürgerbusidee finde ich aber so toll, dass ich mich entschieden habe, auf andere Weise zu unterstützen." Ingrid Meißner ist jetzt das 57. Mitglied des Bürgerbusvereins.

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