Großbaustelle Theenhausen: „Was hier passiert, ist der Wahnsinn“

Seit Mai müssen sich die Autofahrer andere Wege suchen – unter anderem kleine Straßen Richtung Barnhausen. Die weisen nach kaum zwei Monaten bereits erste Schäden auf

Anja Hanneforth

Sperrung einfach ignoriert: Dass im Kreuzungsbereich Dieckbrede die Ein- und Ausfahrt in und von der kleinen Stichstraße verboten ist, ist offenkundig einer Reihe von Autofahrern völlig egal. Sie nutzen einfach den Acker und fahren an den Sperrbaken vorbei. - © Anja Hanneforth, HK
Sperrung einfach ignoriert: Dass im Kreuzungsbereich Dieckbrede die Ein- und Ausfahrt in und von der kleinen Stichstraße verboten ist, ist offenkundig einer Reihe von Autofahrern völlig egal. Sie nutzen einfach den Acker und fahren an den Sperrbaken vorbei. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther-Theenhausen/Borgholzhausen. Vergangene Woche hat sich Magnus Lindner vom Tiefbauamt der Stadt Borgholzhausen zum ersten Mal die Lage vor Ort angesehen. Und zwei Dinge festgestellt: „Was hier passiert, ist der Wahnsinn!" Die Leute würden alle Regeln brechen, so schnell fahren, dass man als Fußgänger zur Seite springen muss, Straßensperrungen ignorieren. Schon jetzt wiesen die Banketten die ersten Schäden auf, „wie lange die Tragschicht diese Belastungen noch aushält, wird man sehen." Eines steht für Lindner fest: „Jetzt muss der Kreis in die Bütt."

Magnus Lindner - © Andreas Großpietsch
Magnus Lindner (© Andreas Großpietsch)


Es ist klar, dass der Verkehr, wenn er aufgrund der Baustelle nicht über Theenhausen fahren darf, andere Wege nehmen muss. Die führen im Nordosten über Suttorfer Gebiet und im Südwesten über die Dieckbrede und die Barnhauser Straße – fallen also in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Borgholzhausen. Die schaut genau hin, denn seit Mai müssen die kleinen Gemeindestraßen ein Vielfaches des sonst üblichen Verkehrs aushalten. So viel, dass bereits die ersten Schäden erkennbar sind.

„Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn es regnet"

„Das Problem ist bei uns angekommen", sagt Magnus Lindner. Er beschreibt Stellen, an denen die Bankette rechts und links der Straße bereits rund gefahren sei. „Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn es regnet. Noch ist der Boden hart und hält eine Menge aus." Wie lange der Asphalt den vielen Verkehr allerdings erträgt, ohne Schaden zu nehmen, kann er nicht sagen.

Ganz schlimm nennt er das Verhalten vieler Autofahrer, die nicht nur Verbotsschilder ignorieren oder an Baken vorbeifahren würden. „Die fahren einfach über fremde Äcker, um schneller voranzukommen", hat er festgestellt. Beim ersten Mal vielleicht noch etwas vorsichtig. „Aber wenn sie merken, dass sie nicht kontrolliert werden, werden sie zu Wiederholungstätern. Und andere hängen sich dran."

Einen Lösungsansatz kann Magnus Lindner zwar auch nicht benennen. Eine Umleitung des Umleitungsverkehrs käme kaum in Frage. Dann zwinge man die Leute auf wieder andere Straßen, die dann ebenfalls kaputtgefahren würden. Ein schwer lösbares Problem also.

Fest steht für den Fachmann vom Tiefbauamt nur, dass die Situation, so wie sie sich derzeit darstellt, nicht bleiben kann. Zumal die Arbeiten in Theenhausen eineinhalb Jahre dauern sollen. Er habe bereits versucht, den zuständigen Sachbearbeiter des Kreises Gütersloh zu erreichen. „Denn hier gibt es eine Menge Handlungsbedarf."

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