Tagespflege lässt Anlaufphase hinter sich

Kerstin Spieker

Zur Abwechslung auf dem Sofa: Sie arbeiten bei Daheim – Janine Werk-Knauf ist Leiterin der Tagespflege (von links), Eileen Kerkhoff ist Fachkraft und Kevin Schubert Pflegedienstleiter. Foto: Kerstin Spieker - © Kerstin Spieker, HK
Zur Abwechslung auf dem Sofa: Sie arbeiten bei Daheim – Janine Werk-Knauf ist Leiterin der Tagespflege (von links), Eileen Kerkhoff ist Fachkraft und Kevin Schubert Pflegedienstleiter. Foto: Kerstin Spieker (© Kerstin Spieker, HK)

Werther. Fast könnte man meinen, da sei gar nichts los in dem neuen Haus zwischen Engerstraße und Gartenstraße. Zu Werthers großer Durchgangsstraße hin zeigt das Gebäude die kalte Schulter, gekleidet in verdunkeltes Glas. Hinter der kühlen Fassade liegen wie ein Riegel Funktionsräume wie Büros, Sanitäreinrichtungen und Abstellkammern. „Das ist architektonisch so gewollt, um sich zur stark befahrenen Engerstraße abzuschotten", weiß Kevin Schubert, Pflegedienstleiter bei Daheim e. V., um die Wirkung der gläsernen Front. Überrascht war er dann allerdings doch, als plötzlich Gerüchte über eine bevorstehende Schließung der Daheim-Tagespflege die Runde machten.

Und wer einmal von der Gartenstraße einen Blick auf das Gebäude wirft, kann Schuberts Überraschung verstehen. Denn hier ist das Bild ein ganz anderes. Bunte Sonnenschirme, Blütenpracht in den Pflanzschalen, gemütliche Sitzgelegenheiten und vor allem am Morgen ein munteres Treiben im Eingangsbereich bestimmen den Eindruck. „Wir haben die Tagespflege im April 2018 eröffnet und seitdem ist sie stetig gewachsen", resümiert Janine Werk-Knauf, Leiterin der Tagespflege, daher auch zufrieden.

28 Gäste verteilen sich auf 16 Plätze

Tagespflege und Wohngruppe von Daheim - Blick von der Gartenstraße aus - © Kerstin Spieker, HK
Tagespflege und Wohngruppe von Daheim - Blick von der Gartenstraße aus (© Kerstin Spieker, HK)

„Es ist eben ganz normal, dass man etwa ein Jahr braucht, bis eine neu eingerichtete Tagespflege an ihre Auslastung herankommt", weiß Kevin Schubert aus Erfahrung. Entsprechend habe Daheim als Träger der Einrichtung dieses erste Jahr auch als Prozess begriffen. Gemeinsam mit dem Gästestamm habe man auch die Zahl der Mitarbeiter steigen lassen.

28 Besucher verteilen sich inzwischen auf die 16 Plätze. „Einer kommt einen Tag in der Woche, der andere zwei und der nächste kommt an allen Tagen in der Woche. Da gibt es sehr flexible Lösungen", macht Janine Werk-Knauf deutlich. Der Bedarf der Gäste könne sich stets ändern, es gebe aber auch jede Woche neue Anfragen. „Da ist eigentlich immer Bewegung drin", erzählt sie. Die Versorgung und Betreuung der Menschen in der Tagespflege teilen sich drei Fachkräfte, eine Helferin, eine Betreuung und eine Hauswirtschafterin. Unterstützung erhalten sie durch zwei Reinigungskräfte sowie drei Fahrer, die dafür sorgen, dass alle Besucher gut in die Einrichtung und wieder nach Haue gelangen. Meist sind die Wege kurz, denn die meisten Gäste kommen aus Werther. Einige allerdings reisen morgens auch aus dem Bielefelder Gürtel und aus dem Bereich Spende und Enger an.

Logo: Dieses Schild hängt an der Einrichtung. - © Kerstin Spieker, HK
Logo: Dieses Schild hängt an der Einrichtung. (© Kerstin Spieker, HK)

„Bei uns verbringen sie einen gut strukturierten Tag", erklärt Werk-Knauf. Nach dem Frühstück steht eine gemeinsame Zeitungsrunde auf der Agenda. Dann geht es raus oder zum Mitmachen in die Küche, wo das Mittagessen für alle frisch gekocht wird. Nach der Mittagspause ist die Kaffeetafel gedeckt. „Und danach ist Kopf angesagt", erzählt die Leiterin mit einem Schmunzeln. Bei Bingo oder Stadt-Land-Fluss machen alle mit. „Wir machen alle sechs Wochen eine Zufriedenheitsumfrage, aber bisher gab es noch keine kritischen Töne", resümiert Janine Werk-Knauf. Gemeinsam mit ihrem Team hofft sie nun, dass auch die wilden Spekulationen verstummen. Vielleicht spätestens zum Jahresende, wenn der noch ungenutzte Gebäudeteil von einem Wertheraner Soft-Ware-Unternehmen bezogen wird.

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