Frau aus Werther klaut hemmungslos, um an Drogen zu kommen

Die Angeklagte kommt mit milder Strafe davon, weil sie sonst keine Chance auf eine Therapie hat

Herbert Gontek

Chance vertan: Weil sie erneut kriminell wurde, erhält die Angeklagte vorerst keinen Therapieplatz. - © Pixabay
Chance vertan: Weil sie erneut kriminell wurde, erhält die Angeklagte vorerst keinen Therapieplatz. (© Pixabay)

Werther. Die 39-Jährige hatte im Sommer des vergangenen Jahres Menschen aus ihrem Umfeld bestohlen, sie um Bargeld gebracht und mit ihren EC-Karten Geld abgehoben. Zudem stahl sie in einer Drogerie in Bielefeld ein teures Parfüm und entwendete im Freibad in Werther eine Geldbörse. Mit dem Geld beschaffte sie Drogen.

Seit zwölf Jahre ist die Frau nach eigenem Bekunden drogenabhängig. Außerdem leide sie unter psychischen Problemen. Zu den angeklagten vier Fällen gab es 14 abgeurteilte Fälle ähnlicher Art, alle mit dem Ziel, Geld für Drogen zu beschaffen. Dafür saß die Frau bereits längere Zeit im Gefängnis.

Trotz aller Bemühungen gelang es der Angeklagten bisher nicht, einen Platz in der Drogentherapie zu bekommen. Vor mehreren Monaten hat sie sich in die Lebensbetreuung begeben, um aus dem Teufelskreis zu kommen. Derzeit wird sie in der Wertheraner Waldheimat betreut und fühlt sich hier nach eigenem Bekunden geborgen.

Kriminelle Taten durchkreuzen Therapie-Zusage

Aktuell gibt es eine Zusage auf eine Therapie, die allerdings wieder durch die kriminellen Taten durchkreuzt wurde. Erst wenn die formell abgearbeitet sind, kann sie die Behandlung antreten. In jüngster Zeit blieb die Frau straffrei, Grund für die Verteidigerin, das Gericht zu bitten, ihr den Weg zur Therapie nicht zu verbauen und sie mit nur einer milden Strafe zu belegen. Die Staatsanwaltschaft forderte für die jüngsten Taten drei Jahre Haft auf Bewährung, verbunden mit dem Drogenscreening.

„Ich möchte zeigen, dass ich das besser kann, durch eine Therapie", sagte die Angeklagte in ihrem letzten Wort. Die Amtsrichterin verurteilte sie zu neun Monaten Haft auf Bewährung, außerdem zur Einziehung von 1.450 Euro. Die Richterin machte klar, dass es sich um ein letztes „Augen-zugedrückt-Urteil" handelt. Im Bewährungsbeschluss wird der Frau der zeitnahe Therapiebeginn und ein regelmäßig Drogenscreening auferlegt.

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