Radweg von Bielefeld nach Werther: Scheitert der Lückenschluss?

Kerstin Spieker,Anja Hanneforth

Jan-Paul Speer mit Söhnchen Konrad, Ralf Brockmeier, Andreas Kramme, Martina Gödde und Renate Althoff (von links) - © Kerstin Spieker, HK
Jan-Paul Speer mit Söhnchen Konrad, Ralf Brockmeier, Andreas Kramme, Martina Gödde und Renate Althoff (von links) (© Kerstin Spieker, HK)

Werther/Schröttinghausen. Es klingt schon ein bisschen wie ein Märchen, inklusive Happy End. 30 Jahre, nachdem sich in Schröttinghausen erstmals der Wunsch regte, einen Radweg entlang der Landstraße Richtung Häger zu haben, soll er nun im kommenden Frühjahr gebaut werden. „Der politische Beschluss in Bielefeld ist einstimmig, die Kaufverträge mit den Eigentümern der Grundstücke sind unterschrieben", erklärte Renate Althoff nicht ohne Stolz.

Stolz darauf, dass der 2016 gegründete Verein, dem sie vorsitzt, die Initiative Bürgerradweg Schröttinghausen- Häger, alle Widerstände überwinden konnte und auch Skeptiker am Ende ins Boot holte. So hätte das Projekt »Bürgerradweg« ohne das Mitwirken der sieben Grundstückseigentümer keine Chance gehabt. Die nämlich mussten Areale in der Größe zwischen wenigen und 500 Quadratmetern abgeben. „Und den Grundstückspreis von zwischen zwei und 14 Euro pro Quadratmeter kann man nur als symbolisch bezeichnen", so Althoff.

"Ich habe das nur für die Kinder hier gemacht"

„Ich habe das nur für die Kinder hier gemacht. Ich selber brauche keinen Radweg", erklärt Ralf Brockmeier seine Beweggründe. Und Eigentümer Andreas Kramme ließ sich vor allem von den Ausgleichsmaßnahmen überzeugen. Auf seinem Grund hat er viel Fläche entsiegelt und für die acht Bäume, die weichen müssen, werden 16 neue Bäume in unmittelbarer Nähe gepflanzt.

Auch die 7.000 Euro für die Mitfinanzierung der Vorplanungskosten, brachten die Aktiven mit Unterstützung größerer und kleinerer Spender auf. Insgesamt sind für den Bau des 1,5 Kilometer langen und 3,25 Meter breiten Radweges Richtung Häger 900.000 Euro veranschlagt. In der Kurve hinter der Einfahrt zur Ockhorst allerdings wird er enden. „Ab da hat Werther den Bau zugesagt", erklären die Schröttinghauser. Dass die Grundstücksverhandlungen sich dort als schwierig erweisen, hat sich bereits zu ihnen rumgesprochen. „Da muss man überzeugen." Aufgeben ist für Renate Althoff keine Option.

Bürgermeisterin Weike will Plan aufgeben

Werthers Bürgermeisterin Marion Weike sieht das anders. Ob aus dem Weiterbau des Radwegs auf Hägeraner Gebiet bis zur Grenze nach Bielefeld jemals etwas wird, ist fraglich. Trotz zahlreicher, über Jahre andauernder Bemühungen der Stadt, die entsprechenden Grundstücke dafür zu erwerben, war sie damit bislang nicht erfolgreich.

Ein Verschwenken des Radwegs auf die andere Straßenseite kommt nicht in Frage. Zwei Häuser liegen extrem dicht an der Schröttinghausener Straße. Ein Radweg würde kaum genügend Platz dazwischen finden.

Es tue ihr sehr leid, sagte Bürgermeisterin Marion Weike daher im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss, aber sie werde in den nächsten Fachausschuss im Herbst eine Vorlage einbringen mit der Bitte, die Politik möge den Antrag auf Bau eines Bürgerradwegs entlang der Schröttinghausener Straße aufheben und sie von der Pflicht entbinden, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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