Hund überlebt Giftanschlag in Werther nur knapp

Große Sorge: Harald Huchtmanns Weimaraner fraß einen in den Auslauf geworfenen, präparierten Köder. Sein Besitzer sucht nun nach Zeugen, die etwas Auffälliges bemerkt haben.

Herbert Gontek

Wieder zusammen: Weimaraner Falko ist noch sichtlich mitgenommen  nach dem Klinikaufenthalt, während Terrier-Mix Rieke sich souverän auf das Bild freut. Harald Huchtmann freut sich, dass beide Tiere den Anschlag überstanden haben. - © Herbert Gontek
Wieder zusammen: Weimaraner Falko ist noch sichtlich mitgenommen  nach dem Klinikaufenthalt, während Terrier-Mix Rieke sich souverän auf das Bild freut. Harald Huchtmann freut sich, dass beide Tiere den Anschlag überstanden haben. (© Herbert Gontek)

Werther-Theenhausen. In Theenhausen ist ein perfider Hundehasser unterwegs. Am Donnerstagnachmittag sind mehrere vergiftete FleischWurstenden über den Gartenzaun beim Busunternehmen Holz geworfen worden. Der vierjährige Weimaraner-Rüde Falko fraß davon und entging nur knapp dem Tod. Die eineinhalbjährige Terrier-Hündin Rieke nahm die Köder offenbar nicht auf. Nur durch eine Kette glücklicher Zufälle überstand der wertvolle Hund den Anschlag, kam Freitag nach 24 Stunden Klinikaufenthalt noch verstört wieder nach Hause.

Zwei flexible Verbandsschläuche aus der Klinik, die die Zugänge an den Läufen zum Blutkreislauf des Tieres verdecken, und große Unruhe von Falko erinnerten Freitagabend noch an den Zwischenfall, der für Busunternehmer Harald Huchtmann nicht abgeschlossen ist.

Giftköder: Die sandigen Fleischwurststücke sind ausgehöhlt, mit einer giftigen Flüssigkeit gefüllt und mit Nähgarn wieder verschnürt. Harald Huchtmann lässt sie untersuchen. - © Herbert Gontek
Giftköder: Die sandigen Fleischwurststücke sind ausgehöhlt, mit einer giftigen Flüssigkeit gefüllt und mit Nähgarn wieder verschnürt. Harald Huchtmann lässt sie untersuchen. (© Herbert Gontek)

„Ich werde alles unternehmen, dem heimtückischen Giftmischer auf die Spur zu kommen und ihn dann anzeigen", sagte er Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Er bittet eventuelle Zeugen, die verdächtige Personen an dem Hofgelände gesehen haben, sich bei ihm zu melden.

Apathischer Falko vor erbrochenem Futter

Dabei ist die Familie Holz-Huchtmann überglücklich, dass der Anschlag schief gegangen ist. Donnerstagnachmittag hatten die Eheleute Elisabeth und Harald die beiden Tiere in den Garten gelassen und waren zwischen 15 und 15.30 Uhr kurz außer Haus. Als sie wiederkamen, schauten sie gleich nach den Tieren und fanden einen apathischen Falko vor erbrochenem Futter.

Huchtmann: „Ich habe das Erbrochene kontrolliert und festgestellt, dass es Bestandteile enthielt, die wir nicht füttern. Dabei stieß ich auf verschlungene, aber wenig zerkaute Fleischwurstreste und Bindfäden der Wurstenden. Da gingen bei uns die Alarmglocken an." Der Auslauf wurde abgesucht, zwei noch unberührte Köder lagen im Sand.

Der Haustierarzt Felix Bathe aus Borgholzhausen organisierte einen Platz in der Bielefelder Tierklinik und die Familie startete sofort.

Hund zeigte erhebliche Vergiftungserscheinungen

„Obwohl Falko eine große Menge des Gefressenen offenbar umgehend nach der Aufnahme erbrach, litt der Hund unter erheblichen Vergiftungserscheinungen", blickt Huchtmann zurück. Ungünstige Leber- und hohe Blutverdünnungswerte, so die ärztliche Auskunft, hätten dafür gesprochen, dass Gift in den Ködern enthalten war. Auch in der Folgenacht kam es zu einer Brechattacke. Gestern, am frühen Abend, durfte Falko dann wieder nach Hause.

Offenbar ist das Blutverdünnungsmittel in Tropfenform in die ausgehöhlte Fleischwurst eingebracht und dann handwerklich stümperhaft mit Garn wieder verknotet worden. Eine dieser Giftwürste verlor die Flüssigkeit. Huchtmann hat die beiden gefundenen Köder sofort nach fachlichem Rat sichergestellt und konserviert, denn er hofft, dass er über den Giftstoff und die aufmerksame Nachbarschaft dem Täter auf die Spur kommt.

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